Der reaktionäre Pfeffersack – Ein ewiger Hemmschuh der nationalen Opposition

Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich zu diesem Thema etwas schreiben soll.

In den Jahrzehnten meiner politischen Tätigkeit habe ich es immer als meine Aufgabe gesehen, verbindende Dinge zwischen den unterschiedlichen Strömungen im Nationalen Widerstand herauszuheben und keine trennenden. Wenn ich mir irgendetwas nicht nachsagen lassen wollte, dann war dies der Vorwurf der Spalterei.

Durch einige gravierende Vorfälle der letzten Zeit, hervorgerufen durch reaktionäre Kräfte, möchte ich mit dieser mir selbst auferlegten Maßgabe brechen und eine Problematik ansprechen, welche die nationale Opposition nicht nur in den letzten Jahrzehnten, sondern bestimmt schon seit über 100 Jahren ausbremst.

Stein des Anstoßes war der Eklat um den intriganten Ausschluss des Sturmzeichen-Verlages und des Klosterhaus-Verlages von der Buchmesse in Halle.

Orchestriert von eben solchen intriganten Pfeffersäcken, welche sich seit Jahrzehnten überall dort im Nationalen Widerstand breitmachen, wo sie die Möglichkeit sehen, das zu generieren, zu dem sie in der freien Wirtschaft selbst in diesem abgehalfterten System nicht in der Lage sind, nämlich Geld zu raffen.

Ob mit einem Bauchladen voller fragwürdiger Pamphlete, kitschigem Merchandise dazu oder mit einem Parteiposten – es geht ihnen immer nur um den persönlichen Vorteil, niemals um Gemeinnutz für die Bewegung, auch wenn sie Letzteres natürlich stets im Munde führen, wie die Vertreter der Altparteien.

Aber wer genau sind diese Menschen?

Um die Frage zu beleuchten, mit welcher Spezies wir es hier zu tun haben, müssen wir gedanklich zurückgehen in unsere Jugend, unsere Schulzeit. Da war dieser eine Typ in der Klasse, manchmal auch zwei, die einfach nicht in die Gemeinschaft passten, in jeder Beziehung. In der Regel saß dieser Typ brav auf seinem Platz und redete dem Lehrer das Wort. Schleimen nach oben und treten nach unten und zur Seite war für ihn der Lebensweg, denn seine Leistungen alleine reichten nicht aus, also musste sich eingeschmeichelt werden, um Ziele zu erreichen.

Das Wohlwollen der Obrigkeit, damals in der Schule eben der Lehrer, war stets sein höchstes Ziel, weil er einerseits ein Feigling war, aber andererseits gerissen genug, um zu erkennen, dass von oben Hilfe kam, wenn es eng wurde. Sein Kleidungsstil war meist unmodern bieder, nicht altersgerecht, niemals modisch oder gar rebellisch. Eben stillos wie sein ganzes Dasein, was ihn aber nicht daran hinderte, in völliger Selbstüberschätzung über andere abzuschmutzen.

In der Pause stand er abseits und aß das von Mama geschmierte Butterbrot, Anschluss fand er selten, und das andere Geschlecht machte meist einen Bogen um ihn. Wenn es zu Raufereien kam, betonte er stets inbrünstig, dass Gewalt jeglicher Art unter seinem Niveau wäre.

In Wirklichkeit hatte er nur Angst, sich eine blutige Nase zu holen. Angst vor nonverbalen Konfliktlösungen prägt übrigens sein ganzes Leben. Kurzum, ein langweiliger Mensch, der schon als Jugendlicher nach Rentnerscheiße stank.

An sich alles noch zu verkraften, wenn da nicht seine widerwärtige Art gewesen wäre, sich Aufmerksamkeit und vermeintliche Vorteile dadurch zu verschaffen, andere irgendwo anzuschwärzen oder sonst wie verächtlich zu machen. Egal was in der Schule passiert ist, ob bei der Klassenarbeit geschummelt, auf dem Schulklo geraucht oder auf dem Nachhauseweg gerauft wurde, der Typ hat es verpetzt.

Sein Verhalten führte natürlich zu dem einen oder anderen körperlichen Verweis durch betroffene Mitschüler. Nicht selten gab es in der 5-Minuten-Pause etwas mit dem 30-Zentimeter-Holzlineal hinter die Ohren. Dies wurde natürlich sofort verpetzt, was seinen Status in der Klassengemeinschaft nicht verbesserte, aber ihm zumindest Ruhe verschaffte, weil die Betroffenen die Konsequenzen durch die Lehrer fürchteten.

Im Erwachsenenalter und späteren Berufsleben war der Typ meist nicht sonderlich erfolgreich.

Während er in der Schule von einigen Lehrern wegen seines Verhaltens noch als Informationsquelle genutzt wurde, rechtfertigte dies natürlich in einem auf Verdienst ausgerichteten Betrieb nicht seine Anwesenheit. Vielmehr vergiftete sein Verhalten das Betriebsklima, weshalb er nicht selten in ein Einzelbüro zur Buchhaltung versetzt wurde – wenn er Glück hatte. Oft ist dieser Typ Mensch aber im Erwachsenenalter aufgrund seiner Dissozialität beruflich gescheitert, zumindest dort, wo Teamfähigkeit gefragt war.

Wo er mit seiner spießigen Blockwartmentalität natürlich hervorragende Karrierechancen hat, ist im Beamtenapparat des Regimes oder eben in einer Systempartei, dort ist er häufig anzutreffen. Sollte es aber nicht für eine Systempartei reichen, und das ist der Knackpunkt, finden wir ihn auch in kleinen Parteien oder in unserer Bewegung, denn hier kann er seinen Geltungsdrang ausleben.

Gerade die nationale Opposition hat manchmal die große Schwäche, solche Gestalten nicht früh genug zu erkennen, und sie dann zu dulden.

In der nationalen Bewegung

Was den Typ in unsere Reihen treibt, sind zwei Dinge:

Zum einen ist es ein soziales Gefüge, das er sonst nicht findet, zum anderen schlicht und ergreifend Verdienstmöglichkeiten.

Während er zum Ersten aufgrund seiner Persönlichkeit selten Zugang findet, giert er dann um so stärker nach dem Zweiten, dem Geld. Hat er innerhalb der Bewegung eine Geldquelle für sich erschlossen, dann verteidigt er diese rücksichtslos.

Je intelligenter, oder besser gesagt gerissener er ist, desto gefährlicher wird er dabei, denn soziale Regungen, Empathie und Kameradschaft sind ihm weitestgehend fremd. Ob es nun ein Sitz in einem Parlament ist, ein Angestelltenverhältnis bei einer Partei oder eine selbständige Tätigkeit innerhalb der Bewegung – was für andere Aktivisten der Kamerad ist, ist für ihn ein Konkurrent.

Er verfügt über keinerlei soziale Kompetenz. Selbst wenn es ihm nicht gelingt, aus der Bewegung finanziellen Vorteil zu schlagen, so zwingt ihn seine narzisstische Persönlichkeit dazu, andere schlecht zu machen, um sich dadurch vermeintlich selbst zu erhöhen und besser darzustellen.

Zur Durchsetzung seiner Ziele beginnt er meist mit stiller und leiser Wühlarbeit. Er sammelt Informationen und schart ihm meist unterlegene Gleichgesinnte um sich, welche aber stets ihn als Rädelsführer anzuerkennen haben. Da er direkten, offenen Auseinandersetzungen aus dem Weg geht, weil er Niederlagen fürchtet, beruft er sich stets auf Dinge, welche er als unumstößlich ansieht, die ihm selbst Halt geben, an denen er sich festklammern, hinter denen er sich verstecken kann

Die Verfassung, das Grundgesetz, Demokratie usw… Spießerpositionen aus der Mottenkiste der Geschichte sind etwas, dass ihm Sicherheit und Deckung gibt und die er propagiert, weil er sie als Schutzschirm für sein Handeln sieht. Was in der Schule der Lehrer war, das sind als Erwachsenen für ihn der Staat und seine Organe.

Seinen größten Feind sieht er im revolutionären Tatmenschen, der dieses System hinterfragt. Der Tatmensch, der Aktivist, der mit lauter und radikaler Propaganda die Menschen wachrüttelt, ist sein erbittertster Gegner, denn ihn sieht er als Gefahr für sein Geschäft.

Wer in der nationalen Bewegung ein Geschäft aufgebaut hat und von der Bewegung lebt, der ist, wenn er dieses Geschäft über die politischen Ziele stellt, stets darum bemüht, den Status quo aufrecht zu erhalten. In größeren Veränderungen sieht er für sich und sein Geschäft eine Gefahr. Daher möchte er den Zustand beibehalten, indem er ab und an durch einen intellektuellen Rülpser Aufmerksamkeit in den eigenen Reihen verursacht und dafür kräftig abkassiert.

Sein schlimmster Alptraum wäre ein freier, nationaler Staat, in dem er mit seinen reaktionären Phrasen keine Aufmerksamkeit und somit keinen Umsatz mehr generieren würde.

Dies ist auch der Grund, warum man ihn fast ausschließlich im konservativen Lager findet, obwohl er keine tatsächlich konservativen Werte vertritt, sondern ausschließlich seinen persönlichen Vorteil. Das Propagieren konservativer Werte ist für ihn nur Mittel zum Zweck, um den revolutionären Tatmenschen damit auszubremsen.

Seine Versuche, konservativ zu erscheinen, enden meist schon auf den ersten Blick beim Kleidungsstil, welcher sich seit der Schulzeit nicht verändert hat, sowie bei seiner beruflichen Vita.

Hier liegt übrigens der einfachste Weg, ihn zu erkennen. Je älter er ist, desto mehr gescheiterte Versuche liegen hinter ihm, im Leben etwas zu erreichen oder irgendwo dazuzugehören. Aus bereits beschriebenen Gründen verfügt er zwar meist über einen Schulabschluss, aber nur selten über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium.

Dafür blickt er oft auf eine enorme Anzahl ehemaliger Parteimitgliedschaften und beruflicher Fehlschläge zurück. CDU, REP, FVP, freie Wählergemeinschaften, und natürlich Stiftungen, welche Fördergelder erhalten. Die Liste der Vereinigungen, in denen er gescheitert ist, ist lang.

Die gerissensten Exemplare seiner Art unterhalten meist mehrere Stiftungen, aus denen sie Kapital ziehen, wobei sie sich für die inhaltlichen Ausrichtungen der Stiftungen in etwa so viel interessieren, wie Staubsaugervertreter für den Inhalt des Staubsaugerbeutels.

Ein Parteibuch und ein Parteiprogramm sind für ihn so lange interessant und unterstützenswert, solange sie ihm Vorteile, meist finanzielle, verschaffen. Sind diese Vorteile nicht mehr gegeben, oder hat man in der jeweiligen Partei oder Organisation seine zersetzenden Absichten erkannt, endet seine Mitgliedschaft und geht oft nahtlos in eine neue über.

Dieser Typ Mensch ist für eine Partei oder sonstige Organisation das, was man die „5. Kolonne“ nennt.

Wird er nicht aufgehalten, zieht er oft eine Spur der Verwüstung hinter sich her, und gelangt er tatsächlich in Führungspositionen, dann hinterlässt er oft einen Trümmerhaufen, denn wenn er zu etwas wirklich überhaupt nicht taugt, dann ist dies eine Führungsposition.

DER SPIESSER UND PFEFFERSACK IST DER SANDSACK IM GETRIEBE DER NATIONALEN OPPOSITION.

WENN ER PLATZT, BRINGT ER ALLES ZUM STILLSTAND.

Der verwerfliche Einfluss auf die Jugend

Jugend ist wild, Jugend ist aufmüpfig, Jugend ist rebellisch und revolutionär.

All dies ist unser Typ nicht und war es auch wie erwähnt nie. Somit geht er in besonderem Maße gegen eine rebellische und revolutionäre Jugend vor. Da die Jugend oft eigene Modestile hervorbringt und als Erkennungszeichen diese für sie eine wichtige Funktion einnehmen, schießt er sich gerne darauf ein. In den 70er-Jahren waren es zu lange Haare und Jeanshosen, gegen die er wetterte, in den 90er-Jahren zu kurze Haare und Bomberjacken. Hemmungslos bedient er sich hier bei Argumenten des Spießertums und Establishments.

Wenn er mit dem Anprangern von Äußerlichkeiten nicht weiterkommt, dann ist es der Tatendrang der Jugend an sich, über den er sich missfällig äußert, den er als Gefahr für sein Geschäft ansieht. Ob Konzerte, Demos oder nächtliche Klebeaktionen, er hebt stets den Zeigefinger und fordert Konsequenzen.

Und genau hier liegt ein weiterer Bereich, in dem er ungeheuren Schaden anrichtet, nämlich im Ausbremsen des Tatendrangs der nationalen Jugend. Wie viele Generationen von jungen Aktivisten wurden in den letzten Jahrzehnten durch diesen Typ ausgebremst und letztendlich vergrault!

Anstatt die Jugend behutsam auf einen richtigen Weg innerhalb der Bewegung zu führen und ihr möglichst viel Freiraum zu lassen, wurde sie über Jahrzehnte vor den Kopf gestoßen, von feigen Pfeffersäcken, deren einziges Ziel ihr persönlicher Vorteil war und ist und die selbst mit dem Kopf tief im Arsch des uns verhassten Systems stecken.

Aus diesem Grunde möchte ich die letzten Zeilen hier explizit an die vielen jungen Kameradinnen und Kameraden richten:

Wenn ihr es mit diesem politischen Bauchladenträger zu tun bekommt, dann findet sein Angriff stets von hinten durch die Brust ins Auge statt.

Lasst euch dann niemals auf dieses Niveau herab, indem ihr versucht, ihn auf gleiche Weise zu bekämpfen, denn auf diesem Niveau ist er ein Meister.

Geht stattdessen sofort frontal als aufrechte Tatmenschen gegen ihn vor, holt wie früher das 30-Zentimeter-Lineal heraus!

Solltet ihr gerade keins zur Hand haben: Der Springerstiefel, der auf den Lackschuh tritt, hat schon in den 90er-Jahren für Klarheit gesorgt.

Erstveröffentlichung in N.S. Heute #51

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