
Manchmal genügt ein einfacher Geruch, der in uns ganze Welten von Gedankenströmen öffnet: feuchte Erde nach dem ersten Regen, Harz an warmem Holz, oder der Rauch eines Lagerfeuers in der Dämmerung, an dem wir den Abend verbringen. Und manchmal genügt dann auch nur ein Wort – ein Dialektfetzen, eine Redewendung, welche heutzutage viele für „unmodern“ oder „altbacken“ halten –, um plötzlich zu spüren, dass wir nicht nur aus unseren eigenen Vorstellungen bestehen, wie wir sein wollen, und dass es eben nicht nur Kalender und Nachrichtenströme sind, die uns füttern mit Aufgaben und Vorstellungen, welche uns täglich prägen. Unter dem heutigen Tag, den wir gerade erleben, liegen viele andere Tage, unter meinen soeben angewandten Sätzen liegen bedeutend ältere Sätze, und unter unseren Entscheidungen liegen unzählige Entscheidungen, die wir nicht selbst getroffen haben, in denen wir uns aber bewegen und leben.
Über unsere gemeinsame Herkunft zu sprechen, das kann in diesen Zeiten riskant sein. Für die einen wirkt es fremd und verträumt, für die anderen verräterisch und hetzerisch – ausgestoßen, rückwärtsgewandt, geächtet. Allzu leicht verliert sich das Gegenüber im Meinungsgewäsch, das politisch vorgegeben wurde, um uns alles zu nehmen, was wir doch als Urquelle unseres Seins verstehen sollten. Dabei ist die Zuneigung zum Vertrauten nichts anderes als eine menschliche Grundbewegung – genauso selbstverständlich wie der Griff eines Kindes nach den Händen seiner Eltern im Gedränge von Menschenmassen, bevor es sich in diesen verlieren würde. Der Griff nach etwas Vertrautem verschafft Orientierung; es ist eine Art Kompass, der uns das richtige Geleit weist.
Die ersten Grenzen, die wir als Mensch kennen und fühlen lernen, das sind nicht die Räume, die uns binden. Es sind die Arme des eigenen Blutes. Die Familie – das erste soziale Netzwerk, bedeutend älter als das Internet, historischer als viele Stammbäume und seit Beginn der Zeit geprägt von Ordnung (Hierarchie) und sozialen Bindungen. Vieles, was wir als „Charakterzüge“ oder „Verhaltensweisen“ bezeichnen, nehmen wir uns an. Wir übernehmen das, was wir sehen, lernen oder fühlen, und nutzen diese Erfahrungen für uns selbst weiter – heute sind wir jene, die all dies weitergeben. Die Art, wie wir das Brot schmieren, die Türe schließen oder Streitigkeiten beenden, sind Angewohnheiten, die wir uns angenommen haben, weil wir diese aus unserem Leben kennen und als sinnvoll und bewahrenswert erachtet haben. Unsere Sprache, die kulturellen Eigenarten, das daraus resultierende Wissen und die dazugehörigen Bräuche und Traditionen nehmen wir dort auf, wo unser Leben beginnt. Die Liebe zum Eigenen, die heute als „gefährlich“, „rassistisch“ oder „intolerant“ gebrandmarkt wird, ist nichts von dem, was man ihr so negativ anhaftet. Nein, im Gegenteil: Denn wer tief in sich hineinhorcht, erkennt, dass in dieser Liebe nichts Böses wohnt.
Die Augenfarbe der Mutter, die Hände, die denen des Vaters ähneln, und die Zuneigung, welche wir seit dem ersten Tag innerhalb unserer Familie erfahren dürfen, sind von reiner Natur. Wir lieben unsere Eltern, wir ehren unsere Großeltern und blicken auch so auf die Urgroßeltern zurück, sofern uns das Schicksal vergönnte, sie noch zu erleben. Diese Liebe beruht auf einer Vielzahl von Gemeinsamkeiten, die tief in unserem Wesen eingeschrieben sind – von der einheitlichen Genetik, die unsere Züge formt, bis hin zu den replizierten Verhaltensweisen, die wir unbewusst aufgenommen haben und an die Nächsten weiterreichen. All das basiert auf Sicherheit, Wärme und Nähe – diese Geborgenheit ist es, was der Mensch als grundlegendes Fundament für sein Leben benötigt. Die Ethik, die der Familie entspringt, ist das Mindestmaß der Volksgemeinschaft. Die erste Sozialisierung wird eingeleitet von den Menschen, die uns formen. Was als Keimzelle für den Erhalt der Volksmasse beginnt, trägt sich als Blütentracht in die Volksgemeinschaft hinein. Höflichkeit, Verantwortung und Solidarität entspringen nicht dem Einzelnen; sie wurzeln grundlegend in der Familie, der man entsprungen ist. Aus dem Kinderzimmer hinaus in das Treppenhaus, aus dem Treppenhaus hinaus in den Hof und aus dem Hof hinaus in die Nachbarschaft: „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“, ein freundliches Lächeln und ein netter Blickkontakt – „Darf ich Ihnen helfen?“. Die Volksgemeinschaft kennt nicht nur das Blut; mit ihr sind gemeinsame Herkunft und Gewohnheiten verbunden, die man als Zugehörigkeit erkennt. In ihr ruht die Kraft der stillen Vertrautheit, die ein Volk zusammenwachsen lässt. Die Liebe zum Eigenen endet eben nicht an der eigenen Haustüre; sie weitet sich aus, ganz natürlich und wahrhaftig, in tiefer Verbundenheit zu unserer Familie, dem natürlichen Umfeld, den damit verbundenen Menschen und unserer umgebenden Umwelt.
Für den Nationalisten geht diese Liebe weiter, denn der Nationalist kann Familie, Volk und Vaterland nicht ohne den Begriff der Nation denken, und so wächst seine Liebe zum Eigenen über die Region hinaus; sie erfasst die weiten vieler Landschaften und nimmt unser gesamtes Land und dessen Menschen in seinem Herzen auf. Der Nationalismus ist ein natürlicher Prozess – ein Resultat von stetiger Weiterentwicklung. Die Volksgemeinschaft, sinnbildlich gesprochen, ist für den Nationalisten nichts anderes als die Familie im Großen. Diese Verbundenheit, die er gegenüber dem Nächsten empfindet, findet seine logische Fortsetzung in der Treue zum eigenen Volk. Die nationale Selbstwahrnehmung als Nationalist ist fortwährend und über Jahrhunderte gereift, sodass Familie, Volk und Vaterland Kräfte entwickelten, die die nationale Identität vorgeben, aus denen der Nationalismus seine positiven Kräfte entfaltet.
Die meisten Menschen leben heute so, als wären sie der Anfang: als hätten sie die Sprache erfunden, die Häuser gebaut, in denen wir wohnen, und für uns die Wege gepflastert, die uns zur Arbeit tragen. Doch die Wirklichkeit ist älter als ihr Spiegelbild. Alles, was uns heute für selbstverständlich erscheint – eine Brücke, ein Feldweg, ein Auto, das Telefon, ein Bild oder ein Gedicht –, ist geronnene Zeit. Weit vor unserem eigenen Sein hat ein Mensch geplant, gebaut, geflucht, durchgehalten. Ein Werk ist entstanden, das über Zeit und Raum hinfort Bestand hat – es ging über seinen Schöpfer hinaus. In einem nationalistischen Weltbild ist die Gegenwart niemals wichtiger als die Ewigkeit. Geburt, Sein, Werden, Vergehen – so entnahm ich es Alois Mitterer (Von den Quellen unserer Kraft – Wege zu Deutschlands Wiedergeburt) – sind der natürliche Ablauf des Lebens; die Schaffenskraft aller Menschen vor uns hat aber für und in uns Bestand. Dieses Wissen um die eiserne Ahnenkette ist nicht neu; es ist die Ur-Erkenntnis aller europäischen Völker. Schon die antiken Griechen, die Römer und unsere germanischen Vorfahren waren zutiefst in ihr verwoben, und ihr Verständnis der Kontinuität ähnelt dem unseren bis ins heutige Mark. Wenn der Kaiser Marc Aurel seine Selbstbetrachtungen mit einer Danksagung an jene begann, die ihr Wissen und ihr Gemüt an ihn weitergetragen haben, dann ehrte er damit die Vorfahren als die Architekten seines Seins. Ein Julius Caesar handelte in dem unerschütterlichen Wissen, dass sein Werk in der Ewigkeit nachhallen würde, weit über seinen physischen Tod hinaus. Und Arminius, der Befreier, wusste, dass die Zukunft und das Wesen seines Stammvolkes nur außerhalb römischer Fremdherrschaft, in der eigenen Art, gedeihen konnten. Sie alle verstanden: Geburt, Sein, Werden, Vergehen – dies ist die ewige Ordnung des Lebens, der wir unterliegen und die uns unerbittlich aneinanderkettet, von Generation zu Generation, hinfort bis in die Unendlichkeit. Und so wurde unsere Nation, gefüllt von Leben, zu einem zeitlosen Wesen, in dem wir unseren Platz einnehmen. Wir sind ein Glied in dieser unendlichen Kette – der Ahnenkette. Hinter uns stehen die Heere der Ahnen, die all unser Land urbar gemacht, unsere Städte erbaut, unsere Sprache geformt und ihre Freiheiten mit Blut verteidigt haben. Nicht mit der Vergangenheit in ständigem und aufrechtem Dialog zu leben, widerspricht unserer Natur. Alles, was uns heute Identität und unser Dasein verleiht, ist das Erbe unzähliger Generationen vor uns. Unsere deutsche Kultur und ihre Schätze sind nicht unser Eigentum; sie sind eine Leihgabe unserer Altvorderen mit der verpflichtenden Aufgabe, diese ungeschmälert durch die Zeit zu tragen. Es wäre schändlich, all das dem links-grünen Zeitgeist und seiner Beliebigkeit preiszugeben oder es für einen schnellen, kurzen persönlichen Gewinn zu opfern.
Die Gegenwart hat für viele Menschen eine verführerische Stimme. In der heutigen Welt feiert man den Bruch mit der eigenen Tradition als Fortschritt. Doch was man uns allen als Freiheit verkauft, das ist in Wirklichkeit die Feigheit, sich der Verantwortung der Geschichte zu stellen. „Wegwerfgesellschaft“ – ein Wort, das schon lange nicht mehr nur auf Handelswaren und Güter zutrifft. Heute sind es Kulturgebräuche, Sprachen, wissenschaftliche Erkenntnisse, Nationen und Identitäten, deren Austauschbarkeit stets gepredigt wird. Der Mahlstrom des links-grünen Zeitgeistes kennt keine Grenzen; auch er möchte über alle Zeiten hinfort seine Ideologie durchsetzen und er setzt dort an, wo es uns am meisten trifft: in den tiefen Wurzeln unserer deutschen Volksseele. In diesem links-grünen Mahlstrom der Beliebigkeit ist die Entwurzelung ein Normalzustand: Umzüge, Jobwechsel, digitale Freundschaften, Identitäten, Sprachgestaltung, Geschlechter und Loyalitäten, die wie Seifenblasen schillern und emporsteigen, aber ebenso schnell zerplatzen. Der Nationalist in seinem konservativen Grunddenken wird aber nichts wegwerfen, nur weil andere es als „rückwärtsgewandt“, „unmodern“ oder „intolerant“ verklären. Und Seifenblasen, denen ist er als Kind schon hinterhergelaufen, um sie platzen zu sehen. In seinem ererbten Wissen weiß er um die Tugend der Kontinuität, die es benötigt, um das zerbrechliche Kunstwerk der Zivilisation zu erhalten. Unsere Ahnen und ihre Werke sind nicht tot, solange ihr Geist und ihr Schaffen in uns weiterleben. Wenn wir ihre Lieder singen, ihre Traditionen pflegen und ihre Werte hochhalten, bleiben sie ein Teil unserer lebendigen Volksgemeinschaft. Der Nationalismus und seine Pflege des Eigenen sind die einzige und richtige Antwort gegen die aufkeimende Vergänglichkeit.
Wir sind verpflichtet, das uns überlassene Erbe zu würdigen. Der Nationalist sieht darin kein „bloßes Verwalten von Asche“, er findet in seinem Tun „die Weitergabe des Feuers“. In dieser Interpretation von Gustav Mahler erhalten wir uns den natürlichen Volksgeist, seine Lebenskraft und dessen innere Werte, die unsere Nation über Jahrhunderte geformt haben. Diese Lesart gibt uns vor, dass jede Generation die Pflicht hat, diesen Geist zu nehmen und ihn in die eigene Zeit zu übersetzen – und die Flamme weiterhin lodern zu lassen. Wir müssen die positiven Kräfte unseres Volkes mit dem entsprechenden Respekt und einer tiefen Demut vor der Leistung unserer Vorfahren an die kommenden Generationen weitergeben. Wir lieben unsere Kinder und wir werden deren Kinder lieben – und deshalb müssen wir ihnen eine Welt hinterlassen, in der sie noch erfahren werden, wer sie wirklich sind. Ein gutes und nationales Identitätsbewusstsein kann nur dort erwachen, wo die Menschen sich ihrer Identität bewusst sind.
Die Weitergabe unserer Urquellen geschieht im Kleinen und niemand hat es in einem praktischen Handbuch zusammengefasst: dass man seinem Kind beibringt, wie man sich die Schuhe schnürt oder das Besteck richtig hält; dass man ein altes Buch nicht wegwirft, sondern liest; dass man ihnen zeigt, wie man einen Garten umgräbt, ohne den Boden zu verletzen. So simpel und einfach uns dies erscheinen mag, so mächtig und so groß sind doch die Auswirkungen unseres Handelns. In unserem Tun schmieden wir die neuen Glieder der Ahnenkette und verankern diese miteinander. Glied für Glied erweitern wir die Kette der Zugehörigkeit und manifestieren unsere Bindung, welche durch alle Zeiten hinfort bis in die Anfänge ineinandergreift. Es waren unsere Eltern, die uns das Schuhe schnüren, das Besteckhalten, das Buchlesen und den Gartenumgrub beigebracht haben, so wie es ihnen von ihren Eltern beigebracht wurde. Die Welt bleibt nicht stehen. Menschen kommen dazu, andere gehen. Kontinuität bedeutet für eine wachsende Volksgemeinschaft nicht, die Veränderung zu leugnen, sondern dieser einen Rahmen zu geben, wo Regeln verständlich sind, man Wahrheiten ausspricht und das Gemeinsame pflegt, ohne das Verschiedene zu entkräften. Eine reife und gut gepflegte Volksseele erkennt man daran, dass sie die erforderlichen Veränderungen in sich aufnehmen kann, ohne sich selbst zu verlieren – und dass sie sich bewahren darf, ohne dass man ihre Tat als „rückwärtsgewandt“, „rassistisch“ oder, wie heute üblich, als „Ressentiment“ betitelt.
Wir stehen heute an einem Scheideweg. Die Welt will uns einreden, Herkunft sei ein Zufall und Identität eine Last. Doch die Wahrheit ist: Wir wissen es besser. Das Gefühl der Geborgenheit in der Volksgemeinschaft ist eine natürliche Entwicklung, die tief in unserer Biologie und unserer menschlichen Seele verankert ist. Der Nationalismus hält fest an Familie, Volk und Vaterland, und er tut das aus überfließender Liebe zu dem, was uns hervorgebracht hat. Der stolze Blick auf unsere Generationenkette ist ein Blick, der uns zu einer Aufgabe führt – die Aufgabe, unser Erbe anzunehmen, es zu bewahren und Wegbereiter für seine fortwährende Zukunft zu sein.
Und so kehren wir zurück an jenen Ort, an dem alles begann: an das Lagerfeuer in der Dämmerung. Sein Rauch beißt nun in den Augen, seine Wärme rötet uns die Wangen, und sein Knistern ist die Sprache derer, die vor uns hier saßen. Doch das Feuer brennt nicht von selbst. Es benötigt Holz, das wir gemeinsam herbeischleppen; denn es braucht unsere schützende Hand, die die Glut vor dem Wind der Beliebigkeit bewahrt; es braucht uns, um am Leben zu bleiben. Es genügt heute nicht mehr, nur sehnsüchtig in die Flammen zu starren und von vergangenen Zeiten zu träumen. Die Besinnung auf unsere Herkunft darf nicht nur ein Gedankenspiel bleiben, das wir pflegen, während um uns herum das Werk unserer Altvorderen abgetragen wird. Wir müssen raus aus der bloßen Vorstellung, die Lethargie ablegen – und in tatkräftiges Handeln übergehen. Das Feuer, das wir von unseren Ahnen empfangen haben, ist keine Fackel, die wir nur im Stillen betrachten dürfen. Es muss das Signalfeuer auf dem Gipfel unserer Zeit sein! Wir sind die Antwort auf die Stimme unserer Ahnen und die Hoffnung unserer ungeborenen Kinder. Führen wir das Beste aus unserem „Gestern“ in ein lebendiges und zukunftsfähiges „Morgen“. Lassen wir gemeinsam die Seifenblasen der modernen Beliebigkeiten zerplatzen. Es wird Zeit, „die Weitergabe des Feuers“ nicht weiterhin nur zu verwalten, sondern es zu befeuern, um es hell und kräftig lodernd in die Welt zu tragen. Für unsere Familie, für unser Volk, für unser Vaterland.
