Besprechungen #93: Arne Schimmer – Der Panzersprenger von Karl-Marx-Stadt. Josef Kneifel. Die Biografie

Auf 205 Seiten im Softcover lesen wir hier die Geschichte eines deutschen Helden: Josef Kneifel. Er hat‘s gewagt! Kneifel verübte in Karl-Marx-Stadt (das heutige Chemnitz) das einzige Sprengstoff-Attentat, das die DDR jemals gesehen hat, und zwar auf ein sowjetisches Panzerdenkmal, welches seinerzeit als martialisches und einschüchterndes Bauwerk bei der Bevölkerung sehr verhasst war.

Als glühender Regimegegner und Dissident wollte Josef Kneifel ein Zeichen setzen gegen die Unterdrückung und Gehirnwäsche im „real existierenden Sozialismus“. Arne Schimmer beschert uns eine spannende Biografie von der Kindheit bis zum Freitod Kneifels im Jahr 2020 mit eindrucksvollen Worten.

Innerhalb von vier Tagen habe ich die Biografie gelesen und mich jeden Tag auf das Lesen gefreut. Die Person Kneifel wird politisch und emotional erfassbar. So teilen die Leser die Schreckensszenarien der politischen Haft in Bautzen mit all ihren Martyrien. Der Leser ist mittendrin statt nur dabei, es läuft einem eiskalt den Rücken runter, wenn man liest, was Kneifel im Stasi-Knast alles durchmachen musste und was er dort erlitten hat. Da ist jede politische Haft in der BRD ein Kindergeburtstag gegen.

Arne Schimmers Kenntnisse zum Thema Stalinismus, Kommunismus und DDR-Geschichte sind beeindruckend. Mit einfachen Worten erklärt Schimmer historische Zusammenhänge und wie diese auf Kneifel gewirkt haben müssen, und was den Panzersprenger letztlich zu seiner heroischen Tat bewog, die heute so wenig Beachtung erfährt.

Das Buch enthält viele Fotos aus Kneifels Privatarchiv, sowie viele Zitate des Helden aus Karl-Marx-Stadt/Chemnitz. Teilweise stammen die Zitate aus Interviews sowie aus Vorträgen und Buchbeiträgen Kneifels. Das Nachwort zum Buch hat der Chemnitzer Rechtsanwalt Martin Kohlmann geschrieben, der den Panzersprenger persönlich kannte.

Mit Josef Kneifel hatte die DDR einen echten Gegner gefunden – oder wie es selbst der „Spiegel“ einräumen musste: „Einen Gegner wie Josef Kneifel hatte die DDR nur einmal.“ Kaum jemand konnte der DDR so einen Imageschaden bei den Russen zufügen, wie er es geschafft hat. Monatelang tappten die Schergen im Dunkeln auf der Suche nach dem Täter. Schade, dass Kneifel nicht noch mehr T34-Panzer beschädigt oder ganz weggesprengt hat!

Auch wird in der Biografie Josef Kneifels Verhältnis zur BRD thematisiert: Einige Erscheinungsformen empfand er als totalitär und deklarierte sie als noch verlogener als die DDR es gewesen sei. Kneifel verlor schnell den Glauben an die hoch gepriesene Freiheit des Westens und wurde auch „drüben“ zum Gegner des Staates.

Dieses Buch im schicken kleinen Sonderformat mit großer Schrift, was gerade auch für Brillenträger ganz angenehm ist, gehört in absolut jede Schulbibliothek. Es sollte Werke wie „Die Welle“ oder „Schindlers Liste“ verdrängen und von der breiten Masse gelesen werden. Im Allgemeinen wird zu wenig im Geschichtsunterricht thematisiert, wie viele Opfer der DDR-Kommunismus eigentlich hatte. Es kann gar nicht oft genug betont werden, was der Kommunismus/Bolschewismus für schlimme Schreckensherrschaften mit dutzenden Millionen Toten hervorgebracht hat! Das Buch gibt es unter anderem im Programm des Sturmzeichen-Verlages. Es kostet 18 € und ist gewiss jeden Cent wert. Das Buch gehört in jeden weltanschaulich geprägten Haushalt!

Erstveröffentlichung in Nationaler Sozialismus Heute #52

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