
Weitestgehend unbemerkt vom politischen Alltag, sind in den letzten Jahren einige Künstler in Erscheinung getreten, die man irgendwo auf dem breiten Spektrum der Rechten verorten kann und die stilistisch ebenso breit gefächert sind. Der folgende Überblick erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da garantiert im rechten Bereich noch zahlreiche Talente schlummern, die wir noch nicht entdeckt haben. Zudem werden in der folgenden Aufstellung nur solche Künstler berücksichtigt, deren Kunst im weiteren Sinne als „politisch“ zu bezeichnen ist.
Die (uns) bekanntesten dürften der kürzlich verstorbene Maler Ralph Oertel (WOR Arts) sowie der Kalligraffiti-Künstler Wolf PMS sein. Wer dem Jungeuropa-Verlag bei X folgt, wird bestimmt auf die Französin Anima Mercurii (Instagram) gestoßen sein, die unter anderem die Zeichnungen für Volkers Zierkes neuen Roman „Herrengedeck“ geschaffen hat, sowie den sächsischen Zeichner und Grafiker Chris Löhmann (IG) und den vom Futurismus inspirierten Bildhauer Fen de Villiers (IG, X).
Im Umfeld des Hydra-Verlags (bekannt vor allem durch die Hydra-Comics) sind der Illustrator Wartburger (IG, X) und der Drucker Konrad Maler (IG, X) zu nennen; natürlich ist die Liste der für den Verlag tätigen Künstler länger, doch haben diese keine (zumindest uns bekannte) Internetpräsenz.
Mit Mythopoetic (IG) findet sich ein, leider mittlerweile inaktives Medium, das nicht nur bereits länger verstorbenen Künstlern eine Bühne bot, die sich mit europäischen paganen Motiven befassten, sondern auch einigen zeitgenössischen. Vorrangig mit historischen Motiven, aber auch mit einigen gegenwartsbezogenen, befasst sich Kunst gegen das Vergessen (IG). Marcel Arndt (www.maritime-malerei-marcel-arndt.de) widmet sich der historischen und der maritimen Malerei, und Karla.grafie (IG) beschäftigt sich, ähnlich wie Wolf PMS, mit der Kunst des schönen Schreibens.
Bedingt ist auch die in Leipzig ansässige Galerie Zentrale Randerscheinung (IG, X) zu nennen, die nicht nur Werke des oben genannten Chris Löhmann, sondern auch des Malers Frank J. Schäpel (IG, X) sowie zahlreicher freidenkenden Dissidenten zeigt, welche gewiss politisch geringe Schnittmengen vorweisen, aber mit abstrakten Motiven bis hin zu Installationen eine Alternative zu ähnlichen linken Künstlern und der rechten Stahlhelm- und Breker-Nostalgie schaffen.
Die Werke der rechten Künstler sind leider noch recht verstreut und haben zumeist sträflich wenige Follower in den sozialen Netzwerken. Es bleibt zu hoffen, dass sich ein Kollektiv zusammenschließt, um die Werke besser zu verbreiten und eine zentrale Anlaufstelle für weitere Künstler zu bieten. Bisher bot nur der Hydra-Verlag an, dass sich Maler, Zeichner, Drucker etc. bei ihnen melden sollten.
Eine reich bebilderte Werkschau wäre an dieser Stelle natürlich ein besserer Start gewesen, doch die bei einigen Künstlern geringen Schnittmengen mit der politischen Linie des Heftes und der für den Mainstream nicht sehr anschlussfähige Name, ließen die Zusagen leider auf ein zu kleines Maß zusammenschrumpfen. Die Nationalisten haben ihren Teil zur Verbreitung rechter Kunst beigetragen, ohne Groll und Schmollen werden die Absagen akzeptiert; es geht um Höheres. Man kann nur hoffen, dass politisch anschlussfähigere Akteure das Bestreben realisieren und eine neue Kultur zu der ihr gebührenden Aufmerksamkeit verhelfen.