
von Gastautor Martin Müller
Kolonisation Südafrikas durch weiße Einwanderer
Die Kolonisationsgeschichte Südafrikas begann im Jahr 1652, als der Niederländer Jan van Riebeeck mit 90 Gefolgsleuten im Auftrag der niederländischen Ostindischen Kompanie (VOC) am Kap der Guten Hoffnung eine Versorgungsstation für VOC-Schiffe errichtete. Die VOC vergab im Anschluss gezielt Land an Ausreisewillige, die sich in der Gegend um Kapstadt ansiedeln sollten. Diese ersten weißen Siedler, meist Niederländer, aber auch Deutsche und Franzosen, verdrängten nach und nach die einheimischen Bevölkerungsgruppen aus den fruchtbaren Küstenregionen.
Bald setzten sich die sogenannten Buren (die sich selbst jedoch meistens als „Afrikaaner“ bezeichnen) als Herrscher der Kapkolonie durch. Von Anfang an war klar, dass sie keinen Multikulti-Staat zusammen mit den dort lebenden Khoikhoi und San (umgangssprachlich Hottentotten oder Buschmänner) errichten wollten. Strikte Trennung und Erhalt der eigenen Kultur und der hauptsächlich nordisch geprägten Ethnie war das Gebot. Als Sprache hatte sich Afrikaans durchgesetzt, eine Art Altniederländisch, das wie Niederländisch zu den niederfränkischen Sprachen in der westgermanischen Sprachfamilie gehört.
Später kamen auch Sklaven aus Asien und anderen afrikanischen Regionen nach Südafrika. Ab 1806 gewann das Britische Empire nach der sogenannten „Schlacht von Blaauwberg“ die Kontrolle über die Kapkolonie und führte sein eigenes Verwaltungs- und Rechtssystem ein. Viele der bisherigen Siedler leisteten Widerstand gegen die britische Herrschaft, was später zu ihrer Auswanderung ins Landesinnere führte. Ab 1835 zogen über 10.000 Buren in dem sogenannten „Großen Treck“ nach Norden und Nordosten, um neue Weideflächen zu annektieren und freie Buren-Republiken zu gründen.

Der Goldrausch und die zwei Burenkriege
Im Jahr 1886 wurden im Witwatersrand, der Region des heutigen Johannesburg, riesige Goldvorkommen entdeckt. Dies löste, ganz ähnlich wie in Kalifornien 1848, einen regelrechten Goldrausch aus. War das Land vorher fast ausschließlich von Landwirtschaft geprägt, gründeten nun große internationale Minengesellschaften Bergbauunternehmen. Da der industrielle Goldabbau nicht nur viel Kapital, sondern auch viele Arbeitskräfte benötigt, wurden zehntausende schwarze Arbeiter im Bergbau eingesetzt.
Das Verhältnis zwischen den Buren und Großbritannien blieb angespannt. Die eigenen Republiken der Buren – Transvaal und Oranje-Freistaat – wurden von den Briten zwar zunächst toleriert. Der Wunsch der geld- und machthungrigen Briten, auch diese rohstoffreichen Gebiete zu kontrollieren, eskalierte am Ende des 19. Jahrhunderts jedoch in zwei Burenkriegen. Der Erste Burenkrieg (1880-1881) endete zwar mit einem kurzfristigen Sieg der Buren, doch nach dem Zweiten Burenkrieg (1899-1902) unterlagen diese endgültig den britischen Kolonialtruppen. Die Kriege waren von großer Brutalität geprägt, es gab zum Beispiel britische Konzentrationslager für die burische Zivilbevölkerung. Nach den Burenkriegen wurde Südafrika politisch vereint und 1910 als Südafrikanische Union ins Britische Empire eingegliedert, wobei die Weißen jedoch durchsetzen konnten, dass die politische Macht in ihren Händen blieb. Im Nachhinein betrachtet waren die überraschend lange Dauer des Zweiten Burenkrieges und die unvorhergesehenen Verluste der Briten außerdem Anzeichen für das nahende Ende der globalen Vorherrschaft des Britischen Empires.
Während des Zweiten Weltkriegs gehörte Südafrika zu den Alliierten. Viele Afrikaaner waren jedoch gegen eine Beteiligung Südafrikas am Zweiten Weltkrieg, insbesondere der nationalistische „Ossewabrandwag“ (Ochsenwagen-Wache), welcher dem Vereinigten Königreich feindselig gegenüberstand und mit dem Dritten Reich sympathisierte. Der Ossewabrandwag führte eine Sabotagekampagne gegen staatliche Infrastruktur durch, was die Regierung dazu veranlasste, hart durchzugreifen. Das kam bei der Bevölkerung jedoch nicht gut an und war mit ein Grund für den Sieg der „Nasionale Party“ (Nationale Partei) bei den südafrikanischen Parlamentswahlen 1948.

Rassentrennung durch Apartheid
Das Apartheid-System, also die Rassentrennung zwischen Weißen, Schwarzen und „Coloureds“ (Farbigen) wurde offiziell 1948 mit dem Wahlsieg der Nasionale Party eingeführt, nachdem schon viele Jahrzehnte eine De-facto-Rassentrennung existiert hatte. Schwarze, Coloureds und Inder lebten jetzt in eigens zugewiesenen Gebieten, sogenannten „Homelands“, und waren somit von den Weißen räumlich, sozial und politisch getrennt. In den Städten gab es separate Parks, Schwimmbäder, Schulen, Geschäfte usw. – alles mit dem Ziel, rassische Konflikte und Rassenmischung zu vermeiden.
Eingeführt unter dem französischstämmigen Ministerpräsidenten Malan, wurde dieses System von seinen Nachfolgern Strijdom, Verwoerd, Vorster und Botha (alles Mitglieder der Nasionale Party) weitergeführt. Südafrika war ein stabiler, wirtschaftlich schnell wachsender Staat, der unter anderem Rohstoffe, Maschinen und landwirtschaftliche Erzeugnisse (insbesondere Obst und Wein) exportierte, und verfügte am Ende der 80er-Jahre sogar über Kernwaffen. Viele wanderten in das Land ein – nicht nur Weiße, sondern auch viele Schwarzafrikaner aus Nachbarstaaten, die für einen Arbeitsplatz im Bergbau bereit waren, im Apartheidstaat tätig zu sein.
Aufgrund der Tatsache, dass die Weißen lediglich ca. 20 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung darstellten, und vor dem Hintergrund des linksliberalen, egalitaristischen Zeitgeistes, der nach 1945 überall im Westen Einzug gehalten hatte, war es jedoch absehbar, dass diesem gesellschaftlichen System kein langes Leben beschert war. Insbesondere in den 70er- und 80er-Jahren wuchs der Widerstand gegen das Apartheid-System. Besonders bekannt wurden Nelson Mandela und der African National Congress (ANC), die sich vorgeblich für allgemeine Gleichberechtigung aller Einwohner Südafrikas einsetzten. Die Apartheid wurde Anfang der 90er-Jahre unter dem Zutun von Präsident De Klerk schrittweise abgeschafft; 1994 fanden die ersten allgemeinen Wahlen statt, bei denen Nelson Mandela zum Präsidenten gewählt wurde. Viele jubelten, dass das „Unrechtsregime“ jetzt Geschichte war.

© Guinnog, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Nach Apartheid: Kriminalitätsexplosion und massive Unruhen
War in der „Regenbogennation“ also jetzt alles gut? Mitnichten! Seit dem Ende des Apartheid-Regimes haben Kriminalität, soziale Ungleichheit und soziale Instabilität massiv zugenommen. Laut Schätzungen der südafrikanischen Polizei wird jede 30 Sekunden eine Frau vergewaltigt. In einer Umfrage vor 25 Jahren gab ein Drittel von 4.000 in Johannesburg befragten Frauen an, schon einmal vergewaltigt worden zu sein. Die jährliche Tötungsrate liegt bei 45 pro 100.000, womit das Land auf dem 5. Platz weltweit steht. Zum Vergleich: In der BRD beträgt dieser Wert trotz aller gesellschaftlicher Verwerfungen lediglich 0,8. Raubüberfälle und Plünderungen sind an der Tagesordnung. Insbesondere Auto-Entführungen stellen in Südafrika ein erhebliches Kriminalitätsproblem dar; täglich werden schätzungsweise 65 Fahrzeuge entführt. Südafrikanern wird deswegen empfohlen, beim Halten an der Ampel immer die Türen zu verriegeln, sofern das noch nicht automatisch geschieht. Wertsachen per Post verschicken? Das tun viele nicht mehr, denn die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht ankommt, ist sehr hoch. Und so weiter.
Laut einer nationalen Schätzung lebt über die Hälfte der Einwohner unter der Armutsgrenze. Ein Drittel ist arbeitslos. Soziale Unruhen sind häufig – bei den massiven Unruhen anlässlich der Verhaftung des Ex-Präsidenten Jacob Zuma im Juli 2021 wurden mehr als 300 Menschen getötet, und der wirtschaftliche Verlust infolge der Plünderungen und Sachbeschädigungen betrug über drei Milliarden Euro. Mindestens einmal im Monat erleben die meisten Einwohner Stromausfälle. Aufgrund dieser Umstände leben Weiße in den Großstädten größtenteils in geschlossenen, bewachten Wohnkomplexen. Auch haben sich viele in den letzten 30 Jahren für eine Auswanderung entschieden – beliebt sind Australien, Neuseeland, USA, Kanada, Großbritannien und die Niederlande, wo sie (zumindest jetzt noch) bessere Lebensumstände vorfinden. Der bekannteste Südafrika-Emigrant dürfte übrigens der Unternehmer und reichste Mann der Welt, Elon Musk, sein, welcher zuerst nach Kanada und später in die USA auswanderte. Gegenwärtig stellen die Weißen lediglich noch ca. sieben Prozent der Gesamtbevölkerung Südafrikas dar, was sowohl der Massenauswanderung von Weißen als auch den hohen Geburtenraten der Schwarzen geschuldet ist.
Egal, ob das Land sich zu den BRICS-Staaten zählen darf und ob es auf dem Papier Wirtschaftswachstum gibt oder nicht – Südafrika entwickelt sich rapide zum Dritte-Welt-Land. Multikulti funktioniert halt nicht – das merken auch die Afrikaaner täglich.
Verbrechen an der weißen Bevölkerung – „Kill the Boer!“
Seit dem Ende der Apartheid führt die südafrikanische Regierung eine aktive Landreform durch. Eigentum von weißen Farmern wird ohne Entschädigung enteignet, um so angeblich „historische Ungerechtigkeiten“ durch eine „gerechtere Landverteilung“ auszugleichen. Weiße Farmer-Familien verlieren dadurch jedoch ihre Lebensgrundlage und müssen das Land verlassen, das oft seit Generationen im Familienbesitz ist. Viele Farmer verkaufen noch vor der Enteignung in Eile ihr gesamtes Eigentum, entlassen ihre Angestellten und versuchen, wenigstens einen Teil ihrer Habe zu retten. Da nach der Enteignung die landwirtschaftlichen Betriebe meist nicht mehr produktiv sind, tritt oft ein wirtschaftlicher Zusammenbruch in den betroffenen Regionen ein.
Weiße Farmer in Südafrika werden außerdem seit Jahrzehnten regelmäßig Opfer von äußerst brutalen Angriffen, fast ausschließlich von Schwarzen, deren Hass und Neid sich in schweren Überfällen äußert. Familien werden nachts in ihren Häusern überfallen, gefesselt, und oft vor den Augen ihrer Angehörigen ermordet. Auch Vergewaltigungen und Folter (zum Beispiel mit glühenden Eisen) sind keine Seltenheit. Seit 1994 sind mindestens 4.000 Farmer in solcher Weise umgebracht worden – von den Afrikaanern als „Plaasmoorde“ („Farmmorde“) bezeichnet. Polizei und Justiz reagieren oft zögerlich oder verfolgen die Taten nicht konsequent. Das Anti-Apartheid-Lied „Dubul’ ibhunu“ („Töte den Buren“) bringt diese Haltung auf den Punkt.
Die internationalen Reaktionen bleiben, trotz zahlreicher Proteste und Petitionen, bisher weitgehend aus. Eine Ausnahme bildet Donald Trump, der sich im Mai 2025 mal wieder von seiner guten Seite zeigte: Während eines hochkarätigen Treffens im Weißen Haus konfrontierte der US-Präsident den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa mit Vorwürfen eines „Völkermords“ an weißen südafrikanischen Farmern, welche von Ramaphosa jedoch mit fadenscheinigen Argumenten vom Tisch gefegt wurden. Auch die meisten anderen Behörden, Medien und NGOs ignorieren oder relativieren die Vorfälle oder betrachten sie als Teil der allgemeinen schweren Kriminalität im Land.

Eine rein weiße Gemeinschaft: Orania
Ist also alles verloren für die Weißen in Südafrika? Nein, zumindest die, die ihre Kultur, Volk und Rasse erhalten wollen, kämpfen weiter! Das beste Beispiel dafür stellt „Orania“ dar. Diese Siedlung, für die bewusst ein dünn besiedeltes Gebiet der Provinz Nordkap ausgewählt wurde, wurde 1990 von etwa 40 burischen Familien gegründet, die spürten, dass sich das Apartheid-Regime seinem Ende zuneigte. Ausgangspunkt war der Kauf eines verfallenen Ortes samt Infrastruktur durch Initiatoren um Carel Boshoff, Schwiegersohn des einstigen Premierministers Hendrik Verwoerd. Das Konzept von Orania war von Beginn an, eine geschlossene Gemeinschaft für von den politischen Entwicklungen in ihrer kulturellen und ethnischen Identität bedrohte Buren beziehungsweise Afrikaaner zu schaffen und so das „Volkstaat“-Ideal zu verwirklichen. Außerdem wurde Orania ein sicherer Rückzugsort in einem Land, das – wie bereits vorher erwähnt – seit Mitte der 90er-Jahre eine Gewaltexplosion erlebt.
Die Siedlung ist Privatland und keine offizielle Kommune. Verwaltung und Leitung liegen bei einer Aktiengesellschaft, deren Aktionäre jährlich eine siebenköpfige Direktion wählen. Damit unterscheidet sich Orania von anderen südafrikanischen Orten durch eine eigenständige Organisationsstruktur. Geschäftsführer ist derzeit Joost Strydom. Wirtschaftlich ist die Siedlung größtenteils unabhängig; Produktion, Handel, Verwaltung usw. werden ausschließlich von den Einwohnern erledigt. Arbeitsexport oder die Anstellung von billigen schwarzen Arbeitskräften, wie sonst in Südafrika üblich, sind nicht vorgesehen. Neben Landwirtschaft (vor allem Pekannüsse) gibt es mehrere mittelständische Unternehmen. Orania verfügt auch über eine eigene Währung (Ora), eine Bewässerungs- und Kläranlage und einen UKW-Radiosender. Wie man erwarten würde, ist der Wohnstandard insgesamt recht hoch und der Ort ist sehr sicher. Die Kultur und Identität der Afrikaaner spielt im Alltagsleben eine zentrale Rolle, Feste und Traditionen werden gepflegt.
Ihre Aufgabe, sich als Keimzelle eines autonomen Staates für die burische Minderheit zu entwickeln, nimmt Orania ganz gut wahr. Die Bevölkerung wächst seit Jahren stark, von ca. 900 im Jahr 2011 auf über 2.800 im Jahr 2023. Ein Ausbau der Infrastruktur für bis zu 10.000 Einwohner ist vorgesehen. Um in der Orania-Siedlung zu leben, muss man sich vorher bewerben, und nicht nur Afrikaaner sein, sondern auch nachweisen, dass man die Sprache spricht und sich mit der Kultur identifiziert.
Es existieren noch einige andere ähnliche, jedoch deutlich kleinere Siedlungen, wie zum Beispiel Kleinfontein. Auffällig ist, dass diese Siedlungen von der Regierung größtenteils in Ruhe gelassen werden. Zwei Präsidenten (Nelson Mandela und Jacob Zuma) haben die Orania-Siedlung sogar besucht. Die Zukunft von Südafrika ist aufgrund der demographischen und gesellschaftlichen Lage höchst ungewiss. Orania-Geschäftsführer Joost Strydom erwartet, dass Südafrika irgendwann von selbst auseinanderfällt und eine neue Ordnung entstehen wird, in der Orania hoffentlich eine Schlüsselrolle einnehmen wird.
Insgesamt zeigen die anständigen und selbstbewussten Afrikaaner, wie man sich auch als absolute Minderheit noch behaupten kann – die Hoffnung stirbt zuletzt!
Erstveröffentlichung in Nationaler Sozialismus Heute #50
