Ausgabe 9, Leseprobe 1/3: Mythos Wewelsburg – Fakten, Geschichten und Legenden

Hoch über dem Tal der Alme, rund 14 Kilometer südwestlich von Paderborn, thront Deutschlands einzige, in geschlossener Bauweise errichtete Dreiecksburg. Die über 400 Jahre alte Wewelsburg, das Wahrzeichen des Bürener Landes, wurde in der NS-Zeit von Heinrich Himmler zum geistigen und weltanschaulichen Zentrum der SS auserkoren. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um die Wewelsburg: es geht um geheimnisvolle Zeremonien, spirituelle Sitzungen und okkulte Rituale, die sich zwischen den alten Burggemäuern abgespielt haben sollen. Bis heute ist die Wewelsburg ein beliebtes Reiseziel für Nationalsozialisten aus ganz Europa. Wir gehen dem Mythos auf den Grund.

Ein strahlender Apriltag, das Thermometer klettert an die 20-Grad-Marke und ich mache mich auf den Weg ins Bürener Land bei Paderborn, um der Wewelsburg mal wieder einen Besuch abzustatten. Beinahe zehn Jahre sind seit meinem letzten Besuch vergangen – und ich stelle fest, dass sich seitdem nicht viel verändert hat. Das gleichnamige Dorf, das sich rund um die Burg schlängelt, ist so sauber und verschlafen wie eh und je, der graue Kalkstein der Wewelsburg glänzt in der Frühlingssonne. Am Westturm finden Bauarbeiten statt.

Mein heutiger Besuch auf Deutschlands einziger, in geschlossener Bauweise errichteter Dreiecksburg beginnt unterhalb des Südflügels, im Burggarten. Für Botanik-Freunde gibt es hier einen Kräutergarten, ansonsten wirkt die Grünanlage aber relativ schmucklos. In einer Ecke gammeln zwei Tischtennisplatten gemütlich vor sich hin. Der gepflasterte Weg führt um den Ostturm herum, eine Brücke weist die Richtung über den Burggraben in den Innenhof. Ein paar Bauarbeiter verbummeln hier ihre Mittagspause, offenbar bin ich zurzeit der einzige Besucher. Im Südflügel befindet sich der Eingang zum Historischen Museum des Hochstifts Paderborn. Ich bezahle drei Euro Eintritt und werde gleich aufgefordert, meinen Rucksack in ein Schließfach zu sperren – unbefugte Souvenirjäger sollen keine Chance haben. Das Museum erzählt die Geschichte des Paderborner Landes von den Anfängen der Besiedlung über das Mittelalter, die frühe Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert, ein separater Abschnitt widmet sich der Naturgeschichte. Doch natürlich geht es nicht nur um die Geschichte des Paderborner Landes, sondern auch um die Geschichte der Wewelsburg selbst.

Entstehungsgeschichte der Wewelsburg

An der Stelle, wo heute die Wewelsburg hoch über dem Tal der Alme thront, stand um die erste Jahrtausendwende eine frühmittelalterliche Wallburg, genannt Wifilisburg. Sie wurde zum Schutz gegen die „Hunnen“ genannten Ungarn genutzt, die damals das noch junge Heilige Römische Reich Deutscher Nation bedrohten. Ein weiteres Gebäude ließ Graf Friedrich von Arnsberg 1123 errichten, das allerdings nach dem Tod des Regenten im Jahr darauf mitsamt der Burganlage von den Bewohnern des benachbarten Dorfes zerstört wurde, die von Arnsberg unterdrückt worden waren. Als die Wewelsburg 1301 an den Fürstbischof des Bistums Paderborn verkauft wurde, befanden sich auf dem Hügel zwei festungsähnliche Gebäude, das Bürensche und das Waldecksche Haus. In den folgenden fast 300 Jahren wurde das Anwesen an verschiedene Lehnsherren vergeben, bis der Paderborner Fürstbischof Dietrich IV. von Fürstenberg es 1589 zurückerlangte.

In den Jahren 1603-09 erhielt die Wewelsburg ihre bis heute beibehaltene Gestalt, als Dietrich von Fürstenberg die Wewelsburg als seine Nebenresidenz im Stil der Weserrenaissance bauen ließ. Die in Deutschland einzigartige Dreiecksform hatte keinen tieferen Sinn, sondern entstand wegen den natürlichen Bebauungsmöglichkeiten auf dem spitzwinkligen Bergsporn.

Burggeschichte bis 1933

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zeitweise von kaiserlichen Armeen, zeitweise von den Schweden besetzt und unter dem schwedischen Feldmarschall Carl Gustav Wrangel 1646 nahezu vollständig zerstört. Der Wiederaufbau begann 1654 unter Fürstbischof Dietrich Adolf von der Recke. Nach der Vollendung des Wiederaufbaus im Jahr 1660 verlor die Wewelsburg den Rang als Nebenresidenz der Fürstbischöfe. In den folgenden Jahren wurde die Burg nur notdürftig unterhalten, viele Räume blieben ungenutzt und wurden dem Verfall preisgegeben. Während des Siebenjährigen Krieges (1756-63) dienten die Kellergeschosse als Militärgefängnis, vorwiegend für Deserteure. 1802 ging der Besitz der Wewelsburg an den preußischen Staat über.

Als die Burganlage zu Beginn des 19. Jahrhunderts bereits halb verfallen war, schlug am 11. Januar 1815 ein Blitz in den Nordturm ein; das Dachgebälk verbrannte, das Turminnere stürzte ein, lediglich die dicken Außenmauern hielten dem Feuer stand. Ab Mitte der 1850er-Jahre wurden Teile der Burg wiederhergerichtet und dort eine Pfarrwohnung untergebracht. Nachdem die Wewelsburg 1924 in das Eigentum des Kreises Büren übergegangen war, beschloss Landrat Alois Vogels, die Burg zusammen mit dem neugegründeten „Verein zur Erhaltung der Wewelsburg“ vor dem Verfall zu retten und zu neuem Leben zu erwecken. Die Modernisierungsmaßnahmen gingen erstaunlich schnell voran, im Jahr 1925 waren auf der Wewelsburg bereits ein Heimatmuseum, ein Rittersaal für Tagungen und kulturelle Veranstaltungen, eine Jugendherberge sowie eine Burgwirtschaft für Besucher geöffnet, Führungen wurden ebenfalls angeboten. Doch bald darauf verlangsamten sich die Renovierungstätigkeiten, ehe sie beim Ausbruch der Weltwirtschaftskrise vollständig zum Erliegen kamen.

SS-Ausstellung im ehemaligen Wachgebäude

Für den Besuch des Historischen Museums sollte man, je nachdem wie genau man sich die Exponate und Schautafeln anschauen möchte, zwischen anderthalb und drei Stunden Zeit einplanen. Danach kann man sich im Burgcafé eine Pause gönnen, entweder bei Kaffee und Kuchen oder zum zünftigen Mittagessen. Vom Mantateller bis zum Schweinefilet gibt die Speisekarte in jeder Preisklasse etwas her.

Im ehemaligen SS-Wachgebäude auf dem Burgvorplatz befinden sich eine „Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933-1945“ sowie eine kostenlose Dauerausstellung mit dem offiziellen Titel „Ideologie und Terror der SS“. Der Zugang zum Obergruppenführersaal und zur Gruft unterhalb des Nordturms führt ausschließlich über diese Ausstellung. Doch politisch oppositionelle Besucher sollten aufpassen: Laut der Hausordnung sind im gesamten Museumsbereich „rechtsextreme, rassistische, antisemitische und sexistische Äußerungen in Wort, Schrift oder Gesten“ verboten. Außerdem ist es untersagt, „in Wort, Schrift oder Gesten die Freiheit und Würde des Menschen (…) verächtlich zu machen sowie Kennzeichen und Symbole zu verwenden, die im Geiste verfassungsfeindlicher oder verfassungswidriger Organisationen stehen oder diese repräsentieren. Insbesondere das offene Tragen jeglicher rechtsextremer Kennzeichen ist nicht erlaubt.“ Im Klartext: Keine regimekritischen Kennzeichen auf der Kleidung tragen, nur linientreue Äußerungen tätigen oder am besten ganz die Klappe halten – für ein paar Stunden dürft Ihr Euch also mal verhalten wie der typische BRD-Trottel…

Den vollständigen Artikel gibt es in der Ausgabe 9 der N.S. Heute –
Erscheint Mitte Mai 2018!

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