
Rückblick: Das Jahr 2025 ging zu Ende und die Feiertage kehrten ein. Ich würde ja sagen, endlich zu Hause und die verdiente Ruhe vom Alltag genießen – da ich mein Berufsleben von zu Hause aus erledige, bleibt dementsprechend nur die Ruhe vor ihr. Wie so oft am Ende des Jahres, füllen die Versandhäuser ihr Warenangebot. Bücher, Musik, Spielzeug, Klamotten – all das, was dem eigenen Begehren gerade entspringen könnte. Ob nun als Weihnachtsgeschenk für die Liebsten, als Geburtstagsgeschenk, eine kleine Aufmerksamkeit für den treuen Nachbarn oder einfach nur aus eigener Begierde heraus – das Wintergeschäft schließt eine Lücke zu unseren Wünschen und lässt zumeist kein Begehren offen. Bei mir war der größte Kaufantrieb die eigene Lust, das Verlangen nach etwas Sinnlichem: Musik. Genauer gesagt Rechtsrock. Der Einkaufszettel und seine Wünsche waren dementsprechend groß. MPU, Sturmwehr, Flak und Blutzeugen auf CD und Kassette – und wie im Leben üblich, wurden einige Wünsche erfüllt und andere mussten noch warten. Allein mit dem Bestellvorgang wird in mir eine gewisse Unruhe geweckt; es ist eine Unruhe, die mit Organisation, Zerstreutheit und Erinnerungen gefüllt ist. Eine neue CD muss entsprechend einsortiert werden: Panik – oh man, kein Platz im Regal! Die CDs müssen umsortiert werden. Plötzlich überschlagen sich die Gedanken, nah schau, diese Scheibe war echt gut – anhören möchte ich diese CD auch nochmal, bevor sie neu einsortiert wird und das neue Kunstwerk im Haus angekommen ist. In diesen Momenten wird mir immer wieder bewusst, wie wichtig Musik für mein Leben ist und welche Faszinationen vom guten alten Rechtsrock ausgeht.
Musik als Wegbegleiter für das ganze Leben
Musik begleitet uns nahezu in jedem Moment unseres Lebens – oft unbewusst, aber stets wirkungsvoll. So richtig darüber nachgedacht, oder sich dem bewusst wird man kaum, und so läuft Musik manchmal an uns vorbei. Aber dies ist nicht immer so. In einer gewissen Abfolge von Tönen ist Musik ein kraftvolles Ausdrucksmittel, das tief in unsere Gefühlswelt eingreifen kann und uns somit mental einfängt. Schon wenige Klänge können Erinnerungen wecken, Stimmungen verändern oder Gedanken in völlig neue Richtungen lenken. Klangvolle, energiegeladene Musik kann Emotionen verstärken – Freude intensiver, Traurigkeit tiefer oder Motivation stärker fühlbar machen. Ein kraftvoller Rhythmus lässt uns aufblühen, während dramatische Harmonien unsere innere Spannung widerspiegeln. Gleichzeitig können musikalische Klänge einen emotionalen Gegenpol zu unserer Gefühlswelt darstellen – melodische, sanfte Klänge können beruhigen, Stress abbauen und uns in Momenten innerer Unruhe wieder ins Gleichgewicht bringen.
Musik fängt das auf, was Worte manchmal nicht ausdrücken können, und formt diese in Schwingungen, die direkt unser Inneres erreichen können. Dass Musik Einfluss auf unsere Psyche hat, ist wissenschaftlich belegt. Sie kann den Herzschlag, die Atmung und sogar die Ausschüttung von Hormonen beeinflussen, und so verwundert es auch nicht, dass man Musik auch in der Heilwirkung für Aggressionen, Depressionen oder zur Verstärkung der Meditation nutzt. In der Musiktherapie nutzt man diese Kraft gezielt: Melodien helfen, Gefühle zu ordnen, Gedanken zu klären und seelische Spannungen zu lösen. Musik schafft geistige Räume – Räume für Trost, Kraft oder Entspannung, und so ist sie für mich, als Mensch mit ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) Heilmittel, Orientierung und Leitfaden.
Der Rechtsrock als identitätsstiftendes Element
Ich mag Musik und am liebsten höre ich den guten alten Rechtsrock, wie auch seine modernen Erscheinungsformen. Die Musik ist ein identitätsstiftendes Element, das Menschen zusammenführt und Gemeinschaft fördert. In bestimmten Momenten oder Kontexten wirkt Musik wie ein unsichtbarer Faden, der Individuen miteinander verbindet, weil Musik gemeinsame Werte, Gefühle und Weltanschauungen transportiert. Innerhalb des „rechten Lagers“ übernimmt Musik häufig die Rolle eines Symbols. Wir alle kennen diese Geschichten um die „Einstiegsdroge“ in den angeblich „rechten Sumpf“, und viele werden sich noch an ihre erste Kassette, Platte oder CD erinnern. Meine erste Kassette war gefüllt mit Frank Rennicke, Kraftschlag und Freikorps, und ich glaube, wenn es diese Kassette noch geben würde, würde sie wohl noch heute laufen. Rebellion, Freiheit, Zusammenhalt und Freundschaft, all das wurde durch künstlerische Kreativität und spirituelle Verbundenheit musikalisch eingefangen und wiedergegeben. Musik ist ein akustischer Ausdruck von gemeinsamen Haltungen und Weltanschauungen. Sie ist ein Spiegelbild jener Epochen, in welcher sie sich bewegt oder an welche sie erinnern möchte – und so gibt Musik in ihren Klängen, Texten und Stimmungen den Zeitgeist wieder, in der sie geprägt wurde. Musik ist eine künstlerische Begleiterscheinung ihrer Zeit.
Die Mauer ist gefallen. Unser Ziel war greifbar nah. Das deutsche Volk wieder vereinigt, so wie es früher war. Doch Zusammenhalt will keiner sehen. Warum, das weiß ich nicht. Vereint würde es uns bessergehen, doch das ist eine Sache, von der keiner spricht. Nordfront traf damals, gegen Ende der 90er, wahrscheinlich jedes Herz eines mitteldeutschen Rechten. In einer Zeit, wo junge Menschen verheißungsvoll nach „drüben“ schauten, aber die gegenseitige Akzeptanz noch gering erschien, trafen die Jungs aus Hannover den Kern der Zeit. Das Land wurde neu aufgestellt, neu organisiert und das „rechte“ Lager hatte die gleiche Aufgabe – es musste sich finden und zusammenwachsen. Bis heute höre ich dieses Lied gerne, nicht weil das Thema zwingend aktuell ist (zumindest nicht immer im rechten Lager), sondern weil es mit Wünschen und Sehnsüchten aus einer Zeit vollgepackt ist, welche ich selbst erfahren habe. Für uns Mitteldeutsche gab es eine Ersatzidentität, welche es anzunehmen galt, und für die Räume, im Osten und im Westen, entstand eine neue und geeinte Volksgemeinschaft, dessen versöhnende Zusammenführung auf dem Programm stand. Musik ist also ein Kunstwerk, das vollumfänglich mit den Gefühlen der Menschen verwoben ist. Gefühle, die positiv oder negativ behaftet sind und mit den Bedürfnissen der Menschen einhergehen – Musik trifft den Hörer in seinem Inneren und bringt ihn dazu, sich auf eine andere Art und zumeist angenehme Weise mit diesem Inneren auseinanderzusetzen.
Musikalische Kommentierung politischer Entwicklungen
Musik hat seit jeher eine besondere Fähigkeit, politische Inhalte aufzunehmen, zu verdichten und für ein breites Publikum erfahrbar zu machen. Als künstlerische Ausdrucksform, welche Emotion, Sprache und Klang verbindet, wird sie zu einem Spiegel gesellschaftlicher Stimmungen und zu einem Sensor für politische Bedürfnisse. Gerade, weil Musik sowohl rational vermittelt als auch intuitiv fühlbar ist, eignet sie sich ideal dazu, politische Entwicklungen zu kommentieren oder ihnen vorauszugreifen.
Ein Pferd aus Holz steht vor unseren Toren. Im Inneren hat sich nur der eig‘ne Tod verborgen. – So erklangen die Warnungen und Erkenntnisse der Zeit, hier als Beispiel von Übermensch. Wo Missstände, Ungleichheiten oder soziale Spannungen wahrgenommen werden, da kann Musik entstehen, deren Ausdruck Empörung, Hoffnung oder Solidarität vermitteln soll. Auf diese Weise kann Musik zu einer Art akustischem Archiv von politischen Erfahrungen oder Forderungen werden: Macht die Grenzen dicht, Europas Herz wollen wir bewahren, der Geist, der aus uns spricht, bezwang schon Roms Cäsaren. Macht die Grenzen dicht. (…) Remigration – Zeit aufzubrechen, au revoir und auf Wiedersehen. Zeit zu gehen, husch zurück, findet daheim doch euer wohlgegönntes Glück. – Flak und das Lied „Grenzen dicht“ auf dem Album „Thronfolger“ können dementsprechend als Protestlied und Mobilisierung erkannt werden. Musik bewahrt damit nicht nur politische Botschaften, sondern rahmt sie emotional ein und macht sie über Generationen hinweg zugänglich.
Der deutsche Rechtsrock stellt regelmäßig unter Beweis, wie schnell er auf Krisenzeiten und gesellschaftliche Veränderungen regieren kann. Musik bietet sich also als Ventil für persönliche und gesellschaftliche Themen an, und so können wir den Rechtsrock als ein Instrument der Zeiterfassung verstehen – Musik hält fest, welche politischen Bedürfnisse zu einer bestimmten Epoche im Vordergrund standen oder stehen. Jede Ära hat seine Klänge, in denen die Konflikte, Hoffnungen und Sehnsüchte widergespiegelt werden, welche jene Zeit prägten. So wurde der Rechtsrock zu einem musikkulturellen Seismographen, der politische Erschütterungen für uns hörbar macht und es den zukünftigen Generationen ermöglicht, den Puls der Zeit nachzuvollziehen.

Die soziale Funktion des Rechtsrocks
Auch sozial hat Musik eine entlastende Funktion. Wenn Ängste und Sorgen thematisiert werden, verlieren sie ihren individuellen Makel. Der Zuhörer erlebt, dass Gefühle geteilt werden und darf diese in Text und Ton miterleben. Oft entsteht dann ein Wiedererkennungseffekt, in dem man sich selbst wiederfindet. So ist es die Band Handstreich, damals noch als Cynic, die mit ihrem Lied „Muttersprache & Vaterland“ auf dem Album „Rock“ die Ängste und Sorgen aller Mütter und Väter aufgriffen: In diesen Zeiten habe ich Angst, wenn mein Kind zur Schule geht, denn wenn es dort deutsch spricht, kann es sein, dass man es nicht versteht. (…) Jugendliche sich selbst überlassen, ohne Zukunft, ohne Perspektive, werden sie in diesem Staat, in die Illegalität getrieben. – Da dieses Album nun schon einige Jahre auf dem Buckel hat (es stammt aus dem Jahre 2010) und viele Eltern in unserem Land heute noch die gleichen Sorgen teilen, würde ich behaupten, das Handstreich / Cynic in diesen Zeilen einen fortwährenden Klang an sozialer Kritik bieten. Doch wo Schatten, dort auch Licht, und so ist dieses Lied natürlich nicht nur von Kritik und Angst beseelt, denn: Meine Mutter ist die Sprache, mein Vater ist das Land – Für die Zukunft meiner Familie leiste ich Widerstand. Kommt Brüder und kommt Schwestern, deutsches Volk erhebe dich – die Heimat sie muss leben, heut‘ und ewiglich. – So erleben wir im selben Akt einen aufbauenden und motivierenden Klang, der unsere Herzfrequenz positiv beeinflusst und unsere Ängste und Sorgen wieder kontrollierbarer für uns macht, indem er unsere Gedanken wieder in eine positive Richtung schubst. Ich persönlich halte diese Musikscheibe für eine der besten seiner Zeit. In der Themenbreite ist sie bis heute aktuell und zutreffend. Was uns erneut zeigt, wie dauerhaft Musik erschallen kann und wie generationsübergreifend ihre Themen sein können.
Ich erinnere mich noch gut, als wäre es gestern gewesen, wo Großvater spätabends mir Geschichten vorgelesen, von Erfahrung und Glück aus seiner langen Lebensstund, sie klangen so berührend aus seinem weisen Mund. (…) Doch heute muss ich spüren, wie es ist zu vermissen, Opas Geschichten, seine Liebe, sein Wissen. – Diese Zeilen begleiten mich seit 1999. Ein Jahr zuvor verstarb mein Großvater, und als „Menschen kommen, Menschen sterben“ von Sturm und Drang das erste Mal meine Ohren erreichte, öffnete es bei mir sämtliche Kanäle für Tränenfluten. Musik packt uns an den emotionalsten Stellen unseres Seins und vermag unsere Gefühle zu externalisieren – Musik wirkt heilsam und verschafft uns das Vertrauen, uns zu öffnen und unsere Gefühle auch einmal nach außen zu tragen. S.U.D. und die „Ende der Tage“ gehören vielleicht nicht zu den größten musikalischsten Glanzstücken im Rechtsrocksegment, dennoch haben Rico und seine Mannen mein Herz getroffen und so bleibt auch diese Scheibe bis heute für mich unvergessen.
Diese Auseinandersetzung mit den Gefühlsexplosionen ist bei mir eher selten, und umso mehr kann ich mich an diese Momente erinnern. 2016 hatte ich das Glück, in Wendefurt an der Talsperre eine Floßfahrt zu erleben, auf der Lunikoff mit Klampfe ein kleines abendliches musikalisches Stelldichein gab. Es war mitten im September. Die Luft war kühl, der Himmel grau, und als das Floß für die Rückfahrt drehte und ich auf das Ufer sah, versank ich zu „Drei wie Brüder“ in meine Gedanken. Die Stimmung passte sehr gut: Die Kälte, das gedämpfte Licht, die langsamen Bewegungen des Floßes. Es war für mich ein dramatischer Moment und die Tränen flossen. Manchmal ist dem eben so, wenn die Bedingungen passen, die Phantasie kreist und der Sänger einen mitten ins Herz trifft. So war es Phil von Flak, der mich im letzten Jahr mit seinem Lied „1871“ auf seinem Liederabend im „Eisernen Löwen“ erneut eiskalt erwischte. Seine wunderbare Stimme, meine Gedanken und deren Vorstellungen zum Text bildeten eine Einheit – die meine Hoffnungen und die Sehnsucht nach ganzheitlichen Werten hervorriefen, welche heute oft fehlen. Eine Sehnsucht, die im Rechtsrock doch etwas Essentielles ist und deren Einforderung und Repräsentation immer wieder auf unsere Ohren trifft.
Rechtsrock als musikgewordenes Lebensgefühl
Familie, Volk und Vaterland – die drei Säulen, die das nationale Fundament tragen, bieten viel Platz, um den Rechtsrock mit fortwährenden Werten und Normen zu füllen. In vielen Liedern wurde darüber gesungen, wer wir sind, woher wir kommen und wofür wir stehen. Musik gibt diesen identitären Bausteinen eine Stimme, welche sich oft nur schwer in Worte fassen lassen, und so hilft der Rechtsrock dabei, seine eigene Identität zu erkennen und zu bewahren. Ja, so kann der Rechtsrock auch zur musikalischen Einstiegsdroge werden, indem man Wissen und andere Perspektiven gewinnt. Lieder von Herkunft, von persönlichen Kämpfen und von gemeinsamen Erfahrungen, die Zusammenhalt schaffen und daran erinnern, dass sich unsere Identität über Jahrhunderte entwickelt hat und wir mit den drei Säulen – Familie, Volk, Vaterland – ganzheitlich verwurzelt sind. Gerade deshalb wird in so vielen Liedern betont, wie wichtig es ist, sich selbst treu zu bleiben und das zu erhalten, was einen ausmacht.
So schaffen es unsere Musiker immer wieder, in Form von musikalischer Urgewalt, unsere deutsche Schaffenskraft und unseren natürlichen Selbstbehauptungsdrang kraftvoll zu vertonen. Dass in diesem Drang zur Selbstbehauptung, in der Verteidigung all unserer Werte und Normen, auch mal dunklere Zeiten herrschen, das ist mit Sicherheit allen bekannt. Aber: Blutige Nasen und gebrochene Rippen, wohl jeder hat schon so manches erlitten, doch Wunden verheilen, klagt nicht euer Weh, wir sind Zeugen einer edlen Idee. – Denn: Wer, wenn nicht wir. Wann, wenn nicht jetzt. Wo, wenn nicht hier – Nationaler Widerstand bis zuletzt. So zeigten uns Marco und seine Jungs von Words of Anger mit „Wer, wenn nicht wir“ vom gleichnamigen Album, dass auch jene, die uns mit ihrem künstlerischen Handwerk erfreuen, an unserer Seite stehen und die Problematiken, welche uns regelmäßig erwarten können, selbst kennen. Damit zeigen sie auf, dass es aber eben auch an uns liegt, dafür einzustehen, wenn es darum geht, das zu verteidigen, was uns ausmacht und was wir lieben.
Wir können also feststellen: Rechtsrock ist ein musikgewordenes Lebensgefühl, das emotionale und identitätsstiftende Kraft beinhaltet und diese dementsprechend auch entfalten kann. Musik ist somit keine bloße Unterhaltung, sie ist Gefühl und damit verbundene Erinnerung, sie ist Motivation und seelisches Heilmittel – und Musik ist Weltanschauung. In diesem Sinne müssen wir Rechtsrock auch als das benennen, was er ist: Er ist ein Teil unseres Kulturkampfes. Rechtsrock ist der in Ton eingefangene Widerstand gegen jegliche Form an Identitätsleugnung und ein vertontes Heilmittel gegen alle Geisteswirrungen des links-grünen Zeitgeistes.
In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr vielleicht eines Tages, beim Erschallen sanfter oder gar harter Töne, an diesen Text denkt, an seine Aufschlüsselung des Gefühlswirrwarrs, welches in uns stattfinden kann, wenn wir uns in den gehörten Klängen verlieren oder uns selbst wiederfinden, um letzten Endes zu erkennen, wie wichtig der Rechtsrock für uns als Mensch, für die Bewegung und als Multiplikator für Emotionen und Botschaften ist.
Erstveröffentlichung in Nationaler Sozialismus Heute #53
