N.S. Heute Nr. 18, Leseprobe 1/3: Der Berg ruft! – Das Ulrichsberg-Gedenken in Kärnten

Das Ulrichsbergtreffen in Kärnten: Noch vor wenigen Jahrzehnten stellte es ein Großereignis dar, an dem nicht nur viele hundert Weltkriegsveteranen und deren Angehörige teilnahmen, sondern auch Politiker von allen drei großen österreichischen Parteien FPÖ, ÖVP und SPÖ. Seitdem die Kriegsgeneration als zu gewinnende Wählergruppe praktisch keine Bedeutung mehr hat, haben auch die Parteien das Interesse an der Gedenkveranstaltung auf dem Ulrichsberg schlagartig verloren. Heute ist es noch eine vergleichsweise kleine Gruppe von Idealisten, welche die Tradition des Ulrichsberg-Gedenkens weiterführt – doch diese ist entschlossen, die Fackel der Erinnerung weiter hochzuhalten und in die Zukunft zu tragen.

Der Ulrichsberg – mit seinen 1022 Höhenmetern ragt er aus dem geschichtsträchtigen Kärntnerland hervor. Auf seinem Gipfel ein 20 Meter messendes, metallenes Kreuz, das weithin in der Ebene, dem sogenannten „Klagenfurter Becken“, sichtbar ist – in unmittelbarer Nähe dazu eine verfallene Kirchenruine. An seinem Fuße ein kleines Dorf namens „Karnburg“, welches vermutlich sogar als Namensgeber des Landes Kärnten fungierte.

Einigen wanderfreudigen Kameradinnen und Kameraden wird die Bezeichnung einer der markantesten Felsformationen inmitten dieses südöstlichen Grenzlandes des Reiches vielleicht ein Begriff sein, denn der Ulrichsberg ist einer der vier großen Berge, die es beim traditionellen Vier-Berge-Lauf, der alljährlich am zweiten Freitag nach Ostern stattfindet, zu bezwingen gilt. Diese Kultwanderung schließt außerdem den Magdalensberg, den Veitsberg und den Lozenziberg mit ein, wobei der Ulrichsberg hier als „Sonnenaufgangsberg“ bezeichnet wird, denn mit dem Marsch wird der Lauf der Sonne vollzogen und in ihm spiegelt sich der Jahreslauf der vier Jahreszeiten wider. Diese vier genannten Berge werden von den Einheimischen auch als „heilige Keltenberge“ angesehen, was weit in die Vorgeschichte des ostmärkischen Alpengaues zurückgreift.

Ca. 300 Jahre vor unserer Zeitrechnung schlossen sich mehrere keltische und illyrische Stämme unter Führung der Noriker in der Region rund um diesen Bergzug zusammen und gründeten das keltische Königreich „Noricum“, welches im Verlauf der Geschichte eine Provinz des Römischen Imperiums wurde. Auf dem Ulrichsberg selbst finden sich heutzutage noch Zeugnisse dieser vergangenen Epoche in Form von alten Ruinen. Wir sehen also, der Ulrichsberg stellt nicht nur irgendeinen Berg für die Kärntner dar, sondern war bereits in Vorzeiten von wichtiger Bedeutung für die Region. Dies wird wohl auch einer der Gründe dafür gewesen sein, dass man die bereits oben erwähnte, dem Kirchenheiligen Ulrich von Augsburg zu Ehren errichtete Kirche auf der Kuppe des Ulrichsberges aus dem 15. Jahrhundert, welche im Jahr 1786 von einem Blitz getroffen und im Anschluss dem Verfall preisgegeben wurde (und die nunmehr eine Ruine darstellt), als Stätte des Gedenkens erwählt hat.

Denn diese Ruine gehört zur Heimkehrergedenkstätte, die 1958 auf dem Gipfel des Berges durch die Ulrichsberggemeinschaft eingerichtet wurde. Ihre Innenwände säumen mittlerweile zig Gedenktafeln, welche an die gefallenen Soldaten und Opfer der Weltkriege sowie an die Toten des Kärntner Abwehrkampfes erinnern. Einige Meter neben dieser Stätte errichtete die Gemeinschaft im selben Jahr ein großes Gedenkkreuz, das sogenannte „Heimkehrerkreuz“, welches an die zurückgekehrten Soldaten der letzten Kriege erinnert. Am Sockel dieses Kreuzes brachte man 1994 zwei zusätzliche Tafeln mit einer Inschrift an, auf denen das Vaterland zur Wahrung des Vermächtnisses der Heimgekehrten gemahnt wird.

Seit dem Jahr, da diese Erinnerungsstätte auf dem Ulrichsberg errichtet wurde, findet zum Beginn der Herbstzeit die Gedenkfeier der Gemeinschaft auf dem Berg statt, mit wenigen Ausnahmen in neuerer Zeit, als man zum Beispiel auf den nahegelegenen Königstuhl in der Ebene des Zollfeldes beziehungsweise das Konzerthaus in Klagenfurt auswich. Mittlerweile ist der Berg, welcher sich derzeit im Privatbesitz einer ehemaligen Adelsfamilie befindet, wieder frei zugänglich, und so wird auch die jährliche Gedenkfeier wieder auf dem Berg abgehalten.

Die Ulrichsberggemeinschaft

So entschlossen auch wir uns, wie schon in vergangenen Jahren, mit einer kleinen Reisegruppe die weite Fahrt aus dem Norden des Reiches bis in die Alpengaue anzutreten, um am diesjährigen Gedenken auf dem Ulrichsberg teilzunehmen, welches an einem Sonnabend stattfinden sollte. Bereits einen Tag zuvor, am Freitagabend, wurde zum geselligen Kameradschaftsabend im Hotel Rosenheim in Krumpendorf am Wörthersee geladen. Dieser Ort ist nicht rein zufällig gewählt worden, denn hier fanden seit jeher die Kameradschaftsabende mit den altgedienten Kriegsveteranen der Ulrichsberggemeinschaft statt.

„Ulrichsberggemeinschaft“ – diesen Namen gab sich damals, zur Gründung am 1. Juni 1953, der ostmärkische Traditionsverband mit Sitz in Klagenfurt, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Pflege der Heimkehrergedenkstätte auf dem Ulrichsberg und in Klagenfurt sowie jährliche Treffen von Kriegsveteranen und Angehörigen zu organisieren. Diesem Verein gehörten neben zahlreichen Veteranen der Wehrmacht und der Waffen-SS auch hochrangige Politiker des Landes an, sowie zahlreiche Unterstützer, welche selbst nicht am Krieg teilgenommen hatten. Damals traf sich zu den Veranstaltungen der Gemeinschaft so ziemlich alles, was Rang und Namen hatte, so auch zum Beispiel Sepp Dietrich, Hans-Ulrich Rudel oder Joachim Peiper. Doch auch die spätere Teilnahme des damaligen FPÖ-Landesobmannes Jörg Haider sorgte für Aufsehen, als er in einer Festrede den ehemaligen Soldaten des Zweiten Weltkrieges seine Anerkennung mit den Worten aussprach: „Es ist gut, dass es in dieser Welt einfach noch anständige Menschen gibt, die einen Charakter haben, die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen und ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben sind.“

So verbrachten wir den ersten Abend unter den bereits angereisten Kameradinnen und Kameraden bei sehr gemütlicher Atmosphäre in einer, man darf ruhig schon behaupten, geschichtsträchtigen Lokalität. Wir entschlossen uns jedoch, trotz aller Behaglichkeit unter guten Freunden und guter Bewirtung, nicht allzu spät die Fahrt in unser Nachtquartier anzutreten, denn für den kommenden Tag erwartete uns ein ausgefülltes Rahmenprogramm, wie der diesjährige Veranstalter des Gedenkens, Nils L., uns ankündigte. Am nächsten Morgen versammelten sich die Teilnehmer des vorangegangenen geselligen Abends sowie weitere angereiste Kameradinnen und Kameraden alle pünktlich um 10 Uhr am Treffpunkt, von dem aus wir uns in einer Autokolonne auf zum Ulrichsberg machten.

Über die Jahrzehnte des Bestehens der Ulrichsberggemeinschaft fand die Veranstaltung Unterstützung durch den österreichischen Staat sowie zahlreichen Einzelpersonen aus Politik und Wirtschaft, das Bundesheer, Landsmannschaften und so weiter. So wurden zeitweise Teilnehmerzahlen von bis zu mehreren hundert Besuchern auf dem Ulrichsberg gezählt, deren Zahl aber mit der Brandmarkung des Ulrichsberg-Gedenkens durch die Politik als „politisch zu weit rechts“ stehend und dem Versagen der Unterstützung durch das Bundesheer Jahr für Jahr abnahm, sodass es im Jahr 2009 infolgedessen nicht zur jährlichen Gedenkfeier der Ulrichsberggemeinschaft kam. Mittlerweile ist die Situation durch den Austritt und den Tod vieler Mitglieder und alter Kameraden nicht einfacher geworden, doch es wird schon darüber beraten, wie das Ulrichsberg-Gedenken in der Zukunft gestaltet werden soll, damit diese einzigartige Gedenkstätte auf dem Ulrichsberg erhalten bleibt und vor allem auch in ihrem ursprünglichen Sinne weiterhin genutzt wird…

Den vollständigen Artikel gibt es in der Ausgabe Nr. 18 der N.S. Heute –
Erscheint Ende November 2019!

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