Neuer Bewegungsroman „Blutreben“ – Im Gespräch mit Wolfram L. Vierthaler

Der Buchautor im Gespräch mit dem Verleger Sascha Krolzig

Sascha: Lieber Wolfram, Dein Roman „Blutreben – Wolfserwachen“, der kürzlich im Sturmzeichen-Verlag erschienen ist, lässt sich gar nicht so leicht in ein bestimmtes Genre einordnen. Ist „Blutreben“ ein Entwicklungsroman, ein Sozialdrama, ein Thriller? Wie würdest Du selbst Dein Werk einordnen?

Wolfram: In erster Linie als zusätzlichen Faden für jene Fahne, die es für uns Nationalisten auf dem Gebiet der Belletristik zu hissen gilt. Nicht nur, um dadurch Stellung zu beziehen, sondern zugleich, um keinerlei Zweifel an unseren Expansionsabsichten zu lassen. Was nun die literarische Gattung betrifft, erfüllt mein Roman zwar alle Kriterien des Entwicklungsromans, doch ist die Metamorphose der Hauptfigur nur eine von mehreren Ebenen. So erzählt das Buch nicht nur die Geschichte eines Einzelnen, der nach Antworten sucht, sondern auch die einer Kameradschaft, die keine Fragen stellen muss.

Sollte ich mich für eine Beschreibung entscheiden, dann fiele meine Wahl vermutlich auf „Unterhaltungsroman“. Das mag vielleicht überraschen, da diesem Begriff oftmals etwas Abwertendes anhaftet. Aber im Grunde ist es doch das, was einen guten Roman ausmacht: Er soll unterhalten. Und den Leser vergessen lassen, dass die Figuren, mit denen er im besten Fall mitfiebert, mit denen er lacht, mit denen er trauert, bloße Anordnungen von Buchstaben sind. Existent nur auf dem Papier. Aus der Zweidimensionalität gezogen und ins Leben gerufen durch das Zusammenspiel zwischen dem Schriftsteller und dem Leser, der bereit ist, das innere Auge zum Filmprojektor werden zu lassen.

Sascha: „Blutreben“ ist Deine erste Romanveröffentlichung. Du zählst ja nicht mehr zu den ganz jungen Aktivisten. Was hat Dich also zu der Überzeugung gebracht, dass nun der richtige Zeitpunkt sei, um einen Roman zu veröffentlichen?

Wolfram: Nicht zuletzt das Eingeständnis eigener Vergänglichkeit. Hierbei muss ich erwähnen, dass ich bereits seit meiner Jugend schreibe, und die Veröffentlichung eines meiner Manuskripte stets auf der Liste jener Ziele stand, die ich vor meiner Grubenbesteigung verwirklichen wollte. Dass es bisher dazu nicht kam, lag einerseits an den Unwägbarkeiten des Lebens, die mich oftmals andere Dinge priorisieren ließen. Andererseits dem naiven Drang, in meinem Schreiben Perfektion erreichen zu wollen – was natürlich unweigerlich zum Scheitern verurteilt war. Mit Zwanzig jedenfalls ist man fest davon überzeugt, noch genug Zeit für das Schreiben eines Buches zu haben. Mit Dreißig besteht noch keinerlei Anlass, daran zu zweifeln. Hat man die Vierzig erreicht, spricht die Stimme des Optimismus zwar schon nicht mehr im Brustton der Überzeugung, doch sie spricht noch. Eines Tages jedoch erwägt man, seinen Bekanntenkreis auszutauschen, weil dieser etwas zu fröhlich und viel zu penetrant darauf hinweist, dass man nun das halbe Jahrhundert voll habe. Und man beginnt ernsthaft zu überlegen, ob man jetzt vielleicht nicht besser mit seinem Roman anfangen solle. Um die Chance zu erhöhen, auch dessen Ende zu erleben. Es gibt schöne Nachrufe. Jene, die aus einer Auflistung bestehen, was der Verstorbene noch alles vorhatte, zählen eher nicht dazu.

Abgesehen von meiner verspäteten Midlife-Crisis, die zurecht keinen interessiert, was mich aber natürlich nicht davon abhält, trotzdem jeden daran teilhaben zu lassen, war der Hauptgrund allerdings ein anderer: Der eklatante Mangel an Belletristik von Nationalisten für Nationalisten. Was mir die Chance bot, zwei Fliegen, wenn schon nicht mit einer Klappe, so doch mit einer Tastatur zu schlagen. Einerseits konnte ich durch diesen Roman versuchen, mein persönliches Ziel der Veröffentlichung zu verwirklichen, andererseits meine bescheidenen Fertigkeiten in den Dienst der Sache stellen und der Bewegung von Nutzen sein. Ersteres ist mir gelungen. Ob das auch für Zweiteres zutrifft, müssen nun die Kameraden beurteilen.

Sascha: Ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten, schneide die Handlung des Romans für unsere Leser doch bitte kurz an.

Wolfram: Obwohl erst Mitte Zwanzig, ist Thilo Reber bereits desillusioniert und hat sich damit abgefunden, sein Leben als graue Maus zu führen. Am Begräbnis seines Onkels, den er niemals kennengelernt hat, nimmt er aus bloßem Pflichtgefühl teil. Und findet sich, wenig begeistert, inmitten einer Trauergemeinde aus Nationalisten wieder. Aufgrund einer Andeutung, die einer dieser Nationalisten über den Verstorbenen macht, nimmt Thilo widerstrebend die Einladung zu einem anschließenden Leichenschmaus im privaten Kreis an. Und setzt damit unbewusst eine Kette von Ereignissen in Gang, die alles, was er bislang zu wissen glaubte, in Frage stellt. Und nicht nur sein Leben dramatisch ändert…

Sascha: Bereits der Romantitel „Blutreben“ wird viele Leser neugierig machen. Wie bist Du auf diesen doch recht außergewöhnlichen Titel gekommen?

Wolfram: Ich würde gerne sagen, dass der Titel das Ergebnis strategischer Erwägung war, um den von Dir genannten Effekt zu erzielen. Tatsächlich aber kam ich zu diesem Titel wie Göring zum Reichstagsbrand. Heißt, plötzlich war er da. Und bildete genau genommen das Korn, aus dem der ganze Roman erwuchs. Persönlich tendiere ich ja dazu, dies als wodanische Inspiration anzusehen. Meine Ex-Freundinnen hingegen würden es wohl achselzuckend als Nebenprodukt meines bedenklichen geistigen Zustandes bezeichnen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass meine Version mir besser gefällt.

Sascha: Was mir beim Lesen aufgefallen ist: Du nennst weder die Stadt, in der sich die Handlung abspielt, noch den Namen einer politischen Organisation. Was ist der Grund dafür?

Wolfram: Der bewusste Verzicht auf die Nennung eines Städtenamens soll verdeutlichen, dass wir es beim Zustand unserer Großstädte nicht mit einem klar lokalisierbaren, sondern einem allgegenwärtigen Problem zu tun haben:

Miethochhäuser bildeten die Magenwände im Bauch der Bestie Großstadt. Heruntergekommen, verwahrlost. Aus dem Bewusstsein einer schönen neuen Welt verdrängt, aus den Hochglanzanzeigen der Werbestrategen für eine multikulturelle Gesellschaft verbannt. In ihnen hatte sich ein toxisches Gemisch herangebildet, personifizierte Magensäure, deren Zweck es war, den Volkskörper sich langsam selbst zersetzen zu lassen. 

Die Großstadt, in welcher der Roman spielt, steht somit stellvertretend für die unzähligen Köpfe der Hydra, die unser Land unter ihrem Leib zu erdrücken droht. Wohingegen die Tatsache, dass die politische Organisation im Buch keinen Namen hat, dafür steht, dass Parteien und Organisationen zwar von eminenter Bedeutung sind, doch in sich stets nur Mittel zum Zweck sind. 

Sascha: Sind in den Roman auch eigene Erfahrungen und Erlebnisse von Dir eingeflossen, oder ist die Handlung komplett fiktiv?

Wolfram: Meine Wohnungstür ist nichts Besonderes, aber irgendwie habe ich mich im Lauf der Jahre an sie gewöhnt, und mag sie vorzugsweise unbeschädigt. Weshalb ich an dieser Stelle versichere, niemals an einer Scheinhinrichtung beteiligt gewesen zu sein. Berücksichtigt man, was sonst noch im Buch vorkommt, erscheint es mir sinnvoll, mich auf eine überbordende Fantasie zu berufen. (Zugegeben, lieber Leser dieser Zeilen, das war jetzt ein denkbar plumper Kniff, um bei Dir Neugierde auf die Romanhandlung zu wecken. Du weißt es. Ich weiß es. Aber funktioniert hat es trotzdem, nicht wahr?)

Sascha: Es gibt wenige zeitgenössische deutsche Romane, in denen die nationale Bewegung eine Rolle spielt. Konkret fällt mir da nur Rebellische Herzen und Fackeln in deutscher Nacht ein, beide herausgegeben von der Partei „Der III. Weg“. Wenn wir den Blickwinkel etwas auf das „patriotische“ Lager erweitern, gibt es da noch Europapowerbrutal von John Hoewer oder zuletzt Herrengedeck von Volker Zierke, aber das war es dann auch schon. Was ich damit sagen will: Wahrscheinlich war es gar nicht so einfach, für Dein Romanprojekt literarische Vorbilder zu finden. Gab es Werke, von denen Du Dich bei Deiner Arbeit inspirieren lassen konntest?

Wolfram: Im Grunde war der bereits erwähnte Mangel an nationalistischer Belletristik selbst die Inspiration. Was Sachbücher angeht, so darf der zeitgenössische deutsche Nationalismus zu Recht stolz auf sein exzellent aufgestelltes Angebot sein. Bücher wie Frank Kraemers Mentale Fundamente, Heinrich Wolfs Wie weiter? und Dein „Deutschland retten!“ (bereits vergriffen) sind hier nur einige Beispiele. Was hingegen das Schlachtfeld der zeitgenössischen Belletristik angeht, hielten bislang nur einige ehrenvolle Einzelkämpfer das nationalistische Banner hoch. Weshalb es meiner Ansicht nach gilt, diesen Frontabschnitt erheblich zu verstärken. Um auf diesem Gebiet zu wiederholen, was im Bereich der Musik vorgemacht wurde. Etwas aus der Bewegung für die Bewegung zu erschaffen, was eine derartige Wirkmacht entfaltet, dass es auch außerhalb der Bewegung nicht auf Dauer ignoriert werden kann. 

Sascha: Ich weiß, dass es viele Kameraden dort draußen gibt, die ebenfalls gerne mal einen Roman schreiben wollen, aber die sich dieser großen Aufgabe nicht gewachsen fühlen und es deshalb gar nicht erst versuchen. Du bist ja selbst ein Quereinsteiger, was die Schriftstellerei betrifft. Was würdest Du Kameraden, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, unter die Schriftsteller zu gehen, für einen Rat geben?

Wolfram: Wer wirklich den Wunsch verspürt, einen Roman zu schreiben, der soll es auf jeden Fall versuchen. Im schlimmsten Falle scheitert man, doch ist eben dieser schlimmste Fall um ein Vielfaches besser, als sich auf dem Sterbebett Vorwürfe zu machen, es nicht zumindest versucht zu haben.

Machen wir uns nichts vor, der deutsche Nationalismus ist nicht nur Welten, sondern ganze Universen davon entfernt, Filme und Serien produzieren zu können. Es fehlt uns dafür sowohl an Möglichkeiten wie auch den Mitteln. Der Schriftsteller jedoch benötigt einzig das moderne Äquivalent zu Papier, Federkiel und Tinte, um Geschichten zum Leben zu erwecken. Heißt, wir haben die Möglichkeit, auf dem Gebiet der Belletristik Geländegewinne mit billigster Ausrüstung zu erzielen. Hierfür freilich bedarf es auch der Mannstärke, heißt der Autoren aus den eigenen Reihen.

Deshalb: Vernetzt euch. Unterstützt einander. Bietet euch gegenseitig als Testleser an. Bildet Autorengruppen.

Wir würden unserem Auftrag nicht gerecht, verstünden wir uns nur als Kulturwahrer, und vernachlässigten dabei unsere Möglichkeit zur Kulturschöpfung.

Erstveröffentlichung in Nationaler Sozialismus Heute #50

1 Gedanke zu „Neuer Bewegungsroman „Blutreben“ – Im Gespräch mit Wolfram L. Vierthaler“

  1. Bravo Kamerad Vierthaler !
    Dieser ‘Kampf an der Tastatur’ ist ebenso wichtig wie der ‘Kampf um die Strasse’. Wie sagte Kühnen; brvor man beliebt wird muss man bekannt sein !
    Wir haben mit kaum 100 NS-Kameraden Anfang der 80ziger ein Signal in die deutsche Öffentlichkeit gesendet und dies über all die trockenem Jahre des politischen Stillstands immer wieder befeuert. Wie durch Sascha im NS HEUTE bereits des Öfteren neschrieben, fehlte es an der nur langsam entstehenden Flankierung durch vielfältige kulturelle und wirtschaftliche Projekte. Daher ist dieser Beitrag von Dir so unglaublich wichtig und spornt hoffentlich andere Nationalisten zu weiterem Tatendrang an.
    Ich freue mich, diese Entwicklungen aus “der Graswurzel heraus” zu sehen und bin stolz darauf ein Teil der Graswurzel zu sein.
    Eas mich noch interessiert hätte: Hast Du auch :auf der Strasse’ einen Teil deines Kampfes erlebt ? Wamn und wo ?
    Mit unserem Gruß
    Thomas Wulff -STEINER-

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