
Ergänzung 7. November, 18 Uhr:
Das Amtsgericht Halle weigerte sich, über unseren Eilantrag in der Sache zu entscheiden, weil angeblich keine Eilbedürftigkeit gegeben sei. Es gehe schließlich nur um finanzielle Nachteile, und Schadensersatz könnte man ja später immer noch einklagen…
Damit hat Dieter Stein seinen Willen bekommen, der Sturmzeichen-Verlag von Sascha Krolzig und der Klosterhaus-Verlag von Margret Nickel bleiben ausgeschlossen. Die leeren Stände SV17 und SV18 werden am Wochenende zu einem Mahnmal der Meinungsfreiheit und Zeichen der „Cancel Culture“ von „rechts“.
Wer am Wochenende trotzdem in Halle ist: Schaut doch mal am Stand der Jungen FEIGHEIT vorbei und stellt Dieter Stein ein paar freundliche Fragen: Der JF-Stand befindet sich in Halle 1, Stand C-6.
Ursprüngliche Meldung:
Die Buchmesse „SeitenWechsel“ in Halle hätte tatsächlich ein „Fest für freies Denken“ sein können, wie es im Messeprofil angekündigt wird. Ein Ausstellungsspektrum, das von Rechts- und Liberalkonservativen, Corona-Kritikern und Wahrheitssuchern, Künstlern und Influencern, bis hin Neurechten und Nationalisten reicht, ohne Ausgrenzung und „politische Hygienevorstellungen“, wie es der neurechte Publizist Benedikt Kaiser in einem aktuellen Beitrag für den „Eckart“ treffend formuliert.
Nun wirft die Buchmesse, die am kommenden Sonnabend und Sonntag in der „Halle Messe“ stattfindet, allerdings ihre Schatten voraus. Einer, der sonst ganz schnell dabei ist, sich über politische Ausgrenzung und Benachteiligung zu echauffieren, betreibt nämlich selbst den Ausschluss ihm missliebiger Verlage von der Messe: Dieter Stein, Chefredakteur der sich selbst „konservativ“ nennenden „Jungen Freiheit“, die in authentisch patriotischen Kreisen allerdings nur „Junge Feigheit“ genannt wird.
Dieser Dieter Stein hat hinter den Kulissen in den letzten Tagen massiv Stimmung gegen die Teilnahme insbesondere des Sturmzeichen-Verlages gemacht und Druck ausgeübt, was bei den Veranstaltern der Messe und den übrigen Teilnehmern allerdings nicht die erwünschte Wirkung zeigte. Dann wurde allerdings die Impuls GmbH ins Spiel gebracht, die als Vertragspartner der Veranstalter für die Organisation der Messe zuständig ist. Die Impuls GmbH, die politisch nicht dem rechten Spektrum zuzuordnen ist und nur die organisatorische Durchführung der Veranstaltung übernimmt, reagierte dann wie von Stein gewünscht und schloss sowohl den Sturmzeichen-Verlag als auch den Klosterhaus-Verlag von der Messe aus.
Die Kündigung erfolgte heute Mittag um 12.37 Uhr per Mail (also zwei Tage vor der Messe und einen Tag vor dem Aufbau) unter dem Vorwand, die publizistischen Inhalte des Sturmzeichen-Verlages seien „extremistisch“ und würden die „legitime Erwartung anderer Aussteller und Besucher auf eine politisch nicht extremistisch geprägte, kulturelle Austauschplattform“ beeinträchtigen. Das ist umso absurder, weil nach einer oberflächlichen Durchsicht des Ausstellerverzeichnisses dort knapp zehn Verlage auftauchen, die ebenfalls vom Verfassungsschutz beobachtet werden, ganz zu schweigen von den vielen „extremistischen“ Teilnehmern am Rednerprogramm.
Wir haben sofort eine bewährte Rechtsanwaltskanzlei damit beauftragt, rechtliche Schritte gegen die Kündigung einzuleiten und heute Nachmittag einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz auf den Weg gebracht. Diese ganze Angelegenheit wollten wir eigentlich noch gar nicht öffentlich machen, einmal um zunächst den weiteren Gang der Ereignisse abzuwarten, und damit die Buchmesse – egal wie die Sache juristisch ausgeht – ohne diese politische Begleitmusik über die Bühne gehen kann. Doch auch daraus wurde nichts, weil auf der Startseite zur Messe nun die folgende Falschbehauptung zu lesen ist:
Verlag „Sturmzeichen“ kein Aussteller der Büchermesse „Seitenwechsel“
Entgegen verschiedener Veröffentlichungen hatte der Verlag zu keiner Zeit eine Zulassung zur Messe. Er gelangte über eine unzulässige Datenmanipulation im Ausstellerportal eines Ausstellers kurzzeitig ins digitale Ausstellerverzeichnis. Die Messeleitung hat umgehend beide Unternehmen von der Messe ausgeschlossen.
Klar, ich bin ein Hacker, der sich ins Ausstellerportal eingehackt und dort Daten manipuliert hat… Nein, natürlich nicht, denn die obige Behauptung ist eine glasklare Verleumdung. Wahr ist vielmehr, dass ich meinen Verlag regulär unter dem richtigen Namen angemeldet und auch eine Bestätigung bekommen habe. Aber von vorne: Bereits vor Monaten habe ich mich mit Margret Nickel, Vorstandsmitglied der traditionsreichen „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP) und Inhaberin des nicht minder traditionsreichen Klosterhaus-Verlages (gegründet von Holle Grimm, der Tochter des Schriftstellers Hans Grimm, „Volk ohne Raum“), in Verbindung gesetzt, weil wir beide auf der Messe einen Stand machen wollten. Um zu gewährleisten, dass unsere beiden Stände direkt nebeneinander aufgebaut werden können, hat Margret Nickel die beiden Stände zusammen angemeldet.
Bereits bei der Anmeldung im September wurde deutlich kommuniziert, dass es zwei Stände sein sollen, einen für Klosterhaus und einen für Sturmzeichen. Ebenfalls im September wurden wir aufgefordert, jeweils einen Anmeldebogen auszufüllen und unsere Logos einzureichen, damit auch alle Verlage im Ausstellerkatalog stehen. Ich habe den Anmeldebogen am 1. Oktober ausgefüllt (hier die Original-Anmeldung), und am 2. Oktober erhielten wir unsere Zulassung, außerdem erhielt der Sturmzeichen-Verlag die Rechnung für die Standgebühr. Nach erfolgter Zahlung erhielt ich die Zugangsdaten für das Serviceportal und trug meinen Verlag ordnungsgemäß mit Namen und Logo in das Ausstellerverzeichnis ein. Nichts mit „unzulässiger Datenmanipulation“!
Doch von meiner Person mal abgesehen, finde ich es besonders traurig, wie nun auch Margret Nickel in die ganze Angelegenheit mit reingezogen wird. Frau Nickel ist über 80 und hat sich, genau wie ich, seit Wochen auf die Messeteilnahme vorbereitet: Wir haben Standausstattung und Werbematerial gekauft, Hotelzimmer gemietet, ehrenamtliche Helfer engagiert, die Autoren unserer Verlage wollten zu Signierstunden erscheinen, Kunden ihre vorbestellten Bücher abholen. Das alles soll jetzt vergebens gewesen sein, nur weil der Chef einer sich „konservativ“ nennenden Wochenzeitung aus Berlin eine Hetzkampagne gegen uns losgetreten hat? Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen, wir halten hier über den weiteren Gang der Dinge auf dem Laufenden.
Doch eines ist klar: Dieter Stein hat der Buchmesse schon jetzt einen nachhaltigen und irreparablen Schaden verursacht!
Eine ausführliche und präzise Begründung für das Verhalten des Chefredakteurs würde ich in der nächsten JF-AusgBe gerne lesen.
Ein durchaus glaubhafterer Beleg als die Anmeldung wäre eine Kopie der erwähnten Zusage und Rechnung. Ansonsten kann schnell der Vorwurf erhoben werden, dass die Anmeldung nachträglich ausgefüllt wurde.
Wer diesen Vorwurf erhebt, würde uns Urkundenfälschung vorwerfen.
Danke an Herrn Stein für sein offenes, mutiges und souveränes Auftreten. Man kann nur hoffen, dass konservative Kreise auch weiterhin konsequent den Weg der inneren Reinigung beschreiten. Wer in diesem Zusammenhang Herrn Stein als feige bezeichnet, hat in den letzten Jahren nicht wirklich viel dazu gelernt…