Historisches Kalenderblatt: Vor 20 Jahren starb der flämische Aktivist Bert Eriksson

Bert (m.) in der ersten Reihe einer Demo, undatiert

Zum 20. Todestag des flämischen Freiheitskämpfers und Kameraden Armand Albert (Bert) Eriksson, geb. 30. Juni 1931 – gest. 2. Oktober 2005

Bert Eriksson wurde am 30. Juni 1931 als Sohn eines schwedischen Vaters und einer flämischen Mutter geboren. 1941 trat Bert als zehnjähriger Junge dem Jungvolk der flämischen Hitlerjugend bei. Die spätere Rache der Siegermächte machte auch vor dem jungen Nationalisten nicht Halt: Kommunistische „Partisanen“ verhafteten Bert am 9. September 1944, nach Einmarsch der alliierten Feinde in seine Heimat, und sperrten ihn mit einigen Kameraden für vier Tage in ein „Kindergefängnis“, wie er es selbst nannte.

Die weiteren fünf Jahre unterlag er einer Art „Führungsaufsicht“ durch die „Staatssicherheit“ der belgischen Zentralregierung, die auch Umerziehungsmaßnahmen beinhaltete. Wie wir heute wissen, fruchteten diese bei dem überzeugten Nationalisten, Europäer und Anti-Kommunisten jedoch nicht. Nach dem Ende der Schikanen meldete sich Bert 1950 freiwillig als Fallschirmjäger zur belgischen Armee, um im Koreakrieg den Kommunismus zu bekämpfen, was ihm aufgrund seines jungen Alters während des Zweiten Weltkrieges noch verwehrt geblieben war.

Glücklich nach elf Monaten Frontdienst zurückgekehrt, blieb Bert Eriksson seiner Sache treu, er trat 1956 der VMO (Vlaamse Militanten Orde) bei und eröffnete 1968 sein Café „Lokaal Odal“, um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten sowie als Ort der Begegnung für Gleichgesinnte. Sein Café („Lokaal“ wurde es in Anlehnung an die erste Kampfzeit vor 1933 in Deutschland und die Versammlungslokale der SA genannt) in Antwerpen entwickelte sich nicht nur zu einem Treffpunkt flämischer Nationalisten, sondern auch nationaler und sozialistischer Kräfte aus Europa und der ganzen Welt.

Politisch betätigte er sich unter anderem, indem er die VMO weiter aufbaute, deren Führung er von 1971 bis 1985 übernahm. Die VMO verschrieb sich der Souveränität ihrer flämischen Heimat vom Kunststaat Belgien. Auch in der Partei „Vlaams Blok“, die heute „Vlaams Belang“ heißt, sollte Bert später noch eine wichtige Rolle spielen. Dabei stand Bert immer glasklar zu seiner Vergangenheit und zur Waffen- und Völkerfreundschaft mit Deutschland.

Ein besonderes Kapitel im Leben von Bert Eriksson stellen die Umbettungsaktionen für flämische und niederländische Nationalisten und Nationalsozialisten dar. Um den Rahmen des Kalenderblattes nicht zu sprengen, kann sich der geneigte Leser gerne mit den Schlagworten „Operation Wolfsangel“, „Operation Brevier“ und „Operation Delta“ beschäftigen.

Gestählt in Schützengräben, in den Straßenschlachten mit Kommunisten und der Polizei sowie der Gesinnungshaft, die ihn immer wieder ereilte (z.B. 1967, 1971, 1979 und 1986), kannten ihn seine Gäste als liebevollen und väterlichen Gastgeber in seiner Lokalität. Jeweils zu bestimmten Daten im April und im November gab es besonders große Zusammenkünfte im „Odal“, wo man viele Kameraden aus den verschiedensten Ländern kennenlernen durfte. Da stand der Franzose neben dem Engländer, der gerade mit einem Flamen, Wallonen, Niederländer, Schweden oder Deutschen diskutierte.

Für immer werden den Zeitzeugen die vielen Abende in Antwerpen in Erinnerung bleiben, wo oft bis spät in die Nacht diskutiert sowie auf Kameradschaft und Völkerfreundschaft angestoßen wurde. Die Fürsorge von Bert und seiner lieben Frau Marie Marthe durfte jeder Kamerad genießen. Ein Bett zum Schlafen und ein Gemeinschaftsfrühstück waren selbstverständlich für sie, und die Kameraden haben das Angebot immer gerne angenommen.

Viele Nationalisten der sozialistischen Prägung besuchten auch das Örtchen Diksmuide, wo jährlich die „IJzerbedevaart“ stattfand und wo natürlich auch Bert Eriksson anzutreffen war. Über viele Jahre war der flämische Nationaltag „IJzerbedevaart“ auch ein internationales Treffen und Höhepunkt im politischen Kalender. Umgekehrt war Bert zum Beispiel auch bei den „Rudolf-Heß-Märschen“ in der BRD dabei – eine praktizierte europäische Völkerfreundschaft.

Bert Eriksson stellte die Personifizierung einer Eidgenossenschaft der freien Menschen in einem Europa der Vaterländer dar. Als er das „Lokaal Odal“ aus Altersgründen 1992 schließen musste, zog Bert mit seiner Frau als Pensionär nach Zeeuws Flandern, das nur drei Kilometer hinter der belgischen Staatsgrenze in den Niederlanden liegt. Auch dort stand er seinen Kameraden und der Bewegung immer mit Rat und Tat zur Seite und nahm weiterhin an Feierlichkeiten und Versammlungen teil.

Obwohl Bert im verdienten Ruhestand war, hatte er Freude am Gärtnern und führte eine kleine Landwirtschaft, die nebenbei noch einen kleinen Zuverdienst abwarf. Am 2. Oktober 2005 hörte dieses tapfere Kämpferherz mit 73 Lebensjahren in Westdorpe (Niederlande) auf zu schlagen. Er war für viele flämische und europäische Aktivisten ein väterlicher Freund, Vorbild und Kamerad.

Tot sind nur jene, die vergessen werden.

Bert Eriksson – HIER!

Erstveröfffentlichung in N.S. Heute #31

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