N.S. Heute Nr. 18, Leseprobe 3/3: Ein bemerkenswertes Kapitel der jüngeren Bewegungsgeschichte – 1. Mai 2008: Die Schlacht von Hamburg-Barmbek

von Michael Brück

Wenn eine nationale Demonstration im Nachgang einen eigenen Wikipedia-Artikel erhält, dann muss es wirklich ein denkwürdiges Ereignis gewesen sein. Und ja, das war der 1. Mai 2008 mit Sicherheit! Es war ein Tag, wie ihn die nationale Bewegung in diesem Jahrtausend wohl noch nicht erlebt hatte: Eine Mischung aus polizeilichem Komplettversagen, sehr starken und militanten Gegenprotesten sowie der massiven Gegenwehr überwiegend Autonomer Nationalisten. Das alles hat Hamburg ein Ereignis beschert, über das der damalige Polizei-Einsatzleiter Peter Born in einem Zeitungsartikel seinerzeit mitteilte: „Die Polizei musste sich dazwischenschmeißen, sonst hätte es sicher Tote gegeben“.  – Ich denke, diese Einschätzung trifft rückblickend zu.

Der 1. Mai 2008 in Hamburg-Barmbek war die Konfrontation einer der militantesten Antifa-Szenen Deutschlands mit dem rechten Phänomen der „Autonomen Nationalisten“ in ihrer Hochphase. Sicherlich, es sprengt den Rahmen dieses Artikels, über das Für und Wider der AN zu diskutieren, ich selbst war in jungen Jahren „dabei“ und habe diesen Trend voller Überzeugung mitgemacht, später wahrscheinlich auch mitgestaltet. Wie jede politisch-kulturelle Entwicklung, hatte aber auch das Phänomen der AN irgendwann ihren Höhepunkt erreicht, und spätestens ab 2011/12 konnte diese Epoche als beendet angesehen werden. Viele, die damals die Reihen der Autonomen Nationalisten säumten, haben sich später in das bürgerliche Leben verabschiedet, einige wenige sind nach „linksaußen“ gewechselt und immerhin ein nicht unerheblicher Anteil ist heute in verschiedenen politischen Formationen des „rechten Lagers“ aktiv. In den drei Parteien des nationalen Spektrums – NPD, DIE RECHTE und III. Weg – finden sich einige dieser Protagonisten, und wahrscheinlich hat die Phase der AN auch ein Stückweit zum Reifeprozess beigetragen.

Doch zurück nach Hamburg, wo sich seinerzeit rund 1.500 Nationalisten einfanden – wesentlich mehr als die Polizei erwartet hatte, was auch einen der Gründe darstellte, weshalb der gesamte Polizeieinsatz schließlich in einem vollständigen Chaos endete…

Die legendäre Eroberung des Baustellengeländes

Für mich persönlich begann der Tag gegen 7 Uhr morgens in einem vier Reisebusse umfassenden Konvoi, der aus Dortmund in Richtung Hamburg fuhr. Auf der Strecke trafen wir auf zwei weitere Busse von Kameraden aus Ostwestfalen, mit denen wir gemeinsam in Hamburg einfuhren. Wie ich Jahre später erfahren habe, gab es ein Kommunikationsproblem zwischen unserer Reiseleitung und dem Veranstalter der Demonstration, den Kameraden um die NPD Hamburg (damals noch von Jürgen Rieger angeführt), sodass unsere Busse letztendlich fehlgeleitet wurden und irgendwann im Stadtteil Barmbek an einem Punkt ankamen, an dem es hieß: „Alle raus, weiter kommen wir nicht mehr!“ – Nun, es kommt selten vor, dass es direkt vom Ausstieg aus dem Bus in die Konfrontation übergeht, doch der zweite oder dritte Kamerad, der unseren Bus verlassen hatte, schickte bereits mit einem Notsignalgeber eine Leuchtrakete in Richtung des (vermuteten) Gegenprotestes, der letztendlich aber doch noch weiter von uns entfernt war als gedacht.

Mit den rund 300 Businsassen, denen sich recht schnell weitere, versprengte Pkw-Anreisegruppen anschlossen, zogen wir einige hundert Meter in Richtung des Demotreffpunktes. Schnell merkten wir: Hier herrscht das blanke Chaos! Aus nahezu allen Himmelsrichtungen stieg Rauch auf, hinter dem Volkspark brannte sogar ein ganzes Reifenlager, die Polizei hatte völlig die Orientierung verloren und eine räumliche Trennung der politischen Lager gab es nicht. Wie ich persönlich erst später erfahren habe, hatte das Oberverwaltungsgericht am Vorabend des 1. Mai 2008, der übrigens ein Donnerstag war, sowohl die räumliche Trennung als auch das Glasflaschenverbot auf der Gegendemo aufgehoben. Kritiker aus Sicherheitskreisen sahen darin später einen maßgeblichen Grund für die Eskalation an diesem Tag. Jedenfalls wurde die Spontandemo noch vor Erreichen des „offiziellen“ Treffpunktes von der Polizei gestoppt, in einer mit Bauzäunen eingegrenzten Straße, auf deren linker Seite sich eine Kleingartenanlage befand und auf der rechten eine große Baustellenfläche, dahinter angrenzend der Hamburger Volkspark.

Während die Polizei noch einige Wege prüfte, um die festgesetzten, zu diesem Zeitpunkt wohl gut 400 Nationalisten zum Demotreffpunkt zu bringen, tauchte plötzlich eine große Gruppe Antifaschisten in einigem Abstand auf dem Baustellengelände auf. In Sekundenschnelle waren die Bauzäune aus der Verankerung gerissen und etwa 200 Kameraden stürmten dem politischen Gegner entgegen, der die Beine in die Hand nahm und sich in den Volkspark zurückzog. Einige Antifa- und System-Journalisten wurden auf dem Baustellengelände von einem Sandhügel vertrieben, auf dem sie sich positioniert hatten, ein Kamerad erklomm die Spitze des Hügels und schwenkte von dort aus unter dem Jubel der übrigen Teilnehmer die schwarz-weiß-rote Fahne. – Eins zu null für uns, aber leider sollte die Führung nicht lange halten, denn während sich ein Großteil der Kameraden wieder in Richtung Straße zurückzog und eine kleine Gruppe versuchte, in den Volkspark nachzusetzen, erkannte der politische Gegner die Situation, ging zum Gegenangriff über und war plötzlich zahlenmäßig deutlich überlegen. Nur durch Glück (und mit einigen Blessuren durch Steinwürfe sowie durch direkten Nahkampf) gelang es den etwa 20-30 Kameraden, die noch in Richtung Volkspark unterwegs waren, sich zum Ort der polizeilichen Festsetzung zurückzuziehen. Die Polizei war von dieser Eskalation völlig überrascht und beschränkte sich darauf, das Nachrücken der übrigen Nationalisten zu unterbinden; das Baustellengelände wurde von den Beamten nicht betreten und die Kontrahenten wurden sich selbst überlassen.

Bevor es irgendwann für die 400er-Gruppe zum Demotreffpunkt ging (ja, die Polizei setzte das tatsächlich noch durch!), gab es noch ein weiteres Scharmützel, dieses Mal in der Kleingartenanlage, aus der eine etwa 20-30 Mann starke Antifa-Gruppe Gegenstände in die wartende Gruppe der Kameraden warf. Unverzüglich nahm eine etwa ebenso große Gruppe von Nationalisten die Verfolgung auf, mitten durch die Gartenanlage, in der sich der deutsche Spießbürger seinen Feiertag beim Grillen um die Ohren schlug (der Vatertag fiel 2008 übrigens ebenfalls auf den 1. Mai) und sichtlich schockiert das Treiben beobachtete. Letztendlich beendete massiver Pfeffersprayeinsatz einer BFE-Einheit das Geplänkel auf den schmalen Wegen der Kleingartenanlage und beide Seiten zogen sich zurück. Mit genügend Polizeikräften wären wahrscheinlich beide Lager zunächst festgesetzt und polizeilichen Maßnahmen unterzogen worden, doch wie so oft an diesem Tag, beschränkte sich die Polizei darauf, die Auseinandersetzungen zu unterbinden (sofern ihr das überhaupt möglich war).

Der Nationale Widerstand kämpft sich durch Barmbek

Am frühen Nahmittag setzte sich schließlich der Demonstrationszug mit 1.500 Nationalisten vom S-Bahnhof „Alte Wöhr“ aus in Bewegung. Relativ in der Mitte des Aufzuges befand sich zu Beginn der „Schwarze Block“ der Autonomen Nationalisten, der im späteren Verlauf an die Spitze des Zuges voranstürmen sollte. Ansonsten war der Aufzug eine Art Slalomlauf, überall brannten Müllcontainer und Sperrmüll, an jeder Straßenkreuzung flogen Gegenstände, immer wieder lösten sich Gruppen, um sich Angriffen militanter Linksautonomer zu erwehren. Während dieser, im wahrsten Sinne des Wortes kämpferischen Demonstration, wurde bekannt, dass alle sechs Reisebusse aus Nordrhein-Westfalen „entglast“ wurden und für die Rückfahrt nicht mehr zur Verfügung standen, außerdem standen ein Minibus sowie rund ein halbes Dutzend Pkws von Versammlungsteilnehmern, ein Polizeifahrzeug und der neue Mercedes eines Bildzeitungs-Journalisten lichterloh in Flammen. Der linke Mob war über die Fahrzeuge hergefallen und konnte sich austoben, die Polizei war erst beim Eintreffen der Feuerwehr vor Ort und war natürlich, wie eben überall an diesem Tag, vollkommen überfordert. Der Umstand, dass über 300 Demonstranten nun den weiten Weg nach NRW per Zug antreten müssten, sollte daran nichts ändern, im Gegenteil…

Den vollständigen Artikel gibt es in der Ausgabe Nr. 18 der N.S. Heute –
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