Ausgabe 7, Leseprobe 1/3: Gedenken in Dresden! – Auf ein Wort…

Die N.S. Heute Nr. 7 wird Mitte/Ende Januar 2018 an unsere Abonnenten ausgeliefert. Vorab veröffentlichen wir unsere erste Leseprobe aus dem Artikel „Gedenken in Dresden! – Auf ein Wort…“ von Maik Müller, der sich seit über einem Jahrzehnt für ein angemessenes Gedenken in Dresden einsetzt.

Die seit 1999 kontinuierlich stattfindenden Trauer- und Gedenkmärsche zu Ehren der ungezählten Opfer der alliierten Luftschläge auf Dresden, hier insbesondere der Angriffe vom 13. – 15. Februar 1945, zählen neben anderen zu den heute wohl ältesten und bekanntesten nationalen Veranstaltungen ihrer Art. In gleichem Maße sorgten sie jedoch auch immer wieder für Diskussionen innerhalb des sich rechts verortenden Spektrums, wobei außenstehende Personenkreise des Öfteren am besten wussten, wie man in Dresden mit staatlich gelenkter Repression und massiven Angriffen linksextremer Gewalttäter umzugehen habe. Die Bandbreite der Forderungen – konstruktive Vorschläge bildeten indes eher die Ausnahme – ging hierbei von der Aufgabe des Gedenkens bis hin zum radikalen Gegenangriff, an dessen Ende es den entsprechenden Protagonisten jedoch stets am Konzept des „wie dann weiter?“ mangelte.

Als Mitorganisator und langjähriger Sprecher des „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ (AgdV), möchte ich mit diesem Beitrag versuchen, eine kurze Rückschau über die Entwicklung des Gedenkens in Dresden zu geben. Wenn es auch aus Platzgründen nicht möglich sein wird, sämtliche Details näher zu betrachten, so werde ich doch versuchen, die für das Verständnis wichtigsten Meilensteine herauszustellen.

1998 – Initialzündung

Der Beginn dessen, was heute landläufig als „Dresdner Trauermarsch“ oder „Gedenkmarsch“ bekannt ist und nun seine Fortsetzung als „Dresden-Gedenken“ erfährt, hat seinen eigentlichen Ursprung in der Dresdner Innenstadt des Jahres 1998. In der vom Aktionsbündnis im Jahr 2010 herausgegebenen Broschüre „DRESDEN – Der Menschlichkeit entgegen“, erinnert sich ein Aktivist und Mitbetroffener wie folgt an die heute bereits 19 Jahre zurückliegenden Ereignisse:

„…Und so traf man sich erstmalig 1998 nicht nur mit Kerzen, sondern führte ein Transparent mit sich, auf welchem man kurz aber direkt hervorhob: ‚DAS WAR KEIN KRIEG – DAS WAR MORD‘. In der Höhe des Fürstenzuges wurde aber sofort eine Gruppe von 60 Menschen von aufgerüsteten Polizeieinheiten eingekesselt und am Weitergehen gehindert. Nachdem das Transparent entrollt wurde, wurde dies sogleich entrissen und zwei junge Menschen wurden unter dem Einsatz des Schlagstockes in Gewahrsam genommen. Aus Protest gegen dieses gewaltsame Vorgehen des Staates wurde das Lied ‚Die Gedanken sind frei…‘ angestimmt. An diesem Abend ist die Idee geboren, in Zukunft mit einem öffentlichen Trauermarsch auf den zehntausendfachen Mord vom 13. Februar 1945 in Dresden aufmerksam zu machen.

Und so fanden sich 1999 in den Abendstunden über 150 Teilnehmer ein, um an einer angemeldeten Veranstaltung der damals lautenden Organisation ‚Junge Landsmannschaft Ostpreußen‘ (JLO) teilzunehmen. Der Trauerzug startete am Dresdner Hauptbahnhof, über die Prager Straße und endete direkt an den Trümmern der Frauenkirche…“

Die Idee, welche unter den Eindrücken des Schlagstockes geboren wurde, hatte Gestalt angenommen und etablierte sich in den künftigen Jahren zu einem festen Termin über die Grenzen Dresdens hinaus. Die Veranstaltungen der Folgejahre, am Tag der Bombardierung, rückten die Zerstörung Dresdens in den Mittelpunkt, auch der öffentlichen Diskussion, und fanden durch deren überparteilichen Charakter anfänglich selbst aus Teilen der Bürgerschaft nicht nur Akzeptanz, sondern bisweilen auch offene Unterstützung.

2004 – Ein Wendepunkt

Spätestens mit dem Einzug der NPD in den Sächsischen Landtag trat eine deutliche Interessensverlagerung ein, beziehungsweise wurde der Einfluss der damaligen NPD auf die Veranstaltung auch nach außen hin sichtbar. Mit Bockwürstchen, Dixi-Klos und Verkaufsständen wandelte sich die einstige Gedenkveranstaltung immer mehr zu einem politischen „Event“, das im regelrechten Schaulaufen aller möglicher, sich als rechts oder patriotisch verstehenden Kleinst- und Splittergruppen gipfelte. Zuvor transportierte Inhalte verloren indes immer weiter an Gewichtung. Besonders aus den Reihen örtlicher Aktivisten, zu diesem Zeitpunkt vorwiegend Angehörige des außerparlamentarischen Widerstandes, aber auch der örtlichen NPD, wuchs die Kritik an dieser Entwicklung. In seinem Buch „Irrtum NPD“ [Besprechung in N.S. Heute Nr. 5 – Anm. d. Red.] resümiert deren ehemaliger Bundesvorsitzender, Holger Apfel, wie folgt über die Ereignisse:

„…Gleichzeitig übten wir außerparlamentarisch Einfluss auf den immer größer werdenden Marsch der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen aus…

Die NPD-Fraktion übernahm die Schirmherrschaft über den Trauermarsch. Dem Verantwortlichen Alexander Kleber von der Jungen Landsmannschaft brachte das mächtig Ärger ein, da der Marsch bis dato überparteilich ausgerichtet war und so nicht von vornherein stigmatisiert war…

…Aber auch aus der ‚freien Szene‘ klangen Misstöne über die Instrumentalisierung durch die NPD hervor. Das war durchaus nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass zu diesem Marsch so ziemlich alles, was in der Szene Rang und Namen hatte, den Weg nach Dresden gefunden hatte. Für narzisstische Persönlichkeiten wie Christian Worch, Axel Reitz, Thomas Wulff und Dieter Riefling war es kein schönes Gefühl, für den von ihnen als reaktionär empfundenen Schulterschluss ‚Voigt-Schönhuber-Frey‘ in die Rolle des Statisten gedrückt zu werden…“

2007 – Das Aktionsbündnis entsteht

Die Kritik an den Zuständen fand letztendlich in den Jahren 2006/07 ihren sichtbaren Ausdruck in der Entstehung des „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“, das in den folgenden zehn Jahren nicht nur eine bundes- und europaweit beachtete Aktionswoche initiierte, sondern auch die Forderung nach der Errichtung eines würdigen Denkmals zu Ehren der Dresdner Luftkriegstoten wieder aufgriff und verloren gegangene Inhalte zurück in den Mittelpunkt der Betrachtung stellte. Während sich die Organisatoren um JLO und NPD nun auf einen möglichst großen Aufmarsch am Wochenende fokussierten, setzte sich das Aktionsbündnis für eine Rückkehr auf das ursprüngliche Datum – den 13. Februar – ein, der leider mehr und mehr den Dresdner Stadtoberen und der von ihnen öffentlich propagierten Lesart der historischen Ereignisse überlassen wurde.

In der Folge kam es dazu, dass es neben dem so genannten Großaufmarsch von JLO und NPD auch eine zweite Gedenkveranstaltung des Aktionsbündnisses gab, welche zwar ganz klar als Reaktion auf eine Fehlentwicklung verstanden werden wollte, sich jedoch nicht als explizite Gegenveranstaltung begriff, sondern vielmehr als Ergänzung innerhalb des gesamten Themenkomplexes. So müssen letztlich auch beide Dinge, so genannte Großaufmärsche und Aktionsbündnis, ihrer Entwicklung als auch der inhaltlichen Ausrichtung nach, ganz klar getrennt voneinander betrachtet werden…

Den vollständigen Artikel gibt es in der Ausgabe 7 der N.S. Heute –
Erscheint Mitte/Ende Januar 2018!

Unterstützt unser nationales und sozialistisches Zeitschriften-Projekt jetzt mit der Bestellung eines Jahres-Abonnements!

www.nsheute.com/abo

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*