Vorstellung der politischen Gefangenen (4): Sylvia Stolz

Die in München geborene Sylvia Stolz ist neben Ursula Haverbeck die zweite Große Dame des deutschen Revisionismus. Die engagierte Tierschützerin und studierte Rechtswissenschaftlerin wurde Anfang der 2000er-Jahre durch ihr Engagement als Verteidigerin in politischen Prozessen bekannt, unter anderem vertrat sie Horst Mahler, Germar Rudolf und Dr. Rigolf Hennig. Für besonderes Aufsehen bei Freund und Feind sorgte sie ab November 2005 als Verteidigerin des mittlerweile verstorbenen Revisionisten Ernst Zündel bei dessen Prozess vor dem Landgericht Mannheim. Aufgrund ihrer offensiven und provokanten Verteidigungsstrategie wurde die unbequeme Juristin im März 2006 vom Prozess ausgeschlossen, da sie ihre Aufgabe als Strafverteidigerin „missbraucht“ habe. Als sie am folgenden Verhandlungstag dennoch auf der Verteidigerbank Platz nahm, wurde sie von Polizisten gewaltsam aus dem Gerichtssaal entfernt.

Als weitere Folge ihres Verteidigungsverhaltens wurde Stolz schließlich selbst der Prozess gemacht: Am 14. Januar 2008 verurteilte das LG Mannheim die nationale Dissidentin wegen „Volksverhetzung“ und anderen Delikten zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren und sprach ein fünfjähriges Berufsverbot als Rechtsanwältin aus. Nach erfolgreicher Revision und erneuter Berufungsverhandlung wurde das Urteil auf drei Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe geringfügig abgemildert. Stolz verbüßte die Strafe vollständig und wurde im April 2011 aus der Haft entlassen, zwischenzeitlich hatte die Münchener Anwaltskammer ihre Rechtsanwaltszulassung für acht Jahre entzogen.

Im Februar 2015 fand sich die Regimekritikerin erneut auf der Anklagebank wieder, diesmal vor dem Landgericht München. Hintergrund war eine von ihr gehaltene Rede zum Thema „Sprechverbot – Beweisverbot – Verteidigungsverbot“ auf der „Anti-Zensur-Koalition“ des bekannten Schweizer Friedensaktivisten Ivo Sasek. Für diese Rede wurde Stolz im Februar 2018 wegen „Volksverhetzung“ zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Seit Mai 2019 verbüßt die unbeugsame Juristin die Strafe in der JVA Aichach.

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