Joachim Peiper – Der letzte Gefallene der Leibstandarte: Von kommunistischen Mordbrennern gelyncht am 13./14. Juli 1976

Das Leben des Joachim Peiper, von seinen Kameraden „Jochen“ genannt, ist so facettenreich, dass man es kaum in wenigen Zeilen zusammenfassen kann. Seine bis heute ungesühnte Ermordung durch kommunistische Terroristen entfachte Mitte der 70er-Jahre eine neue Debatte über den unsäglichen, von Folterungen, antideutschem Hass und alliierten Rachephantasien geprägten „Malmedy-Prozess“. Der Hass der Demokraten und Kommunisten auf Jochen Peiper, einen der höchstdekorierten Frontoffiziere des Zweiten Weltkrieges, ging so weit, dass seine Ermordung noch über 30 Jahre später im bundesdeutschen Staatsfernsehen mit höhnischen Kommentaren gerechtfertigt wurde.

Jochen Peiper wird am 30. Januar 1915 in Berlin-Wilmersdorf als Sohn einer protestantischen Offiziersfamilie geboren. 1926 tritt er dem Deutschen Pfadfinderbund bei, wo er bald eine eigene Gruppe leitet. Als Schüler entdeckt er seine Vorliebe für fremde Sprachen, schnell spricht er praktisch akzentfrei Englisch und Französisch. Im Frühjahr 1933 tritt der junge Peiper 18-jährig in die Hitlerjugend ein, im Oktober 1933 wird er Mitglied der Allgemeinen SS. Peiper hat eine Vorliebe nicht nur für die deutsche, sondern auch für die französische Kultur, grundsätzlich ist er gegenüber anderen Völkern und Kulturen sehr aufgeschlossen. Man könnte ihn als „weltoffen“ bezeichnen, wäre dieses Wort heute nicht zum Kampfbegriff jener verkommen, die die über Jahrhunderte gewachsenen Völker und Kulturen vernichten und sie zu einem multikulturellen Einheitsbrei verschmelzen wollen.

1934 beantragt Peiper die Offiziersanwärterschaft und wird in die SS-Junkerschule Braunschweig aufgenommen. Einer seiner Ausbilder beurteilt den späteren Frontoffizier wie folgt: „Sehr gut vor der Front und im Hörsaal. Sehr gute Begabungen und Leistungen. Sehr fleißig und gutes Beurteilungsvermögen. Hart gegen sich und andere. Geborener Soldat. Trotz seiner Jugend völlige Reife. Verantwortungsbewusst. Einsatzbereiter Kamerad und guter Charakter. Geeignet zum Führer.“ 1936 verpflichtet sich Peiper zur Leibstandarte SS Adolf Hitler, eine der Kerneinheiten der späteren Waffen-SS. Da er im Grunde ein apolitischer Mensch ist, weigert er sich lange, der Partei beizutreten. Erst im Frühjahr 1938 unterzeichnet er den Mitgliedsantrag der NSDAP. Im gleichen Jahr wird Peiper in den persönlichen Stab Heinrich Himmlers aufgenommen und 1939 zum Adjutanten befördert. Nach Beginn des Polenfeldzuges hält es Peiper aber nicht mehr an der „Heimatfront“, er beantragt den Frontdienst und rückt wieder zur SS-Leibstandarte ein, die später in der Waffen-SS als 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte SS Adolf Hitler“ aufgehen wird.

Offizier mit Eichenlaub und Schwertern

Im Krieg kämpft Peiper an nahezu allen Fronten. Zunächst befehligt er die 11. Kompanie der Leibstandarte im Polenfeldzug, anschließend im Westfeldzug in den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Ab 1941 kämpft Peiper, der aufgrund seiner Kühnheit, seiner atemberaubenden Waffentaten in der Schlacht und seiner an Filmhelden erinnernden Ausstrahlung seinerzeit vielen als Prototyp des deutschen Soldaten gilt, als Divisionskommandeur in der Sowjetunion. Im Ostfeldzug tritt Peiper unter anderem dadurch hervor, dass er die bei Charkow eingekesselte 320. Infanteriedivision des Generalmajors Postel entsetzt. Im August 1943 wird er nach Italien abkommandiert, wo er zur Bekämpfung der vermehrt auftretenden italienischen Partisanen eingesetzt wird, ehe er im November desselben Jahres zurück an die Ostfront versetzt wird, wo er mit der 1. Armee den Kessel bei Kamenez-Podolsk durchbricht.

Nach der US-amerikanischen Invasion in der Normandie im Juni 1944 bestreitet Peiper die harten und verlustreichen Kämpfe im Kessel von Falaise, ab Oktober verteidigt er das Reich am Westwall. Als die Wehrmacht im Dezember 1944 mit der Ardennenoffensive nochmals ein tollkühnes Unternehmen an der Westfront startet, ist der mittlerweile zum SS-Obersturmbannführer beförderte Frontoffizier an der Spitze seiner „Kampfgruppe Peiper“ wieder mit dabei, und zwar erneut unter seinem alten Kommandeur Sepp Dietrich. Am 11. Januar 1945 wird Peiper das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Nach dem Scheitern der Ardennenoffensive kämpft er bis Kriegsende wieder gegen die Sowjets, am 20. April 1945 erhält er mit der Beförderung zum SS-Standartenführer seinen letzten Dienstgrad.

Folteropfer im „Malmedy-Prozess“

Nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht wird Peiper am 22. Mai zusammen mit Dutzenden Kameraden seiner Kampfgruppe in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft genommen. Im „Malmedy-Prozess“ werden insgesamt 73 ehemalige Wehrmachtsoldaten, darunter Jochen Peiper, angeklagt und beschuldigt, während der Ardennenoffensive in der Nähe der Stadt Malmedy in der Provinz Lüttich die Erschießung US-amerikanischer Gefangener befohlen zu haben.

Nach Peipers Darstellung sei an einer Straßenkreuzung eine feindliche Beobachtungsabteilung in die Hände der Panzerspitze seiner Kampfgruppe gefallen. Die US-Amerikaner hätten sich sofort ergeben und seien entwaffnet worden. Peiper, der sich nicht aufhalten lassen wollte, habe die Gefangenen auf freiem Feld stehen gelassen, für die nachrückende Infanterie, die sie aufsammeln und gefangennehmen sollte. Als es dann allerdings einen Fluchtversuch gegeben habe, sei die Situation eskaliert, woraufhin mehrere Dutzend Amerikaner erschossen worden seien.

Was auch immer an diesem Tag in Malmedy passiert ist – jedenfalls schrieb selbst der des „Rechtsextremismus“ gänzlich unverdächtige „Spiegel“ nach der Ermordung Peipers 1976, dass der Vorfall „eher ein Unglück [war] als ein kalt geplantes Massaker“. Auch in der „Zeit“ war im selben Jahr zu lesen: „Was an jenem neblig-kalten Wintertag wirklich passiert ist, wird sich wohl nie mehr aufklären lassen – nur, nach vorsätzlichem Mord an wehrlosen Gefangenen sah dieser Crossroad-Zwischenfall nicht aus.“

Aus dem „Zeit“-Artikel erfahren wir noch mehr interessante Fakten, beispielsweise, dass der Malmedy-Prozess „in einer Atmosphäre von Hass, Rachsucht und Vergeltung“ stattfand, dass in der Voruntersuchung durch „physische und psychische Folter Geständnisse abgepresst“ wurden und Peiper selbst einmal für 24 Stunden in eine auf 80 Grad erhitzte Wärmezelle gesperrt wurde – „er zerschlug Heizung und Fenster, um zu überleben.“ Wer mehr über die Umstände dieses Prozesses erfahren will, dem empfehlen wir die erschütternde Dokumentation „‚Über Galgen wächst kein Gras‘ – US-Folterjustiz vom ‚Malmedyprozess‘ bis Abu Ghraib“.

Als Ergebnis dieses Folterprozesses werden alle Angeklagten am 16. Juli 1946 schuldig gesprochen und verurteilt, davon 43 zum Tode durch den Strang. Unter den Todeskandidaten befindet sich auch Jochen Peiper.

Anfang 1951 wird Peiper zu lebenslanger Haft begnadigt und im Dezember 1956 als letzter seiner Kampfgruppe nach über elf Jahren aus der Haft entlassen. „Begnadigung und Entlassung beruhten auf der Einsicht, dass die Anklage gegen Peiper und 72 andere offenkundig überstürzt zusammengebastelt worden war“, so der „Spiegel“ im Jahr 1976. Während der Haftzeit im bayerischen Landsberg leitet Peiper ab 1954 die interne Gefängnisschule, wo sich Häftlinge auf Schulabschlüsse vorbereiten und Kurse in diversen Hochschulfächern belegen können.

Peiper vor dem Tribunal der Siegermächte

Die Hetzjagd beginnt

Nach der Haftentlassung macht sich Peiper sofort ans Werk, um für sich, seine Frau und seine drei Kinder eine neue Existenz aufzubauen. Ab Januar 1957 arbeitet er bei Porsche und avanciert dort schnell zum Werbechef, bis die damals bereits rotverseuchten Gewerkschaften seine Entlassung fordern. Anschließend arbeitet er im Stuttgarter Volkswagen-Werk, wo ihm ebenfalls nach linker Hetze gekündigt wird. Im Folgenden versucht Peiper sich als Werbetrainer und als Personalchef des „Motorbuch Verlages“.

1960 erwirbt er in dem kleinen Dörfchen Traves in der Bourgogne, am Saône-Fluss, ein abgelegenes Ferienhaus. Nun pendelt der frankophile SS-Veteran zwischen Frankreich und seiner Wohnung in Deutschland hin und her, er engagiert sich weiter schriftstellerisch und arbeitet als Lektor und Übersetzer für den Motorbuch-Verlag. Im Jahr 1972 kehrt Peiper seinem undankbaren Vaterland, für das er sechs Jahre lang an fast allen Fronten gekämpft hat, desillusioniert den Rücken und zieht zusammen mit seiner Frau Sigurd endgültig nach Frankreich.

Hier will Peiper nichts weiter als sich in Ruhe und Abgeschiedenheit seinen literarischen Studien zu widmen. Dies gelingt ihm vier Jahre lang, von gelegentlichen anonymen Morddrohungen per Brief oder am Telefon abgesehen. Doch die Bedrohung wird akut, als die kommunistische Zeitung „L’Humanité“ am 22. Juni 1976 unter der Überschrift „Was macht dieser Nazi in Frankreich?“ ganzseitig Peipers Vita veröffentlicht. Unverhohlen fordert das kommunistische Revolverblatt, den ehemaligen SS-Standartenführer dazu zu zwingen, Frankreich zu verlassen. Daraufhin werden in Traves Flugzettel mit Fotos aus dem DDR-Staatsarchiv verteilt, in denen Peiper als „Kriegsverbrecher“ und „Nazi“ bezeichnet wird. Anrufer drohen ihm, wenn er bis zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli das Land nicht verlassen habe, werde man ihn umbringen. In der Umgebung tauchen Wandschmierereien auf mit dem Satz: „Peiper, wir werden dir einen 14. Juli bereiten!“

Bis heute besuchen Nationalisten aus ganz Europa die Stelle, an der Jochen Peiper ermordet wurde

Peiper kämpft bis zum Schluss gegen seine Mörder

Am Morgen des 13. Juli 1976 schickt Peiper seine krebskranke Frau nach Deutschland. Der mittlerweile 61-Jährige will sein Haus um jeden Preis beschützen, da er erwartet, dass die Kommunisten es niederbrennen wollen. Sein in der Nachbarschaft lebender Freund, SS-Obersturmbannführer Erwin Ketelhut, bietet ihm Unterschlupf an, doch Peiper lehnt ab. Allerdings verleiht Ketelhut an Peiper sein Jagdgewehr.

In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli überwacht Peiper von der Dachterrasse seines Hauses aus das Ufer der Saône, als er gegen 23.30 Uhr ein Geräusch im Gebüsch hört und etwa ein Dutzend Männer erblickt, die gerade im Begriff sind, das steile Flussufer zu erklimmen. Was in den folgenden anderthalb Stunden geschieht, können heute nur noch die Bluttäter selbst erzählen, sofern sie noch leben. Gesichert ist jedenfalls, dass Jochen Peiper am 14. Juli 1976 gegen 1 Uhr nachts nicht mehr lebt. Das Haus geht in Flammen auf, das Dach stürzt ein. Man findet Peipers Leichnam auf seinem Bett mit einem Einschussloch in der Brust, verkohlt, zusammengeschrumpft, mit fehlenden Händen und Füßen. Neben der Leiche liegen drei Hülsen aus Ketelhuts Jagdgewehr und fünf Geschosshülsen aus Peipers 7,65 mm-Revolver. Jochen Peiper, der in die Geschichte eingehen sollte als „der letzte Gefallene der Leibstandarte“, hatte gekämpft und geschossen bis zuletzt. Ob er noch lebte, als er verstümmelt und verbrannt wurde, ist unklar.

Am nächsten Tag melden sich die kommunistischen Mordbrenner telefonisch bei einer Pariser Zeitung und erklären: „Die Peiper-Affäre, das sind wir. Es ist mehr als nur eine Warnung. Unsere Rache wird nicht nur die Nazis treffen, die sich in Frankreich verbergen.“ Die von Anfang an halbherzig geführten Ermittlungen der französischen Polizei laufen ins Leere, keiner der Täter wird je ausfindig gemacht, niemand muss sich für den Mord vor einem Gericht verantworten. Nach nur sechs Monaten ergebnislosen Ermittlungen wird der Fall zu den Akten gelegt.

Im Jahr 2012, über 35 Jahre nach der Ermordung von Jochen Peiper, wird im ZDF-Staatsfernsehen eine Dokumentation über den Vorfall in Malmedy im Dezember 1944 gezeigt. Bezogen auf Jochen Peiper heißt es in einem Kommentar wörtlich: „Doch es wird noch rund 30 Jahre dauern, bis jemand das nie vollzogene Urteil umsetzt – und Joachim Peiper als alter Mann zur Rechenschaft gezogen wird.“ – Der mörderische Hass von Demokraten und Kommunisten auf einen der höchstdekorierten Frontoffiziere des Zweiten Weltkrieges hat die Generationen überdauert. Das anständige Deutschland wird zu seinem 50. Todestag seiner gedenken.

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