Ausgabe 5, Leseprobe 1/3: „Vor dem Frieden kommt die Wahrheit“ – Zu Besuch bei Hogar Social Madrid

Ende Juni 2017 war unser Gastautor Lucas Hartmann zu Besuch bei der faschistischen Hilfsorganisation „Hogar Social“ in der spanischen Hauptstadt Madrid. Eindrücke von einer aufstrebenden Aktivistengruppe, die auf dem besten Weg zu einer Massenbewegung ist und als Wahlpartei demnächst das spanische Parteienspektrum erschüttern könnte.

Es ist Freitag, der 24. Juni, als ich bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr den Weg zu meinen Freunden in Madrid antrete. Gestartet in Leipzig, über Frankfurt am Main, erreiche ich mein Ziel um 15:45 Uhr Ortszeit. Kaum ausgestiegen und im Flughafen angekommen, dauert es nicht lange, bis mich mein Kamerad Denis in Empfang nimmt. Schon auf dem Weg zum Auto merke ich, dass es eine schweißtreibende Woche werden wird. Trockene 40 Grad Außentemperatur! Und will man den Vorhersagen glauben, ist wohl auch in den nächsten Tagen keine Abkühlung zu erwarten.

Während der Fahrt zeigt mir Denis einige interessante Gebäude und erzählt mir Neuigkeiten bezüglich der Gruppe. Dann erreichen wir auch schon das neue Gebäude der Hogar Social, zu Deutsch etwa „Soziale Heimat“. Es liegt direkt an einem großen Verkehrsknotenpunkt. Der Plaza Colon liegt nur etwa 20 Gehminuten vom Hauptplatz Madrids, der Puerta del Sol, entfernt. Das besetzte Haus ist ein ehemaliges Bankgebäude der Banco Madrid, welches im Zuge der Finanzkrise aufgegeben werden musste. Ein neuartiger Bau aus Glas, weißem Marmor und Granit. Vor dem Haus befindet sich ein kleiner Park, das Hard Rock Cafe Madrid und andere Geschäfte. Viele Restaurants, Bars, Hotels und Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in direkter Nachbarschaft zum neuen Zentrum der wohl am stärksten emporstrebenden Jugendbewegung Spaniens.

Das Gebäude besteht aus fünf Etagen. Im Erdgeschoss schaue ich mich zuerst um. Direkt hinter der Eingangstür befindet sich ein Tresen, an dem Tag und Nacht Wache gehalten wird, um unerwünschte Gäste fernzuhalten. Rechts davon gelangt man in einen großen Konferenzraum mit vielen Stühlen und Postern vergangener Veranstaltungen. Hier werde ich später einen Vortrag über das Haus Montag in Pirna halten [über das Haus Montag in Pirna haben wir in der N.S. Heute Nr. 3 eine ausführliche Reportage geschrieben – Anm. d. Red.]. In derselben Etage befindet sich auch das Lebensmitteldepot. Das Sammeln von Nahrungsmitteln und die Weitergabe an bedürftige Spanier bilden den Hauptbestandteil der Arbeit der Madrider Aktivisten. Viele Regale voll bis unter die Decke mit Nudeln, Reis, Ölen, Fisch, Tomatenmark, Nahrung für Kleinkinder und so weiter. Beeindruckt von der Menge an Lebensmitteln, die hier lagern, gehe ich eine Etage tiefer. In der Tiefgarage des Hauses stehen schon vorgefertigte Materialien für Aktionen bereit und auch ein Boxbereich ist aufgebaut. Aus alten, übereinandergelegten Kleidungsstücken und einer großen, darübergespannten Plane, wurde ein Mattenbereich im minimalistischen Stil errichtet. Hier, im untersten Bereich des Hauses, befindet sich auch das Kleiderlager. Die Stücke werden ebenso gesammelt und zur Weitergabe an arme Menschen vorbereitet.

Vortrag über das Haus Montag

Schon jetzt bin ich genauso begeistert wie bei meinem ersten Besuch vor gut vier Monaten. Ich mache mich wieder auf den Weg nach oben in das Erdgeschoss. Kaum angekommen, beginnen schon die Vorbereitungen für meinen Vortrag. Ich trete ein und werde von vielen bekannten, aber auch neuen Gesichtern begrüßt. Die Organisation ist erneut um einige Mitstreiter gewachsen. Egal ob 15 oder 60 Jahre jung – jeder, der helfen will, kann sich bei den verschiedenen Aktionen beweisen und so zu einem Teil von Hogar Social Madrid werden. Mittlerweile füllt sich das Haus, da der Vortrag für 19:00 Uhr angekündigt ist. Mit ein paar Minuten Verzögerung und einer guten Portion spanischer Gelassenheit beginnt mein Vortrag. Genauso, wie ich es schon vom letzten Mal kenne. Ein paar Personen trudeln noch nach, sodass am Ende etwa 45 Mitglieder, Unterstützer und Interessierte zuhören.

Melisa Dominguez, die Leiterin der Gruppe, eröffnet den Abend und stellt mich vor. Ich sitze zwischen ihr und Denis, der meine Worte übersetzt. An einer Wand, an der meine Präsentation angeworfen wird, zeige und erläutere ich Konzept und Prinzipien des Haus Montag und zeige Fotos aus den Räumlichkeiten. Nach gut anderthalb Stunden beende ich meinen Vortrag. Mir werden noch ein paar Fragen bezüglich meiner persönlichen Haltung zu verschieden Themen gestellt und dann ist es auch schon kurz nach neun am Abend. Mitgebracht habe ich für all diejenigen, die mir während der Vorbereitungszeit auf den Besuch geholfen haben, natürlich auch etwas. Hemden, Aufkleber und ein Transparent, welches mir mein Dresdner Freund und Kamerad Maik Müller angefertigt hat. Von dem Transparent sind alle begeistert und sofort wird untersucht, ob es nicht doch gedruckt wurde, welcher Stoff sich dahinter verbirgt, welche Farbe verwendet wurde.

Ich werde gebeten, noch etwas zu bleiben. Das tue ich natürlich gern. Und so begeben wir uns in den zweiten Stock, wo bereits alle, die noch geblieben sind, auf mich warten. Nach einer kleinen, eigens für mich organisierten Willkommensfeier im hauseigenen Klub „El Quijote“ begebe ich mich zur U-Bahn und fahre zu meiner Unterkunft. Müde und beseelt von all den Eindrücken des Tages falle ich ins Bett, denn schon um 12:00 Uhr am nächsten Tag ist wieder Treffen in der Zentrale…

Den vollständigen Artikel gibt es in der Ausgabe 5 der N.S. Heute – Erscheint Mitte September 2017!

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