Ein konservatives Bollwerk – Zum 100. Geburtstag von Peter Alexander

Die Bildzeitung hatte einen ihrer wenigen hellen Momente, als sie am 13. Februar 2011 titelte: „Die gute alte Zeit ist tot.“ Mit Peter Alexander war am Tag zuvor das letzte Multitalent aus der „goldenen“ Entertainer-Generation des deutschen Fernsehens gestorben, zu denen etwa Hans-Joachim Kuhlenkampff, Peter Frankenfeld, Wim Thoelke und Rudi Carrell gehörten. Doch Peter Alexander sticht auch aus dieser Riege großer Moderatoren heraus, denn er verkörperte in seinen Filmrollen und Liedern zugleich die schöne, heile Welt, das private Glück des kleinen Mannes und das klassische Familienleben – heute gilt er damit als ein konservatives Bollwerk gegen links-grüne Zersetzung.

Als die Not überwunden war

Peter Neumayer, am 30. Juni 1926 in Wien geboren, gehörte der „Flakhelfer-Generation“ an. Nachdem er 1944 das Kriegsmatura (Notabitur) abgelegt hatte, wurde er Flakhelfer, wurde zum Arbeitsdienst nach Breslau geschickt und schließlich zur Kriegsmarine einberufen. In der britischen Gefangenschaft entdeckte er sein schauspielerisches Talent, und als er 1946 entlassen wurde, stand sein Berufswunsch fest. Während seiner Schauspielausbildung nutzte er erstmals seine ersten beiden Vornamen als Künstlernamen und ließ den Nachnamen weg.

Mit seinen Rollen in den leichten Heimat- und Schlagerfilmen der 1950er-Jahre traf er den Nerv jener Zeit, die man später mit Attributen wie „gut“ und „alt“ versehen sollte: Der Krieg war zwar verloren, doch man hatte wieder zu essen, Arbeit, Wohnung, man sparte auf das Auto und den eigenen Schwarz-Weiß-Fernseher. Seine größten Schauspielerfolge erzielte er 1960 mit „Im weißen Rössl“ an der Seite von Waltraud Haas, sowie ab den späten 60ern in „Paukerfilmen“ wie „Hurra, die Schule brennt!“ mit dem jungen Heintje. Insgesamt wirkte Peter Alexander in über 50 Filmen mit, die meisten davon Komödien.

Allein in der BRD verkaufte Peter Alexander fast 50 Millionen Tonträger

Lieder über Familie und Geborgenheit

Parallel zum Beginn seiner Schauspielkarriere wurde Peter Alexander ab den frühen 1950er-Jahren als Sänger von Schlagerliedern bekannt. In seiner Karriere nahm er über 120 Langspielplatten auf, 38 Lieder platzierten sich in den Top 10 der deutschen Hitparade, allein in der Bundesrepublik soll er fast 50 Millionen Tonträger verkauft haben. In den 60er- bis 80er-Jahren dürfte es wohl kaum einen deutschen Haushalt gegeben haben, in dem nicht mindestens eine Platte von Peter Alexander zu finden war. Auch seine Tourneen waren große Erfolge, mühelos füllte er die damals größten deutschen Konzerthallen. Anlässlich seines 80. Geburtstages im Jahr 2006 wurde bekannt gegeben, dass er als einziger deutschsprachiger Sänger sechs Jahrzehnte in den deutschen Hitparaden vertreten war.

Es waren zwar auch viele schmalzige Liebeslieder dabei, die ihn zu einem deutschen Engelbert Humperdinck werden ließen, doch im Gedächtnis blieb er vor allem durch seine Lieder über das Leben der kleinen Leute: „Der Papa wird’s schon richten“, „Feierabend“ und natürlich „Die kleine Kneipe“, Alexanders bis heute wohl erfolgreichstes Lied. Auch die Schattenseiten der Alleinverdienerehe wurden mit „Und manchmal weinst du sicher ein paar Tränen“ nicht verschwiegen. Die klassische Rollenverteilung konnte aber auch humorvoll auf die Schippe genommen werden, etwa in dem von Gunter Gabriel eigens für Peter Alexander geschriebenen Lied „Ich lass‘ dir den Kochtopf, lass‘ du mir mein Bier“ – allein der Titel dürfte linksgrünen Feministen beiderlei Geschlechts heute die filzigen Haare zu Berge stehen lassen.

Der Autor an Peter Alexanders Grab auf dem Grinzinger Friedhof

Ein Relikt vergangener Zeiten

Während seine Filmkarriere in den 70ern langsam auslief, erreichten die von ihm moderierten Fernsehsendungen in den 80er- und 90er-Jahren ihren Höhepunkt. Sendeformate wie die Peter-Alexander-Show waren Straßenfeger mit bis zu 38 Millionen Zuschauern. Die ganze Familie versammelte sich samstagabends vor dem Fernsehgerät, und montags auf der Arbeit war die Show noch Gesprächsthema. Was man sich heute ebenfalls kaum noch vorstellen kann: Die Sendungen kamen ganz ohne politische Propaganda, Ausländerquoten und Regenbogenzirkus aus – damals wurden TV-Sendungen tatsächlich noch für ganz normale deutsche TV-Zuschauer produziert.

Auch privat führte Peter Alexander, der seit 1952 verheiratet war und zwei Kinder hatte, ein Leben ohne Skandale. Nachdem seine Frau Hilde 2003 nach 51 Ehejahren gestorben war, zog er sich mehr und mehr zurück und führte ein ruhiges Leben in Wien. Die penetranten Versuche etwa von Florian Silbereisen, ihn wieder vor die Kamera zu holen, lehnte er ab, wie auch die meisten Interview-Anfragen. Nach einem weiteren Schicksalsschlag, als seine Tochter Susanne 2009 bei einem Autounfall in Thailand tödlich verunglückte, verließ ihn der Lebensmut. Mit Peter Alexander starb einer der größten deutschen Entertainer am 12. Februar 2011 im Alter von 84 Jahren in seiner Heimatstadt, er wurde auf dem Friedhof in Wien-Grinzing beerdigt. 

Das letzte Mal im deutschen TV zu sehen war Peter Alexander zu seinem 80. Geburtstag, als er anlässlich einer Fernsehgala von seinem Zuhause aus zugeschaltet wurde und am Klavier eine Kurzversion seines Liedes „Dankeschön“ spielte. Wahrscheinlich wusste er schon damals, dass es besser war, nicht mehr selbst im deutschen Fernsehen aufzutreten, als die großen Shows bereits von Asozialen-Bespaßungen wie „Deutschland sucht den Superstar“ und „Germany’s Next Topmodel“ verdrängt wurden. Peter Alexander war schon zu Lebzeiten ein Relikt aus einer vergangenen Zeit, als Fernsehen noch nicht zur Desinformation und Volksverblödung gemacht wurde, sondern einfach nur zur guten Unterhaltung. Wer sich alte Peter-Alexander-Shows bei YouTube ansieht, wird den Unterschied erkennen.

Erstveröffentlichung in Nationaler Sozialismus Heute #53

Schreibe einen Kommentar