
Zu führen ist eine Charakterfrage! Sie bedeutet Verantwortung zu übernehmen!
Damit ist eigentlich schon alles gesagt und ich könnte aufhören zu schreiben, wenn, ja wenn nicht darüber immer theoretisiert würde.
Gerade in der heutigen Zeit wird in allen Kreisen des Volkes verlangt, dass jeder Einzelne doch selbstverantwortlich handeln möge. Ein gutes und richtiges Verlangen, das jedoch an den entwicklungsbiologischen Eigenheiten scheitert. Wie soll und kann denn jeder Einzelne die Komplexität heutiger Gemeinschaften und Gesellschaften in allen Einzelheiten begreifen, die Details, in denen „der Teufel liegt“, wissen? Und wo liegt dann die Entscheidungsgrundlage?
Seit der Sesshaftwerdung sind wir zum arbeitsteiligen Vorgehen übergegangen. Eine Entwicklung, die zur Fachkundigkeit geführt hat und somit zum Umstand, dass in jedem Fachbereich Führungskräfte vorhanden sind, und andere, die sich in diesen Bereichen eben als Mitläufer verhalten und das tun, was die jeweils führenden Fachkräfte sagen.
Eigentlich klar und einfach, wenn uns nicht die Millionen Jahre Menschsein hier einen „kleinen biologischen Streich“ spielten. Durch diese Äonen konnte wohl fast jeder alles, was vonnöten war. Der eine besser und der andere ein bisschen schlechter. Die Sippe, die Großfamilie bot Sicherheit und Schutz. Jeder kannte jeden, man kannte die Fähigkeiten des Einzelnen und ordnete sich in einzelnen Aufgaben denen unter, die in der Lage waren, organisatorisch optimal zu handeln. Und wenn „heute“ einer den Bau eines Unterstandes am besten organisieren konnte und „morgen“ ein anderer die Jagdhorde anführte, dann war das Überleben der gesamten Gruppe durch jene gesichert, die ihre Aufgabe als „Organisatoren“ eben am besten erfüllten.
Und die allgemeinen Dinge wurden allgemein entschieden, wobei auch hier zumindest einer garantierte, dass es zu einem Ergebnis kam.
Tja, so einfach könnte es sein, doch wir leben im Hier und Heute eben nicht mehr in überschaubaren Kleingruppen, sondern in großen gesellschaftlichen Strukturen. Unser archaisches Evolutionsmuster will aber, dass es so funktioniert wie ehedem. Weil darauf sind wir konditioniert!
Und die letzten paar tausend Jahre, in denen die Art Mensch begann sich in größeren Strukturen zu organisieren, hat zu keiner erbbiologischen Veränderung geführt.
Wir wollen jemanden, der verantwortlich ist. Das ist auch der Grund, warum im medialen Alltagswahnsinn selbst große Staaten immer auf einzelne Führungspersonen reduziert werden. „Putin“, „Trump“, ja selbst „Merz“ und andere stehen als Synonym für Staaten, denen sie auf Zeit vorstehen.
Die meisten Menschen verstehen und begreifen es eben so besser! Und ja, sie wollen überall dort, wo sie unsicher sind, dass eine verantwortliche Entscheidung gefällt wird. Und, das ist jetzt die Konsequenz daraus, dass auch eine Person für die Entscheidung verantwortlich gemacht werden kann – sowohl im Guten, als auch im Schlechten.
Aus Obigem ergibt sich nun, dass das Gros der Menschen geführt werden will und nur ein viel kleinerer Teil führen kann. Das Verhältnis ist nicht statisch, sondern weist auch einen Grauzonenbereich auf, der sich je nach Ausbildung, Erfahrung und Notwendigkeit überlappt, was aber am Grundsatz nichts ändert.
Welche Forderungen werden an die wenigen, die „führungstauglich“ sind, gestellt?
In ihnen muss sich der Kant‘sche Kategorische Imperativ völlig verfestigt haben, der da lautet:
„Handle stets so, dass die Maxime deiner Handlung ein allgemeines Gesetz werden könne.“
Erstveröffentlichung in Nationaler Sozialismus Heute #54