Ausgabe 6, Leseprobe 1/3: Zu Besuch bei Karl-Heinz Hoffmann

Am heutigen 27. Oktober begeht Karl-Heinz Hoffmann, Chef der 1980 verbotenen Wehrsportgruppe Hoffmann, seinen 80. Geburtstag. Wir waren bei ihm zu Besuch und blickten zusammen mit ihm zurück auf ein bewegtes Leben.

An einem verregneten Dienstagnachmittag Mitte Oktober erreichen wir Schloss Ermreuth in Oberfranken, östlich von Erlangen und nordöstlich von Nürnberg, dessen Geschichte bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. An der Eingangstür erwartet uns bereits der Hausherr. In heller Trachtenjacke, mit weißgrauem Vollbart und einem wachen, offenen Blick, empfängt uns Karl-Heinz Hoffmann, Initiator und Chef der 1980 verbotenen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ und politischer Freidenker.

Durch die Eingangshalle werden wir in einen Gewölberaum mit rustikaler Holzeinrichtung und Kachelofen geführt, Frau Hoffmann serviert Kaffee und Wasser. Wir wollen uns mit Karl-Heinz Hoffmann über seine politischen Ansichten und seinen mittlerweile 80-jährigen Lebensweg unterhalten. „Wir können über alles reden“, hieß es von Hoffmann bereits im Vorfeld, einzige Bedingung: Das Gespräch wird mitgefilmt und später im Netz veröffentlicht – so wie es bei ihm immer gemacht wird, egal welcher Fernsehsender oder welche Publikation um ein Interview bittet.

Kindheit in der DDR, Jugend in der BRD

Die Kamera wird gestartet, das Interview läuft. Wir wollen unsere ersten Fragen stellen, doch zunächst hat Hoffmann selbst einige Anliegen. Er möchte klarstellen, dass er gerne bereit ist, mit der N.S. Heute zu sprechen, obwohl er sich selbst keinesfalls als Nationalsozialist sieht. Die nationalsozialistische Rassenlehre und die Rassegesetze lehnt er ab, er spricht von „Vulgärrassismus“. Sein zweites Anliegen ist es, gegen den seiner Auffassung nach im nationalen Bereich weit verbreiteten „Anti-Turkismus“ Stellung zu beziehen. Die Auswüchse des maßgeblich von Saudi-Arabien geförderten Salafismus hätten mit den in Deutschland lebenden Türken nichts zu tun. Selbstverständlich könnten Türken Deutschland zu ihrer Heimat machen und auch ihre Kultur und Gebräuche behalten, genauso wie schließlich auch viele Auslandsdeutsche ihre Kultur bewahren. Hoffmann, der viel in der islamischen Welt herumgereist ist, habe nur sehr wenig fanatische Moslems kennengelernt. Er kritisiert die „anti-islamische Hetze“ der AfD, die einen „Religionskrieg“ vorbereiten würde. – Hoffmann sorgt also gleich zu Beginn für reichlich Diskussionsstoff. Später werden wir auf diese Themen nochmal zu sprechen kommen, doch zunächst wollen wir mit ihm über sein bewegtes Leben sprechen.

Karl-Heinz Hoffmann wird am 27. Oktober 1937 in Nürnberg geboren. Sein Vater, ein Facharzt, fällt im Zweiten Weltkrieg. Hoffmann wird mit seiner Familie während der Luftangriffe auf Nürnberg nach Kahla in Thüringen evakuiert, wo er aufwächst und zur Schule geht. Die Schule verlässt er mit guten Zensuren, doch die Aufnahme in die Erweiterte Oberschule (EOS) wird ihm verweigert, da er keinem proletarischen Elternhaus entstammt. Kinder aus Arbeiter- und Bauernfamilien werden insbesondere in der Frühphase der DDR, auch bei schlechteren Leistungen, bevorzugt in die EOS aufgenommen. Mit 13 Jahren beginnt Hoffmann eine Lehre zum Porzellanmaler mit dem Ziel, anschließend auf die Porzellanfachschule Hermsdorf aufgenommen zu werden. Als ihm nach Abschluss der Lehre auch die Aufnahme auf die Porzellanfachschule mit Hinweis auf seine nicht-proletarische Herkunft verwehrt wird, überlegt er sich einen anderen Plan. Hoffmann stellt bei den DDR-Behörden den Antrag, seine Großmutter in Nürnberg besuchen zu dürfen, was auch genehmigt wird. Der damals 15-Jährige reist mit Genehmigung der DDR aus, kommt allerdings nicht zurück, sondern bleibt im Westen. Als er 16 Jahre alt wird, beantragt er einen BRD-Personalausweis, den ihm die West-Behörden ausstellen, ohne zu wissen, dass er in den letzten Jahren in der DDR gelebt hat.

Eigentlich will Hoffmann Geschichte studieren, doch da ihm in der DDR das Abitur verwehrt wurde, darf er nicht auf die Uni gehen. Deshalb ersucht er um Aufnahme in die Akademie der Bildenden Künste in München. Normalerweise braucht man für diese Hochschule ebenfalls Abitur, aber es können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden, wenn man bereits einen einschlägigen Beruf gelernt hat und überdurchschnittliche Fähigkeiten nachweisen kann. Der junge Hoffmann absolviert erfolgreich das strenge Auswahlverfahren, er studiert erst in München und später in Nürnberg. Doch der akademische Betrieb, der weitgehend von abstrakter Kunst beherrscht ist, sagt ihm nicht zu. Er verlässt die Nürnberger Kunstakademie und baut sich als selbständiger Graphiker eine Existenz auf.

Vom Stahlhelm zur Wehrsportgruppe Hoffmann

Die Begeisterung für alles Militärische erklärt Hoffmann mit seinem Geburtsjahrgang: 1937 geboren, erlebt er als Kind die Endphase des Zweiten Weltkrieges und kann sich damals nichts anderes vorstellen, als später einmal selbst Soldat zu werden. Es schmerzt ihn, als Deutschland nach dem Krieg erstmal kein eigenes Militär mehr hat. Von der Politik hält sich der junge Hoffmann allerdings vollkommen fern: Seine Elterngeneration hatte sich für politische Ideale eingesetzt und musste dies teuer bezahlen, deshalb will Hoffmann, ähnlich wie seine Klassenkameraden, mit Politik nichts am Hut haben. Dies ändert sich mit den Ostverträgen Anfang der 1970er-Jahre, als die von Willy Brandt geführte sozialliberale Regierung den Raub der deutschen Ostgebiete anerkennt und sich nach dem Grundsatz „Wandel durch Annäherung“ für eine Verständigung mit der DDR einsetzt. Zur gleichen Zeit wird die vom „Club of Rome“ in Auftrag gegebene Studie „Die Grenzen des Wachstums“ veröffentlicht; eine der ersten Schriften, in der wissenschaftlich erklärt wird, wohin grenzenloses Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum führen könnte. Hoffmann ordnet seine Gedanken in einem politischen „Manifest“, ein Schubladenprogramm, welches irgendwann zu gegebener Zeit veröffentlicht werden sollte. Dieses Manifest wird Jahre später als Handhabe für das Verbot seiner Wehrsportgruppe herhalten müssen, obwohl das Manifest mit der WSG gar nichts zu tun hatte.

Hoffmann besucht verschiedene politische Veranstaltungen, auch welche der NPD, kann sich mit ihrem „pathetischen Getue“ allerdings nicht anfreunden. Die Jugend ist zur damaligen Zeit zum großen Teil sozialistisch/kommunistisch eingestellt, was Hoffmann, der die Ostzone zehn Jahre erlebt hat, nicht verstehen kann und nicht akzeptieren will. Gegen die Verwahrlosung der Jugend sammelt er eine kleine Gruppe um sich, sozialgefährdete Jungs, teilweise Söhne us-amerikanischer Besatzungssoldaten. Dieses von Hoffmann selbst als „sozialpädagogisches Experiment“ bezeichnete Projekt ist der Vorläufer der späteren WSG.

Kurz zuvor hatte Hoffmann einen „Gauführer“ des „Stahlhelms“ kennengelernt. Der ehemalige Soldatenverband aus Zeiten der Weimarer Republik hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergegründet, bestand Anfang der 1970er-Jahre aber fast nur noch aus Karteileichen. Hoffmann geht mit dem Stahlhelm auf Tuchfühlung, um eine organisatorische Plattform zu haben, auf der er sich mit seiner Gruppe entfalten kann. Durch einen Bekannten Hoffmanns wird das Fernsehen auf die Gruppe aufmerksam und lässt anfragen, ob man über ihn und seine Gruppe etwas drehen könnte. Hoffmann wittert eine gute Gelegenheit für Propaganda und sagt zu. Am Abend vor dem Drehtermin kommt der Stahlhelm-Führer zu Hoffmann und will ihm den Fernseh-Auftritt verbieten. Hoffmann und seine Leute bestehen auf den Drehtermin, die Diskussion endet damit, dass sich die Gruppe ihre Stahlhelm-Abzeichen von der Uniform reißt. Der Drehtermin am nächsten Tag findet wie geplant statt, nur dass die Gruppe nicht mehr zum Stahlhelm gehört. Es ist die – zufällige – Geburtsstunde der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ – und durch den Fernseh-Beitrag wird sie direkt deutschlandweit bekannt…

Den vollständigen Artikel gibt es in der Ausgabe 6 der N.S. Heute – Erscheint Mitte November 2017!

Unterstützt unser nationales und sozialistisches Zeitschriften-Projekt jetzt mit der Bestellung eines Jahres-Abonnements!

www.nsheute.com/abo

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*