N.S. Heute Nr. 14, Leseprobe 3/3: Projekt „Einsatzgruppe Mitte“ – Planungen und Übungen für den Spannungsfall im Kalten Krieg

von Arndt-Heinz Marx

Viele, die dies lesen, kamen erst in den 1980er- und 90er-Jahren zur Welt. Sie können sich die damalige Situation, als die Welt in zwei waffenstarrende Blöcke gespalten war, nicht mehr vorstellen. Die Grenze der beiden Einflusssphären verlief durch Deutschland. Westdeutschland, also die Alt-BRD, war Mitglied der NATO; die DDR hingegen war Mitglied des Warschauer Paktes. In beiden Teilen Deutschlands waren massenhaft Truppen und Waffen der jeweiligen „Waffenbrüder“ oder „Schutzmächte“, USA und UdSSR, stationiert, darunter auch Atomwaffen. Nicht nur ein atomarer, auch ein geballter konventioneller Schlagabtausch hätte dafür gesorgt, dass in Deutschland, sei es auf dem Territorium der Alt-BRD oder der DDR, kein Stein mehr auf dem anderen geblieben wäre.

Die antikommunistische Politik des Ronald Reagan

Am Ende der 1980er-Jahre war der Kalte Krieg auf dem Höhepunkt. In den USA regierte Ronald Reagan, der mit seiner Hochrüstung der in Afghanistan gescheiterten UdSSR den letzten Rest gab. Der Sowjetblock sollte am Ende des Jahrzehnts daraufhin zusammenbrechen. Jedoch konnte man das zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Ich hatte damals den harten Kurs von Reagan gegenüber der Sowjetunion vollständig gutgeheißen, da ich als Antikommunist schon immer den Untergang des Sowjetsystems herbeigesehnt hatte. Schon meine frühe Kindheit im Vorschulalter Anfang der 1960er-Jahre war durch die Atmosphäre von Mauerbau, Kuba-Krise und den Kriegserzählungen der Erwachsenen geprägt.

Im Endeffekt haben wir dem damaligen US-Präsidenten Reagan durch seine Politik und dem damit verbundenen Zusammenbruch des Sowjetreiches auch die Wiedervereinigung zu verdanken. Auch imponierte mir damals Oliver North, Offizier des Marine Corps und militärischer Berater im Nationalen Sicherheitsrat unter Ronald Reagan. Sein Ziel war es, weltweit der kommunistischen Infiltration mit einer antikommunistischen Counter-Guerilla zu begegnen, besonders in der Dritten Welt. Über den Krieg der Contras in Nicaragua wurde damals laufend in den Medien berichtet. Aber einseitig, aus linker Sicht. Heute, nachdem Russland den Bolschewismus von sich abgeschüttelt hat und der richtige Mann im Kreml sitzt, denke ich natürlich in die entgegengesetzte Richtung. Dies sei nur angemerkt, falls hier einige anfangen, etwas von „proamerikanisch“ zu schreien. Das war ich nie. Eine Weltdominanz der plutokratischen USA habe ich schon immer genauso abgelehnt wie den Weltbolschewismus. Trotzdem gebe ich zu, dass ich Reagan sympathisch fand. Schon deshalb, weil er vor seinem Einstieg in die Politik Schauspieler war, das hat wahrscheinlich mit meinem Hang zur Filmwelt und zur Schauspielerzunft zu tun, den ich schon von klein auf hatte. Über Reagan wurde damals in den BRD-Medien noch mehr gehetzt und gelästert als heute über Trump.

Flankiert wurde Reagans Politik naturgemäß durch Propagandafilme aus Hollywood. Sylvester Stallone und Chuck Norris sowie Michael Dudikoff standen für eine Flut von antikommunistischen Action- und Ballerfilmen, die damals die Kinos überschwemmten. „Den Rambo machen“ ist seitdem ein geflügeltes Wort. Gut gemacht war der Film „Die rote Flut“ von 1984. Vieles, was man darin sieht, wäre bei einer sowjetischen Invasion tatsächlich eingetreten. Dieser Film wurde jedoch in der BRD bald wieder aus den Kinos genommen und sogar indiziert, weil sogenannte „Friedensaktivisten“ in den Lichtspielhäusern Randale machten und Stinkbomben warfen. Seltsamerweise sind es genau dieselben Hirnis, die sich darüber auskotzen, dass die SA am Anfang der 1930er-Jahre die Aufführungen des Films „Im Westen nichts Neues“ mit weißen Mäusen sabotierte…

Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges in den 1980ern war jederzeit mit einem überraschenden Schlag des nach wie vor konventionell überlegenen Ostblocks zu rechnen.  Besonders Hessen wäre betroffen gewesen. In der NATO sprach man damals vom „Fulda Gap“, da das Gelände östlich von Fulda günstig für Panzer und einem damit verbundenen schnellen Vorstoß gewesen wäre. Die Stoßrichtung war Frankfurt/Main.

Erkenntnisse über Geheimaktivitäten während des Kalten Krieges

Soweit zum historischen Hintergrund. Ich will hier keine Polit-Abhandlung über die 1980er-Jahre schreiben. Aber vorab noch einige Fakten, die erst nach der Wende bekannt wurden und die zeigen, dass ich mit meinen Aktivitäten, auf die wir gleich zu sprechen kommen, damals gar nicht so falsch lag:

  1. Die NATO beziehungsweise die CIA hatte in verschiedenen westlichen Ländern Kader für den Aufbau einer Widerstandsbewegung im Falle einer Besetzung durch Truppen des Warschauer Paktes ausgebildet. Bekannt wurden diese Pläne unter den Namen „Stay Behind“ und „Gladio“.
  2. Die DKP unterhielt eine geheime Militärorganisation (MO). Vertrauensvolle Genossen der westdeutschen Kommunisten wurden in der damaligen DDR vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und der Nationalen Volksarmee (NVA) im Partisanenkampf ausgebildet, um im Spannungsfall auf dem Territorium der BRD Terror- und Sabotageakte zu verüben, Personen zu liquidieren und Gefangene zu befreien.
  3. Odfried Hepp, Insider der damals überschaubaren rechten Szene in der Alt-BRD, ging als Selbststeller zur MfS-Zentrale in der Ostberliner Normannenstraße und brachte die Stasi-Akten über den Nationalen Widerstand auf den aktuellen Stand.
  4. Es gab ernsthafte Planungen der DDR-Führung, noch im Jahre 1988 mit der 1. motorisierten Schützendivision der NVA, unterstützt von Einheiten der „Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland“ (GSSD), West-Berlin einzunehmen. Welche Folgen hätte das mit sich gebracht?
  5. Angehörige der Roten Armee Fraktion (RAF) fanden Unterschlupf in der DDR. Im Spannungsfall hätten diese Terroristen Sonderaufträge vom MfS im „Operationsgebiet Bundesrepublik“ erhalten.

Von all diesen Dingen hatte die Öffentlichkeit vor 1990 nichts gewusst!

Das, was ich hier jetzt berichte, wissen wenige Leute, im Prinzip nur diejenigen, die dabei waren. Bildlich gesprochen öffne ich nach 30 Jahren eine Geheimakte…

Den vollständigen Artikel gibt es in der Ausgabe 14 der N.S. Heute –
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