
Bildquelle: MichaelEmilio, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Rückblick: Es ist der 14. Juli, und die Augen der gesamten Welt schauen wie gebannt in den europäischen Norden. Dort in Norwegen, auf den Straßen von Oslo, drängen sich die Menschenmassen dicht an dicht; 20.000 Norweger stehen hier laut den Medien Schulter an Schulter. Geeint in den nationalen Farben ist eine rot-blaue Menge wahrzunehmen, die im gleichen Takt schwingt. Es ist eine unglaublich starke Massenbewegung, die ihre wahre Anziehungskraft durch eine spürbare identitäre Gemeinsamkeit ausstrahlt. Mittendrin bewegt sich selbst das norwegische Königshaus – bodenständig, nahbar und tief verwurzelt im Herzen des eigenen Volkes. Sie alle warten gemeinsam auf ihre Fußball-Nationalmannschaft; sie sind die Helden dieses Augenblicks.
Später bricht unter dem rhythmischen und ohrenbetäubenden Lärm von Trommeln ein Ruf aus tausenden Kehlen hervor: „Ruuh, Ruuh, Ruuh!“ Ganz Europa und die Welt hören in diesem Moment genau hin. Denn was dort durch die Straßen Oslos hallt, das ist kein normaler, austauschbarer Jubel über Tore, Punkte oder ein gewonnenes Spiel. Es ist der Klang der DNA einer Nation, die sich ihrer selbst bewusst ist. Der Fußballsport und sein Umfeld geraten in den Hintergrund, das rein Sportliche darf endlich weichen, denn hier feiert eine ganze Nation ihre eigene Identität, ihren traditionellen Kulturbrauch und die eigene Geschichte. Ein Widerhall, den wohl selbst die alten Götter in Asgard nicht überhören konnten. In diesem Moment demonstriert Norwegen der Weltöffentlichkeit, wie ein positiv gelebter Nationalismus im 21. Jahrhundert aussehen kann – getragen von tiefem Respekt und mit Stolz auf die eigenen Wurzeln. Das Land vermittelt eine schonungslose Freude über das, was man selbst ist: Eine Nation im Einklang mit sich selbst.
Für den klassischen und absolut rein ergebnisorientierten Fußballexperten war der Erfolg dieser Mannschaft eigentlich schnell und nüchtern abgehakt. Im Viertelfinale gegen England war Schluss, das Turnier für die Norweger beendet. Rein sportlich betrachtet handelt es sich also um einen begrenzten Erfolg. Doch was sich an diesem Tag in der norwegischen Hauptstadt abspielte, geht weit über das nackte sportliche Ergebnis hinaus. Neben dem Spielfeld zeigte sich uns ein perfektes, organisches Zusammenspiel, das uns die norwegische Mannschaft und ihre Anhängerschaft präsentierten. Die Nationalmannschaft Norwegens, die Fans und die Geschichte ihres Landes bilden eine Einheit – eine gemeinsame Identität, die man in der heutigen Zeit, in dieser seelenlosen Sportwelt, nur noch selten erlebt.
Für mich persönlich ist es herrlich, diesen positiven Nationalismus mitzuerleben. Es ist ein stolzer und unverkrampfter Umgang mit den eigenen historischen Wurzeln, der die Menschen einer gemeinsamen Nation nicht voneinander trennt oder ausgrenzt, sondern sie tief im Inneren miteinander verbindet. Dieser positiv gelebte Nationalismus ist im Norden kein Einzelfall. Bereits die Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2016 hat durch das isländische Team und den legendären „Huh“-Ruf eindrucksvoll bewiesen, dass ein solcher positive Nationalismus und das Bekenntnis zur eigenen Identität etwas Wunderschönes sind. Das kleine Island zeigte damals schon, so wie es diesmal Norwegen tat, wie mitreißend ein solches Auftreten von der Außenwelt aufgenommen und akzeptiert wird. Diese Botschaft sollten wir uns zu Herzen nehmen und vielleicht auch als zukünftigen Leitstern verinnerlichen.

Die deutsche Realität: Zwischen historischer Last und Beliebigkeit
Wir Deutsche hingegen sind geplagt mit einer uns auferlegten Last. Uns Nationalisten plagt dieses Gewicht einer angeblichen Dauerschuld schon lange nicht mehr; der gängige, gebückte Bundesbürger hingegen trägt diese immer noch mit sich herum. Die Politik, die Systemmedien und die „wehrhafte“ Zivilgesellschaft sorgen dafür, dass der Rucksack dieser Last dem Bundesbürger im Alltag weiter anhängt. Systematisch arbeiten sie am Niedergang der deutschen Kultur und der eigenen Identität. Während andere Völker ihre Herkunft ganz natürlich und organisch feiern, neigen die meisten in Deutschland im vorauseilenden Gehorsam dazu, ihre nationale Identität lieber an der Garderobe der Beliebigkeit und der zeitgenössischen links-grünen Ideologie abzugeben.
Genau dieser Kontrast zu den skandinavischen Ländern könnte heute kaum größer und schmerzhafter sein, denn nirgendwo spiegelt sich diese tiefe Entfremdung deutlicher und symbolträchtiger wider als bei der „deutschen“ Nationalmannschaft. Die Mannschaft fällt kaum noch durch Mannschaftsgeist oder Siegeswillen auf. Zu oft dominierten die Schlagzeilen und Debatten, die die tieferen Probleme unkenntlich machen. Eine Kapitänsbinde in Regenbogenoptik ist wichtiger als das taktische Grundgefüge. Die Nominierung der Spieler gerät in den Hintergrund, weil ideologische Botschaften im Vordergrund stehen, und jeder Austragungsort gerät in Verruf, weil die Systemmedien durch moralische Belehrungen den Sport instrumentalisieren. Eine Kraft, die identitätsfördernd auf Mannschaft und Gesellschaft wirkt, sucht man vergebens. Das vielsagende Mannschaftsfoto bei der Weltmeisterschaft in Katar, auf dem sich die deutschen Spieler demonstrativ den Mund zuhielten, setzte damals dem Ganzen die Krone auf – dies war das Eingeständnis einer tiefen inneren Zerrissenheit zwischen dem Sport, der Nationalmannschaft und der nationalen wie weltweiten Politik. Bis heute ist diese Szene ein Symbol der Selbstzensur, das Ergebnis einer politischen Überfrachtung des Sports, die Millionen Deutsche enttäuschte.
Durch diese krampfhafte politische Fixierung verlor der Sport seinen eigentlichen Wert – für die Zuschauer und die sportlichen Akteure gleichermaßen. Aber wem möchte man es verübeln? Wenn Nationalspieler mit und ohne Migrationshintergrund verstummen, sobald die deutsche Nationalhymne abgespielt wird, dann bricht auch die letzte Verbundenheit zwischen Spielern und Zuschauern. Der Zuschauer kann im Fernsehbild klar erkennen, dass selbst bei denen, die das Land und den Sport vertreten sollen, der Stolz auf das Eigene fehlt. Und so ist der Eindruck entstanden, dass selbst der deutschen Nationalmannschaft die Bindung zur eigenen Nation fehlt. Mir als Nationalist tut diese Sichtweise weh – aber soll ich sie deshalb totschweigen? Nicht mein Ding! Ein gesunder und positiv gelebter Nationalismus, so wie ihn uns Oslo oder Reykjavík zeigten, wird in Deutschland durch gesellschaftliche Tabus und ein dauerndes Schamgefühl gegenüber der Vergangenheit systematisch verhindert.
Das Fehlen von Volk, Mensch und Geschichte
Betrachtet man diese nationalen Entwicklungen im direkten Vergleich, so stehen wir am Ende vor einer traurigen Erkenntnis. Ein Volk, das seine eigene Geschichte nur noch aus dem Blickwinkel der Schuld heraus betrachtet und seine eigene nationale Identität dementsprechend als Last empfindet, beraubt sich der Fähigkeit zur kollektiven Gemeinschaft. Der positive Nationalismus, den uns die Skandinavier so eindrucksvoll im sportlichen Wettkampf vorleben, basiert auf dem Prinzip des inneren Friedens mit der eigenen Historie. Dieses Prinzip verlangt kein Vergessen der Vergangenheit, aber es verweigert sich der ewigen Selbstgeißelung, welche jede gesunde Identitätsbildung und das Bewusstsein zur eigenen Identität im Keim erstickt.
In Deutschland wurde die nationale Identität durch eine Kultur der liberalen Beliebigkeit ersetzt, in der das Nationale immer argwöhnisch unter Generalverdacht gestellt wird. Die Entfremdung von der eigenen Fußball-Nationalmannschaft unterliegt in unserem Land keinen versteckten Grabenkämpfen; sie ist die Quittung für all jene Einflüsse, die ungehindert Zugriff auf den Sport, seine Akteure und das gesamte Umfeld erhalten haben. Vegane Speisen herrschen dort, wo eigentlich Bratwurst und Bier hingehören, Toiletten für tausend Geschlechter an einem Ort, an dem die Geschlechterrollen seit Anbeginn der Zeit klar definiert waren, und Regenbogenfahnen werden erzwungen, wo eigentlich Deutschlandfahnen wehen sollten. Der Fußball ist zum Spiegelbild der umerzogenen Gesellschaft geworden. Er hat seinen Wert schon lange an partikulare Interessen verloren und in den ideologischen Kulturkämpfen unserer Zeit sein eigenes, nationales Gesicht hergegeben.
Solange wir Deutschen es nicht verstehen, einen positiven Nationalismus zu leben, solange wird uns der elementare Einklang zwischen Nation, Mensch und Geschichte verwehrt bleiben. Ohne diesen natürlichen, identitären Dreiklang bleibt eine Gesellschaft nur eine Zweckgemeinschaft ohne Seele – unfähig, jene magischen Momente zu erschaffen, die die Welt an diesem 14. Juli in den Straßen von Oslo so tief bewegt haben. Doch auch wenn der Blick auf die eigene Realität schmerzt, so trägt das skandinavische Vorbild einen unschätzbaren Wert in sich: Es spendet Hoffnung. Es zeigt uns, dass der Weg zurück zu den eigenen Wurzeln keine Utopie sein muss. Norwegen hat uns erneut bewiesen, dass ein positiv gelebter Nationalismus die Kraft besitzt, ein ganzes Volk in Würde und mit Stolz zu vereinen. Dies war eine Sternstunde für den Nationalismus. Norwegen und seine verdiente Ehrung der eigenen Identität und Geschichte sind der lebendige Beweis dafür, wie schön ein gesundes Nationalgefühl sein kann.
„Das Neue wächst aus der Besinnung auf das eigene Wesen.“ – Alois Mitterer