Seitenhieb – Die Kolumne von Gottfried Küssel: Vom Ursprung der Ordnung

Wissen um die eigene Herkunft und Leben in gegenseitigem Vertrauen widersprechen sich nicht!

Warum muss so ein Satz am Anfang stehen?

Damit wir uns nicht im Begriffswirrwarr verirren!

Die Grundlage des menschlichen Überlebens liegt seit Jahrmillionen in der Familie! Nicht in der Familie, wie wir sie von den Kirchen seit Jahrhunderten eingeredet bekommen, im „Vater-Mutter-Kind-System“, sondern in der Familie, die das Zusammenleben mehrerer Generationen ermöglicht.

Es ist nicht der Hobbes’sche Wahn, dass der Mensch als einsamer Wilder durch die Gegend streift und das stärkere Individuum sich gewalttätig durchsetzt, der die Geschichte der Art Mensch beschreibt. Das wusste schon Darwin, der vom Überleben der Passendsten (fittest) schrieb.

Die Grundlage ist die Familie, die Sippe, oder wie auch immer man diese Großgruppe beschreiben will, die, so wir an unsere Art angepasst leben, unser Überleben garantiert.

Diese ist der Ursprung (weil schon in vormenschlichen Gemeinschaften bestehend) und an diese sind wir adaptiert, diese ist unsere „natio“!

Und die innere Ordnung, die nicht festgeschrieben war und ist, sondern die sich immer an Zeit und Situation anpasste, um das gemeinschaftliche Überleben, also das Überleben der Einzelnen in der Familie und der Familie in der Welt ermöglichte und garantierte, bestand durch Jahrmillionen. Im lateinischen Wortstamm „parare“ (bereiten, vorbereiten, ordnen) sehen wir die Ordnung.

Die Familie bedarf der Ordnung, um zu überleben, sie will „in parare“ sein. Geordnet und vorbereitet auf Unannehmlichkeiten. Sei es schlechtes Wetter, sei es ein langer Winter, oder sei es eine Gruppe böser Spitzbuben, die auf das Eigentum gewalttätig zugreifen möchte.

Durch die Zeiten ent- und verwickelten sich Worte und Begriffe und so entstand begrifflich aus der „Geburt“ und der „Herkunft“, also aus der „natio“ die „Nation“ und das „in parare“ wurde zum „Inperium“.

Der eigene Ursprung und das Leben, geordnet in der Gemeinschaft, sowie die Bezüglichkeit darauf, widersprechen sich wohl nicht, sondern ergänzen sich doch eher wunderbar.

Es waren die jeweils aktuellen machtpolitischen Verhältnisse, die den Begriffen immer neue Bedeutungen zuwiesen und uns so in das eingangs erwähnte Begriffswirrwarr stürzten. Und wir konnten es uns leisten, über Dinge nachzudenken – hurra! Doch jene, die das Nachdenken zu ihrem Lebenssinn machten, trennten die Begriffe von ihrem Ursinn. Sie abstrahierten sie. Die „-ismen“ waren in der Welt!

So wurde die Eigenschaft, auf die „natio“ bedacht zu sein, als „national“ bezeichnet, und der abstrahierte Begriff nannte sich „Nationalismus“. Und die Ordnung wurde zur „Herrschaft“, wurde zum „Herrschaftsgebiet“, wurde als gedankliches Konstrukt der „Imperialismus“.

Aber jetzt ging es erst richtig los.

Gefühle wurden zu Gedanken, Gedanken zu Worten, und nun ließ es sich prächtig streiten. Theorien und Überlegungen wurden hin und her gewälzt. Alleine, verloren ging der Ursinn! Und damit nicht genug, war man nicht nur mehr anderer Meinung, anderes Wissens, sondern gründete eine theoretische Gegnerschaft. Es wurde dem bekämpften Begriff noch das „anti-“ vorausgesetzt.

Und auch wenn keiner mehr die Wurzeln kannte, eigentlich nicht mehr klar war, worüber gestritten wurde, man hatte ein „anti-“ und einen „-ismus“, an dem man sich herrlich abarbeiten konnte und dem eigenen Denken einen Begriff gab! Das „ego“ war befriedigt. Und wie!

Steht Nationalismus also in Gegnerschaft zum Imperialismus?

Nach dem vorher Gesagten sollte so manchem bei dieser Frage das Grauen über den Rücken laufen.

Die Familien- beziehungsweise Sippengemeinschaften erarbeiten ihre Ordnung stetig neu, können sich gegenwärtigen Notwendigkeiten spontan anpassen. Dadurch sie sich untereinander kennen und wissen, wie sie sich gegenseitig einzuschätzen haben, werden auch Ethik und Moral nicht beiseitegelassen.

In der nächsthöheren Ebene, der Landschaft, dem Bezirk, wird es schwieriger. Auch wenn es noch persönliche Bekanntschaften gibt, die persönlichen Loyalitäten schwächen sich ab und Ordnungsstrukturen werden wichtiger.

Und je größer Strukturen werden, umso wichtiger wird die Ordnung, auf die sich verlassen werden kann. Ja, die verdammte „Ordnung“ als abstraktes Regelwerk.

Worin besteht nun das Risiko im Nationalismus? Darin, dass er seine funktionierende Ordnung als alleinig richtige betrachtet, ungeachtet wo und wann.

Worin besteht das Risiko im Imperialismus? Darin, dass er seine funktionierende Ordnung anderen aufzwingen will.

Sind also Nation und Imperium Gegensätze? Natürlich nicht, vielmehr sollten sie sich zu einem gemeinschaftlichen Ganzen finden. Und auf dem Weg dorthin ist es – auch – unsere Aufgabe, pingelig darauf zu achten, dass wir nicht „falsch abbiegen“. Zum Wohle unserer Nation und zur Sicherung einer Ordnung, die angenommen werden kann und dienlich ist.

Erstveröffentlichung in Nationaler Sozialismus Heute #53

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