Die USA, der Friede in der Ukraine und die transatlantischen Netzwerke

Gegenwärtig wird eine propagandistische Sau durchs Dorf getrieben, dass der derzeitige US-amerikanische Präsident Trump sich daran ergeht die EU zu spalten und wieder europäische Nationalstaaten als Partner haben will. Österreich, Italien, die Slowakei und Ungarn sind dabei seine potentiellen Partner.

Auch die „alternative“ Öffentlichkeit findet teilweise daran ihren Gefallen und lässt sich lang und breit über diese Tatsache aus. Und dennoch fehlen die grundsätzlichen Überlegungen, warum diese Entwicklung stattfindet. Die plötzlich entdeckte Liebe zu den europäischen Völkern wird es ja wohl nicht sein, dazu ist der Moloch USA zu sehr auf koloniale und imperialistische Wirtschaftsagenden ausgerichtet… Was dann?

„Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“.

Dieser immer wieder zitierte Satz des preußischen Denkers und Strategen Carl von Clausewitz sollte da am Anfang eines viel zu wenig bedachten Prozesses stehen, dabei ist der Krieg ja nicht mehr allein eine Fortsetzung der Politik, wie sie Clausewitz noch Anfang des 19. Jahrhunderts gesehen hat, sondern ist vor allem eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Konkurrenz. Damals, also am Anfang des 19. Jahrhunderts, beinhaltete Politik alle systemischen Vorgehensweisen, eben auch wirtschaftliche Überlegungen, die im Begriff der Politik eingebettet waren. Also passen wir diesen Satz dem 20. und 21. Jahrhundert und den relevanten Machtsituationen an.

Schon vor dem „Zweiten Weltkrieg“ begann sich die Wirtschaft zu globalisieren. Autokonzerne wie Ford und GM hatten längst ihre Fühler nach Europa und Deutschland ausgestreckt. Ford hatte seine Produktionsstätten in Deutschland, so wie General Motors (GM) sich die Adam Opel AG von 1929 bis 1931 einverleibt hatte.

Hjalmar Schacht nahm es im Jahr 1929 als völlig sicher an, dass die „I.G. Farben, die A.E.G. und andere erstklassige deutsche Werke heute schon in sehr weitem Umfange in amerikanischem Besitz“ seien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der amerikanische Wirtschafts- und Finanzkomplex die wichtigen Teile der deutschen Wirtschaft samt Patenten, Eigentumsverhältnissen und Ingenieursleistung nahezu vollständig. Dazu gehörte auch die Bindung an den Dollar, das Installieren von Einflussorganisationen (Zeitungen = Lizenzpresse, Politzirkeln, wie Atlantikbrücke & Co. mit dem Ziel, eine wirtschafts-, finanz-, bildungs- und militärpolitische Brücke zu schlagen), aber auch die Besetzung des Landes (bis heute) bis hin zu unmittelbarem Eingriff in die Beherrschung des Landes („Kanzlerakte“).

Diese Einflussnahme dauert in obiger Intensität seit 80 Jahren an und hat eine Vielzahl verschiedenster Strukturen geschaffen, die in beiden Ländern, sowohl den USA, als auch in Europa und hier vor allem in Deutschland, neben den Regierungen her agieren und die Länder und ihre Entwicklungen bestimmen.

Dies ist wohl das, was unter Begriffen wie „deep state“, oder „Schattenregierungen“ einzuordnen ist.

Diese Strukturen haben in den Jahrzehnten ein nicht unbedeutendes Eigenleben entwickelt und vertreten mittlerweile ihre eigenen Interessen, die mit den Interessen der Staaten, aus denen sie ursprünglich stammten, oft nichts bis nicht mehr viel zu tun haben. Ja ganz im Gegenteil handeln sie mittlerweile sehr stark sogar gegen dieselben.

In Europa wird gekuscht, und die Personen, die heute die Politdarsteller geben, handeln brav, so wie sie es gelernt haben (anders wäre ihnen der Platz am „Futtertrog“ nicht gegeben worden). Sie bekommen ihre Ratschläge (manchmal auch Anweisungen oder Befehle genannt) aus den Seilschaften der transatlantischen Büros.

In den USA hat sich jedoch in den letzten Jahren ein interner Machtkampf um Entscheidungshoheiten entwickelt. Soros und Trump sind, wie bekannt, Vertreter jeweiliger Streitparteien.

Jene Wirtschafts- und Kapitalgruppen, die sich derzeit um Trump scharen, haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten massiv an Einfluss verloren. Jene, deren ein Vertreter eben Soros ist, haben jedoch die transatlantischen Machtpositionen besetzt und diese weidlich zur Vermehrung von Kapital und Einfluss ausgenutzt.

Dies ist auch der Grund, warum Europas Regierungen, die zu nicht unbeträchtlichem Teil diesem transatlantischen Klüngel angehören, mit „aller Gewalt“ den unsäglichen Krieg in der Ukraine verlängern wollen. Weil eben ihr Interessenskonglomerat in das Land am Dnjepr investiert hat und die Investitionen wieder zurückhaben will. Ein Friedensschluss ist dazu nicht dienlich. Herr Trump weiß das, will diesen Leuten eben Schaden zufügen, und weiß ebenfalls, dass dies am einfachsten mit Waffenstillstand und Frieden zu erreichen ist.

Nur am Rande: Das ist auch der Grund, warum die USA schon vor Monaten wichtige Vertreter der Antikorruptionsbehörde in die Ukraine geschickt hat. Die Gruppe um Trump will das Netzwerk ihrer US-amerikanischen Gegenspieler dort zerstören! Die dabei zu Sturz kommenden ukrainischen Oligarchen rund um Selensky sind nur willkommener Kollateralschaden.

Der Umstand, dass seit wenigen Tagen Larry Fink, der oberste Entscheidungsträger von Blackrock, und ziemlich sicher auf der Gegenseite von Trump einzuordnen, am Tisch der „Friedensverhandler“ sitzt, läuft unter dem Titel „retten, was zu retten ist“.

Und warum nimmt sich Trump jetzt ausdrücklich Österreich, Italien, die Slowakei und Ungarn heraus?

Weil dort die Opposition stark ist und augenscheinlich nicht aus Vertretern der transatlantischen Strukturen besteht. Kickl nicht, Meloni nicht, auch nicht Fico. Und Orbán hat ja noch einen heftigen Strauß mit Soros auszukämpfen – da läuft es ja schon fast auf der persönlichen Schiene.

Dem, was heute auf der internationalen Bühne geboten wird, liegt ein interner Machtkampf in den USA zugrunde. Ein Machtkampf, dem jahrzehntelange Geschichte und Entwicklung zugrundeliegt. Wenn wir das sehen, dann werden alle einzelnen Schritte der handelnden „Parteien“ klar und es braucht sich nicht mehr in Details der Tagespolitik verloren zu werden!

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