N.S. Heute Nr. 20/21, Leseprobe 1/3: „Fußball ist Fußball, Politik bleibt Politik“? – Wie Linke die Kurven eroberten und Rechte zu Zaungästen wurden

von Michael Brück

„Fußball ist Fußball und Politik bleibt Politik“, so sang es Anfang der 2000er-Jahre die Bremer Band Kategorie C. Hatte der Spruch bis zu dieser Zeit noch eine gewisse Berechtigung, so begann spätestens damals aber auch eine Entwicklung, deren Auswirkungen sich für viele erst 10 bis 15 Jahre später zeigten: die Übernahme der Fankurven durch Linksextremisten. Schritt für Schritt, geduldig, aber zielstrebig.

In Bremen, wo in den 90ern noch Endstufe im Ostkurvensaal des Weserstadions spielte und die Fanszene traditionell als rechtsoffen galt, wehen heute zahlreiche Antifa-Fahnen. Große Banner mit „Ultras gegen Rassismus“ schmücken bei jedem Spiel die Ostkurve, Dutzende Spruchbänder mobilisieren zu linken Demonstrationen, beleidigen AfD-Politiker oder beziehen sich in politischer Form gegen nicht-linksextreme Fans gegnerischer Vereine. Durchtrainierte Hooligans mit rechtem Einschlag sind längst Gruppen wie „Infamos Youth“ oder „Caillera“ gewichen, deren Köpfe Studenten der Sozialwissenschaften sind oder die es sich schon im schier endlosen Feld der sozialen Arbeit auf Kosten des Steuerzahlers gemütlich gemacht haben. Die Politik aus dem Asta hat sich ins Stadion verlagert, die Themen sind geblieben. Der Fall Bremen zeigt, wie Linksextremisten erfolgreich den deutschen Profifußball gekapert haben und Vereine, zu deren Spielen zehntausende Menschen kommen, zumindest in der Außenwirkung (und oft auch im Binnenverhältnis) dominieren.

(…) Dortmund: Innenansichten einer gescheiterten linken Übernahme

Natürlich verlaufen diese Entwicklungen nicht ohne Schützenhilfe: Der DFB hat gezielt Fanprojekte angesiedelt, um rechten Tendenzen entgegenzusteuern. Diese Fanprojekte geben sich teilweise sogar betont unpolitisch, stärken aber linke und anti-rechte Ultragruppen. In Dortmund brüstet sich das Fanprojekt beispielsweise bis heute, die in den 80er- und 90er-Jahren aktive Borussenfront verdrängt zu haben. Begonnen hatte dieser „Verdrängungsprozess“ mit kollegialen Gesprächen durch die damaligen Fanprojekt-Mitarbeiter, die in freundschaftlicher Atmosphäre geführt wurden. Die Adressaten nahmen das Fanprojekt teils nicht einmal als Bedrohung wahr und empfanden das „gute Zureden“, doch endlich die Betätigung in der Borussenfront aufzugeben, die nichts als Ärger mit sich bringe, eher als väterlichen Ratschlag denn als gezieltes Abwerben. Wenn auch nicht über Nacht, ist diese Taktik im Laufe der Zeit aufgegangen.

Um in der schönen Westfalenmetropole zu bleiben, ist Borussia Dortmund aber auch ein Beispiel, wie es gelingen kann, einen eingeschlagenen Linkstrend zu stoppen. Genauer gesagt haben sich in Dortmund die Antifaschisten selbst gestoppt, weil sie die Machtfrage zu schnell stellen wollten und das Umfeld –  trotz aller Versuche der BVB-Führung, den Weg zu ebnen – noch nicht bereit gewesen war. Während die Fanszene von Borussia Dortmund bis etwa in das Jahr 2010 eher rechtsgeprägt war und teils Überschneidungen mit den aktiven politischen Strukturen rund um den mittlerweile verbotenen „Nationalen Widerstand Dortmund“ (NWDO) aufwies, setzte spätestens ab 2012 eine massive Welle anti-rechter Stimmungsmache ein, die vom Verein sowie von einer antifaschistischen Fangruppe, die eigens dafür gegründet worden war, sowie von Teilen der großen Ultragruppen „The Unity“ (TU) und „Jubos“, betrieben wurde. Die dritte große Ultragruppe, „Desperados“, die in den Jahren zuvor als mindestens rechtsoffen galt, ignorierte zu dieser Zeit den politischen Umschwung in der Kurve. Später setzte sich in Teilen der Gruppe ein Umdenken durch, und es gab sogar eine Annäherung an die eher linksgerichteten Ultragruppierungen.

So störte es zunächst nur wenige, dass auf der Südtribüne fast wöchentlich linksextreme Banner zu sehen waren. Es wurde aufgerufen, „Nazis zu enttarnen und zu bekämpfen“, Jubos und TU provozierten immer wieder mit Spruchbändern in Richtung der Partei DIE RECHTE. Wer als bekannter Rechter zu dieser Zeit im Stadion unterwegs war, musste mit körperlichen Übergriffen durch große Gruppen an Ultras rechnen, es kam auch im Stadtgebiet immer wieder zu Konfrontationen mit unterschiedlichem Ausgang. Letztendlich war es dieser eskalierte politische Konflikt, der in Dortmund dazu führte, dass nicht-linke Fußballfans, die ebenfalls aus der Fanszene stammten und als eine Art Wortführer der Kurve auftreten konnten, klare Ansagen in Richtung der linken Agitatoren machten, die daraufhin zum Teil sogar ihre eigenen Ultragruppen verließen.

Mittlerweile sind politische Aussagen aus der Fanszene selbst auf der Südtribüne nicht mehr zu finden, auch die Konfrontationen zwischen Aktivisten der Partei DIE RECHTE und deren Umfeld auf der einen sowie Ultragruppen des BVB auf der anderen Seite finden nicht mehr statt. Die Fanszene des BVB ist zwar in den letzten Jahren nicht weiter „nach rechts“ gewandert (auch, wenn manche Journalisten das gerne behaupten, um die „Gefahr von rechts“ zu dramatisieren), doch zumindest haben Selbstreinigungskräfte innerhalb der Fanszene den Linksruck beendet. Ähnliche Beispiele gab es in der Vergangenheit auch in Aachen und Braunschweig. Zuletzt setzten die Selbstreinigungskräfte 2018/19 innerhalb der Fanszene von Hannover 96 ein, wo antifaschistische Ultras (sogar mit Unterstützung von Ultras des Rivalen Werder Bremen) die Machtfrage stellten und scheiterten…

Den vollständigen Artikel gibt es in der Ausgabe Nr. 20/21 der N.S. Heute –
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1 Kommentar

  1. Meinen Dank für diese wieder sehr starke Doppelausgabe der N.S. Heute. Der Inhalt baut selbst einen etwas älteren Deutschen richtig auf. Ihr macht mit eurer Arbeit Mut und Hoffnung auf ein Morgen im Licht der Wahrheit. Das System kann uns nichts anhaben, wenn es Kameraden gibt, die an die guten Werte glauben.

    Manuel Wagner

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