
Wenn wir von „Soldaten-Dichtern“ oder „Dichter-Soldaten“ sprechen, von Kündern ihrer Zeit, dann müssen wir Kurt Eggers in einer Linie mit Theodor Körner oder Walter Flex stellen. Wer war dieser suchende Wanderer, Ketzer, Revolutionär, Kämpfer, Dichter und kompromisslose Weltanschauungsmensch? Wie war sein Lebensweg von der Wiege bis zur Walstatt, wo er den Tod fand, welchen er schon früh erahnte? Wir wollen es umreißen:
Soldatisches Leben seit frühester Jugend
Kurt Adolf Ludwig Eggers wurde am 10. November 1905 in Schöneberg (heute ein Stadtteil von Berlin) als Sohn des Bankbeamten Wilhelm Eggers und seiner Frau Florentine geboren. Seine Schwester Margarete, später Baronin v. Wrangel, war ein Jahr zuvor zur Welt gekommen. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, besuchte Eggers das Bismarck-Gymnasium in Berlin. Dort fiel er, außer mit guten Leistungen in Deutsch und Latein, vielmehr noch mit handfesten Streichen auf, zum Beispiel zerschnitt er den Blasebalg der Schulorgel und wurde so von den Gottesdiensten ausgeschlossen, was für den jungen Eggers allerdings eher Belohnung als Bestrafung war. Nicht nur aufgrund seines flegelhaften Verhaltens in der Schule, sondern auch, weil der erst zwölfjährige Eggers zum Soldatentum, zum Kriegsdienst strebte, kam er auf Bestreben des Vaters auf ein „Schülerschulschiff“, welches von der Marinebehörde unterhalten wurde. Der Schiffskommandant war Georg Schmitt, der in dem jungen Eggers viel Potential sah. Ausgerechnet an seinem 13. Geburtstag, dem 10. November 1918, wurden die „Schülerschulschiffe“ aufgelöst und Eggers als „Maat“ ordnungsgemäß entlassen.
Als nächstes trat Eggers dem „Deutschen Schutz- und Trutzbund“ bei, weil die „Bündische Jugend, diese Wandervereine“ ihm zu „lahm und romantisch“ waren, wie er später schrieb. Eggers war ein begeisterter Turner und Kämpfer. Durch viel Fürsprache seines ehemaligen Kommandanten Schmitt und gegen den Willen der Eltern, trat Eggers 1919 als Ordonnanz und Melder der Garde-Kavallerie-Schützendivision bei und nahm an den Kämpfen gegen den sogenannten „Spartakusaufstand“ der Kommunisten in Berlin teil. Eggers war noch immer erst 13 Jahre jung! Nach der Niederschlagung des kommunistischen Aufstandes blieb er im Schutz-und Trutzbund aktiv. Er klärte vorwiegend über politische Gegner auf, und seine älteren Kameraden konnten dann im wahrsten Sinn des Wortes „zuschlagen“, wo es notwendig war.
Beim sogenannten „Kapp-Putsch“ im März 1920 war Eggers dann wieder als Ordonnanz dabei. Dass er damit seine Konfirmation schwänzte, bereitete den Eltern mehr Unbehagen als dem jungen Kurt Eggers selbst. Im März 1921 bestanden seine Eltern aber darauf, dass seine Konfirmation nachgeholt wurde. Bereits im Mai 1921 stand Eggers wieder im „Felde“: Er schloss sich dem Freikorps „Schwarze Schar“ an, um in Oberschlesien gegen polnische Insurgenten (Aufrührer) vorzugehen. Seine Abwesenheit in der Schule entschuldigte er mit einer kurzen Notiz, den sein ehemaliger Schulschiff-Kommandant in Eggers‘ Auftrag dort hinterließ: „Sehr geehrte Herr Direktor! Ich nehme hiermit Urlaub vom Gymnasium, da ich mit meinen Kameraden nach Oberschlesien ins Freikorps gehe. Kurt Eggers.“ Im Kampf um den Annaberg bis zum Juni 1921, der für die Freikorps und damit für Deutschland siegreich endete, griff Eggers erstmals direkt zur Waffe und beteiligte sich in einer Sturmkompanie an den Kämpfen. Mit nicht ganz 16 Jahren erlebte er das erste Blutvergießen hautnah. Er selbst wurde nur leicht verwundet und erhielt später für seine Teilnahme an den Kämpfen und seine Tapferkeit das Bewährungsabzeichen „Schlesischer Adler“ in beiden Stufen.

Von der Schule inzwischen ausgeschlossen, versuchte sich Eggers in einer Kaufmannslehre. Diese endete nach wenigen Wochen, weil er dem jüdischen Besitzer der Exportfirma nach einem Disput die Faust ins Gesicht rammte. Es folgten der Besuch einer landwirtschaftlichen Hochschule und praktische Landarbeit. Als Mitglied der Burschenschaft Swebia liebte er das Fechten beziehungsweise Pauken. Nach einem Duell war Eggers so schwer verwundet, dass er einen Arzt aufsuchen musste. Sein Arbeitgeber prangerte die Schändung der Arbeitskraft an, und nach einem handfesten Streit packte der junge Heißsporn auch dort sein Bündel und ging über Umwege nach Frankfurt (Oder). Dort trat er der Reichswehr bei in der Hoffnung, dass es bald auch einen „offiziellen“ Widerstand gegen das Schanddiktat von Versailles und die Ruhrbesetzung durch Franzosen und Belgier geben würde.
Doch bereits 1924 verließ er die Reichswehr wieder und schrieb sich in Göttingen in die Universität ein. Da für ein richtiges Studium jedoch das Abitur vonnöten war, besuchte er ab 1925 in Berlin ein Gymnasium, welches hauptsächlich von jüdischen Schülern besucht wurde – andere Schulen hatten ihm den Eintritt verweigert. Auch in der neuen Lehranstalt führte sich Eggers, nun 19 Jahre jung, unter anderem mit einem Faustschlag ein, was ihm Ruhe vor der übrigen Belegschaft verschaffte. Andererseits belegte er nicht nur Deutsch, Griechisch und Latein, sondern lernte auch ein wenig Hebräisch. Er glaubte, dies könnte ihm noch nützlich sein, denn er sann nun auf eine Karriere als Archäologe – und nebenbei konnte er seine Mitschüler mit derben Schimpfworten in ihrer Sprache belegen. Trotz aller Umstände erreichte er schließlich 1926 seinen Abschluss.
Ketzer der christlichen Kirche
Eggers studierte nun in Berlin und Rostock weiter, Alte Sprachen und Theologie waren seine Fächer. 1929 traf er während eines Berlin-Aufenthaltes den jungen Horst Wessel in seinem Verkehrscorps „Normannia“. Bei der Beerdigung von Horst Wessel, nach dem feigen Mordanschlag der KPD, dem der junge SA-Sturmführer und Werkstudent am 23. Februar 1930 erlegen war, nahm Eggers teil und erlebte das Wüten des roten Mobs. Auch schriftlich trat er nun in Erscheinung, indem er erste Aufsätze für die Deutsche Corpszeitung schrieb. Sein Studium in Theologie verfolgte er nicht so sehr als frommer Christ, sondern mehr als Wissenschaftler. Auch hielt er Martin Luther für unvollendet und die römische Kirche für volksfeindlich. Stattdessen begeisterte er sich mehr für Ulrich v. Hutten (1488-1523), der als einer der ersten von der „Deutschen Nation“ sprach und ein ausgewiesener Kirchenkritiker war.
Im Juni 1930 bestand Eggers sein Studium nach der Examenspredigt, am 1. Advent desselben Jahres erfolgte seine Ordination. In Kratzeburg (Mecklenburg) bekam er seine erste Stelle als Pfarrer. Dort predigte er lebensnah vor den Bauern, gründete Lesekreise und machte sich allgemein bei den Kirchenoberen keine Freunde – auch der Umstand, dass er für die Nationalsozialisten auf Wahllisten auftauchte, machte seinen Stand bei den frommen Herren nicht besser. 1932 verließ er die Mecklenburger Kirche, weil ihm „Verkehr mit Mädchen und verheirateten Frauen“ zur Last gelegt wurde, was er auch nicht abstritt. Später fand er eine Stelle als Hilfsprediger in Berlin, wo er die Tochter des Pfarrers, seine spätere Frau Traute kennenlernte.

Vom Rundfunk zur SS
Endgültig aus der Kirche ausgeschieden, schlug sich Eggers zunächst als Schriftsteller mehr schlecht als recht durch. Hunger war sein ständiger Begleiter, bis ihm eine Stelle als Schriftleiter der Sächsischen Landeszeitung in Meißen angeboten wurde. In dieser Eigenschaft erlebte er den 30. Januar 1933, als Adolf Hitler Reichskanzler wurde. Im August 1933 wurde Eggers, der inzwischen auch erste Erfolge etwa mit dem Hörspiel „Ulrich von Hutten“ im Rundfunk hatte, von Dr. Goebbels nicht nur in den Dichterkreis „Reichsbund der deutschen Freilicht- und Volksschauspieler“ berufen, sondern er wurde auch Gauführer im Reichsverband Deutscher Schriftsteller für West-Sachsen. Des Weiteren wurde er zum Sendeleiter des Mitteldeutschen Rundfunks ernannt. Sein in der Hungerzeit 1932 geschriebenes Stück „Das Spiel von Job dem Deutschen“ feierte Ende 1933 Premiere und wurde zu einem durchschlagenden Erfolg.
Auch privat fand sein Glück Erfüllung: Nach einer ersten gescheiterten Ehe heiratete er im April 1933 seine Traute. Im Februar 1934 wurde sein erster Sohn Jörg geboren, und Traute schenkte ihm im Laufe der Jahre drei weitere Söhne: Wolf, Jens und Götz. Wolf verstarb leider schon mit drei Jahren an einer Hirnhautentzündung. Mit dem Staatsschauspieler und in die Liste der „Gottbegnadeten“ aufgenommenen Heinrich George verband Kurt Eggers eine enge Freundschaft, und so rührte es nicht von ungefähr, dass auch Heinrich George seinen 1938 geborenen zweiten Sohn Götz nannte. Götz George wird vor allem durch seine Rolle als „Kommissar Schimanski“ einem größeren Publikum ein Begriff sein.
Im Dezember 1934 wechselte Eggers zum Reichssender Stuttgart. Die Gründe dafür lagen in Problemen mit konfessionellen Protagonisten, weil sich Eggers als Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Glaubensbewegung“ sehr kritisch mit der Kirche auseinandersetzte. Als „Insider“ des Kirchenapparates und Weltanschauungsmensch wusste Eggers, wovon er sprach und schrieb. Das gefiel auch innerhalb der nationalsozialistischen Bewegung nicht jedem. In Stuttgart trat Eggers im September 1935 der SS bei. Der NSDAP ist Eggers übrigens erst am 1. Mai 1937 beigetreten. Zuvor empfand er es nicht als wichtig, einen Parteiausweis zu haben. So wirkte er also, zumindest bis zu seinem Eintritt in die SS, als „freier Nationalsozialist“.
Eggers war nun im Rassereferat Süd-West der SS tätig und für die Feiergestaltung zuständig. Aufgrund seiner schriftstellerischen Werke und seiner Schulungsarbeit folgten rasch Beförderungen. Mit Wirkung vom 1. September 1936 wurde er zum SS-Untersturmführer ernannt. Bis dahin hatte Eggers in seinem unermüdlichen Wirken schon über ein Dutzend Werke, Romane und Spiele vorgelegt, etwa „Schicksalsbrüder“ oder „Die Geburt des Jahrtausends“. Ab September 1936 wurde er nach Berlin in das Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) der SS berufen. Dort bekleidete er eine Stelle als Abteilungsleiter für den Bereich Schulung. Des Weiteren wurde er Mitglied des Vereins „Lebensborn“. Im Juni 1937 wurde er Hauptabteilungsleiter des Schulungsamtes III im RuSHA, wo man sich zum Beispiel mit der Feiergestaltung für Eheschließungen von Nationalsozialisten ohne Konfessionszugehörigkeit beschäftigte, die keinen christlichen Charakter haben sollten. In seiner Zeit „frei von Bürostunden“ entwickelte Eggers eine noch höhere Schaffenskraft. Neben Vorträgen, etwa auf der Ordensburg Vogelsang, entstand 1938 das Werk „Die Heimat der Starken“.

Der Dichter-Soldat
Während der sogenannten „Sudetenkrise“ im September 1938 wurde Eggers einberufen und stand vorsorglich „unter Waffen“. Nachdem sich die Lage zugunsten des Deutschen Reiches wieder beruhigt hatte, machte Eggers eine große Vortragsreise, die ihn in verschiedene Gaue des Reiches führte. Am 30. Januar 1939 erfolgte die Beförderung zum SS-Obersturmführer. Nach dem Kriegsausbruch am 1. September 1939 nahm Eggers als Panzerjäger am Polenfeldzug teil. Nach seiner Rückkehr in das SS-Hauptamt in Berlin beantragte Eggers den Berechtigungsvermerk in seinem Dienstausweis zum Tragen einer Schusswaffe. Es war Krieg, und der Krieger in Wort und Tat wollte auch „zivil“ gewappnet sein. Auch dieser Akt charakterisiert Eggers sehr gut.
Am Westfeldzug ab dem 10. Mai 1940 nahm Eggers nur kurz als Unteroffizier in seinem Panzer-Regiment 5 in den Niederlanden teil, denn er wurde mit Aufträgen als Schriftsteller zurückbeordert – sehr zum Missmut von Eggers, der sich darüber noch lange beschwerte. „Bis nach dem Feldzug wäre auch früh genug gewesen“, so Eggers. Nichtsdestotrotz schrieb Eggers alleine im Jahr 1940 insgesamt sieben Bücher, darunter „Von der Freiheit des Kriegers“. Martin Bormann holte Eggers 1940 zunächst in den Stab Rudolf Heß und später in die Reichskanzlei. Hier griff Eggers, von Bormann gefördert, seine Auseinandersetzung mit der römischen Kirche wieder literarisch auf. So erschien in diesem Zeitraum zum Beispiel sein Werk „Deutsche Thesen gegen den Papst und seine Dunkelmänner“.
Auch Adolf Hitler gehörte zur Leserschaft von Kurt Eggers. So berichtet eine Notiz von Martin Bormann vom Oktober 1941, dass der „Führer und Reichskanzler“ über Eggers‘ Werk „Scheiterhaufen“ bemerkte, „wie klar unsere besten Männer schon vor 100 oder 200 Jahren die Auswirkungen des Christentums erkannt haben und es beinahe eine Schande ist, dass wir noch nicht weiter sind“. Doch im Gegensatz zu Bormann oder Himmler wollte der Reichskanzler die Problematik rund um die Themen Christentum, Kirche und insbesondere Rom auf die Zeit nach dem Krieg verlegen. Diese Episode zeigt jedenfalls auf, dass die Themen, welche den „Ketzer“ Eggers schon früh bewegten, auch Thema in der Reichsführung waren, dessen Behandlung jedoch hinter den Kriegsfragen zurückstehen mussten.
Nach den vielen schriftstellerischen, propagandistischen und organisatorischen Arbeiten hielt es den tatendurstigen Eggers nicht mehr an der Heimatfront. Im entscheidenden Kampf gegen den Bolschewismus im Osten meldete er sich im Herbst 1942 zur 5. SS Panzergrenadier-Division „Wiking“. Bereits ab Frühjahr 1942 hatte er sich darum bemüht, dass seine „UK-Stellung“ („Unabkömmlich“) aufgehoben wurde. Mit Datum vom 1. September 1942 wurde Eggers unter anderem zusammen mit seinem Schriftsteller-Kollegen Edwin Erich Dwinger das Kriegsverdienstkreuz verliehen, und am 22. September 1942 erhielt er endlich den ersehnten Marschbefehl. In der „Wiking“ dienten viele europäische Freiwillige. Genau mit und unter ihnen wollte er in diesen entscheidenden Kampf eintreten – ganz seinem Selbstverständnis folgend, dass dem Wort auch die Tat folgen müsse.
Im Oktober 1942 wurde Eggers an die Front in Marsch gesetzt, wo er sich im November 1942 bei der Panzerabteilung 5 der „Wiking“ melden konnte. Trotz seines Alters von 37 Jahren und der Tatsache geschuldet, dass er ein sehr bekannter Schriftsteller war, wurde Eggers schnell kameradschaftlich aufgenommen. Er war auch, bei aller Härte in Weltanschauung und sprachgewaltigem, kompromisslosem Ausdruck in Schrift und Wort, ein lebensfroher, lustiger, Zeitgenosse, der ebenso dazu in der Lage war, nach Landser-Art deftig zu fluchen und mal einen Schnaps zu „organisieren“, als auch in intellektueller Runde bei einem Glas Wein über die Grundlagen des Lebens zu philosophieren.
Eggers‘ Kampfeinsatz begann im Kaukasus, wo er als Panzerkommandant eingesetzt wurde. Zum Jahreswechsel 1942/43 wurde seine Panzerabteilung ca. 250 Kilometer südwestlich von Stalingrad verlegt. Nach harten Rückzugskämpfen stand er mit seinem Panzer im Februar in Rostow am Don. Zu diesem Zeitpunkt wurden Eggers bereits das Verwundetenabzeichen in Schwarz und das EK II verliehen. Des Weiteren verlieh man ihm auch das Panzerkampfabzeichen in Silber. Hatte Eggers in der Wehrmacht zuletzt den Rang eines Unteroffiziers, so wurde er als Oberscharführer (Feldwebel) in die Waffen-SS übernommen. Am 20. April 1943 wurde Eggers mit Zustimmung des Divisionskommandeurs Felix Steiner zum Untersturmführer (Leutnant) befördert.
Im Juli 1943 wurde er noch einmal zu einer Dichtertagung nach Berlin abkommandiert. Martin Bormann bemühte sich im Hintergrund, Eggers wieder von der Front in die Reichskanzlei zu bekommen – was Eggers sicher stark empört hätte, wenn er davon Kenntnis gehabt hätte. Schließlich sah er seinen Platz nun erst recht an der Front, wo er schmerzhaft erlebte, was der wahre Kampf im Osten bedeutet und was drohte, wenn er verlorenginge. Die Dichtertagung fiel wegen des alliierten Bombenterrors aus, und so nutzte Eggers noch einmal die Zeit für seine Familie und um seine Verhältnisse zu ordnen. Ob er ahnte, dass die Nornen sein Schicksal schon bestimmt hatten? Dass eintreten würde, was er schon immer vorhersah: der Tod auf der Walstatt?
Die Erfüllung des Soldatenschicksals
Anfang August 1943 traf Eggers wieder bei seiner Einheit ein. Bereits am 12. August 1943 erhielt sein Panzer bei Klenowoje im Kampfraum Belgorod einen Volltreffer mit der Panzerabwehrkanone. Nur zwei Mann der fünfköpfigen Besatzung überlebten schwerverletzt. Kurt Eggers verbrannte in seinem Panzer, mit dem er immer so kühn nach vorne gestürmt war.
Seine sterblichen Überreste konnten später am Tage geborgen werden. Er wurde auf dem Soldatenfriedhof Petropawloka der „Wiking“ beigesetzt. Die Totenrede hielt sein Regimentskommandeur. Er schloss mit den Worten: „Wir vergessen ihn nie. Sein Leben wird ein Symbol unserer Zeit bleiben.“ Auf Anordnung des Reichsführers-SS Heinrich Himmler, wurde Kurt Eggers nachträglich wegen besonderer Tapferkeit vor dem Feind zum Obersturmführer befördert, zudem wurde er posthum mit dem EK I ausgezeichnet.
Die 1940 aufgestellte SS-Kriegsberichter-Kompanie, welche 1941 zur SS-Kriegsberichter-Abteilung aufgestockt und umbenannt wurde, erhielt auf Befehl von Heinrich Himmler am 31. Oktober 1943 den Namen SS-Standarte Kurt Eggers – ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Waffen-SS-Verbände, was die außergewöhnliche Stellung von Kurt Eggers verdeutlicht. Aus der SS-Standarte Kurt Eggers gingen übrigens später in der BRD bekannte Namen wie Henri Nannen oder Joachim Fernau hervor. Am 26. September 1943 fand in der Berliner Krolloper die Gefallenenehrungsfeier für Kurt Eggers statt, dessen sterbliche Überreste bis heute in fremder Erde ruhen.
Kurt Eggers blieb auch in der NS-Zeit oft unbequem, seinem revolutionären Geist entsprechend drang er immer nach vorne und wollte in seinem Sinne aufwecken, leiten, mitnehmen, was bei den damaligen Machthabern nicht immer auf Gegenliebe stieß. Eggers wollte die Befreiung aus dem alten römischen Dünkel – und er war ein Mann der Tat. Sprachgewaltig in seinen Texten, gewaltig in seinen Taten:
Ob als junger Bursche, noch minderjährig, im Freikorps gegen Kommunisten und Insurgenten.
Ob als Dichter und Schriftsteller.
Als Mann und Vater.
Als Soldat der Wehrmacht und als Kriegsfreiwilliger bei der Waffen-SS.
Kurt Eggers schuf unzählige Werke, die heute vom herrschenden Zeitgeist verteufelt, verachtet und verschmäht werden. Aber wenn sich heute doch ein junger Geist mit seinen Werken beschäftigt und sich mit dem Menschen Kurt Eggers auseinandersetzt, kann es passieren, dass er von dieser ketzerhaften Begeisterung angesteckt wird, die Eggers immer gelebt hat. Hart und kompromisslos in der Sache und gegen seine Feinde. In liebevoller Hingabe zu seinem Volk, seiner Nation und seiner Überzeugung, letztlich und besonders auch zu seiner Frau und seinen Söhnen. Kurt Eggers sagte einst: „Die revolutionäre Dichtung muss den Mut haben, große Gedanken zu Ende zu denken. Und am Ende des Gedankens steht die Tat.“ Diese Worte erfüllte Kurt Eggers mit faustischer Hingabe – und starb somit als Dichter-Soldat. Ebenso wie Theodor Körner und Walter Flex bleibt Kurt Eggers deshalb auch 120 Jahre nach seiner Geburt in vielen deutschen Herzen unvergessen.
